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16.01.2002

09:43 Uhr

Gewinnrückgang erwartet

Thyssen-Krupp sieht sich in schwieriger Lage

Nach einem unbefriedigenden Geschäftsjahr 2000/2001 hat der Stahl- und Industriegüterkonzern Thyssen-Krupp auch seine aktuelle Lage als schwierig bezeichnet. Angesichts der Probleme der Weltkonjunktur korrigierte der Konzern sein Ertragsziel für das am 1. Oktober begonnene Geschäftsjahr 2001/2002 nach unten. Das Vorjahresergebnis von 500 Mill. ? vor Steuern (ohne Sondereinflüsse) sei nicht zu erreichen, teilte die Thyssen-Krupp AG am Dienstag bei der Vorlage der Jahresbilanz in Essen mit.

dpa ESSEN. Bereits im November hatte Thyssen-Krupp bei der Vorlage vorläufiger Jahres-Eckdaten mitgeteilt, dass das Ergebnis "kaum" zu erreichen sei.

Sondereinflüsse wie vor allem den Verkauf einer Erzgrube trugen dazu bei, dass Thyssen-Krupp das abgelaufene Geschäftsjahr insgesamt mit einem Gewinn vor Steuern von 876 Mill. ? (Vorjahr: 1,09 Mrd Euro) abschließen konnte. Geplant war zunächst ein Gewinn von 1,3 Mrd. ?. Der Nettogewinn nach Steuern stieg vor allem bedingt durch die Steuerreform gegenüber dem Vorjahr um 26 % auf 665 Mill. ?.

Auch beim Umsatz und beim Auftragseingang rückte der Konzern offenbar von seinen Plänen zu Beginn des Geschäftsjahres ab. Ein zunächst angepeilter Umsatz von 38 Mrd. ? sowie ein Auftragseingang von 39 Mrd. ? seien nach derzeitigem Stand "als eher anspruchsvoll zu bezeichnen", sagte der Vorstandsvorsitzende der Thyssen-Krupp AG, Ekkehard Schulz. Im abgelaufenen Jahr 2000/2001 hatte sich der Umsatz um zwei Prozent auf rund 38 Mrd. ? erhöht.

Eine genauere Prognose will Schulz bei der Vorlage der Zahlen für das 1. Quartal am 26. Februar bekannt geben. Schulz ist nach Wechsel des ehemaligen Krupp-Chefs Gerhard Cromme auf den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden alleiniger Vorstandsvorsitzender des Industriegiganten. Das Geschäftsjahr 2000/2001 war das dritte Jahr seit der Verschmelzung der beiden Traditionskonzerne Thyssen und Krupp.

"Das erste Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres dürfte besonders schwierig werden", sagte Schulz weiter. Das gelte vor allem für die Segmente Stahl und Autoteile. Ein Konzernverlust im ersten Quartal könne nicht ausgeschlossen werden. Die Entwicklung des dritten und vierten Quartals werde entscheidend von Ausmaß und Ablauf der erwarteten konjunkturellen Erholung in den USA und in Europa abhängen. Der Konzern geht nach eigenen Angaben davon aus, für das laufende Geschäftsjahr eine dem Ergebnis angemessene Dividende ausschütten zu können. Für das vergangene Jahr ist eine Dividende von 60 Cent je Aktie geplant (1999/2000: 75 Cent).

Neben einer geplanten Produktivitätssteigerung von mindestens zwei Prozent pro Jahr soll ein dauerhaftes Effizienzsteigerungsgrogramm die Ergebnissituation verbessern. Das "Thyssen-Krupp best" genannte Programm soll im ganzen Konzern eine Aufbruchstimmung erzeugen, sagte Schulz. Bei dem Programm sollen Qualität, Kosten, Zeit und Kundenorientierung in allen Unternehmensteilen überprüft und verbessert werden. Unter dem Strich sagte Schulz ein "erkleckliches Sümmchen" an Kostenvorteilen durch das Programm voraus.

Am 30. September beschäftigte der Konzern, zu dem rund 800 Tochtergesellschaften zählen, weltweit in über 80 Ländern 193 516 Menschen, das sind 200 mehr als im Jahr davor. 45,6 % der Beschäftigten waren im Ausland tätig.

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