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14.02.2002

20:00 Uhr

Gewinnspiele sind bei strategischem Vorgehen auch für Anleger interessant

Reich und glücklich mit Lotto, Toto, Pferdewetten

VonRalf Spiller

Jeden Samstag starren 4 Millionen Menschen gebannt auf den Fernsehbildschirm, wenn die neuesten Lottozahlen gezogen werden. Jeder hofft auf den großen Millionengewinn. Doch für die wenigsten erfüllt sich dieser Wunsch.

DÜSSELDORF. Genau 203 Lottospieler konnten im vergangenen Jahr einen Millionengewinn einstreichen. Denn bei einer Gewinnchance von 1:14 Millionen ist es sieben Mal wahrscheinlicher, innerhalb eines Jahres tödlich vom Blitz getroffen zu werden, als den Jackpot zu knacken.

Sind Gewinnspiele also nur etwas für Träumer, aber nichts für Anleger? "Nein", sagt Walter Krämer, Professor für Statistik an der Universität Dortmund. "Geschickte Spieler können mit klugen Strategien ihre Gewinnchancen erheblich verbessern."

Beim Lotto, dem beliebtesten Gewinnspiel der Deutschen, tippen Woche für Woche viele auf die gleichen Zahlen. Beliebt ist es etwa, ein "X" oder ein "U" auf dem Lottoschein anzukreuzen. "Ein echter Quotenkiller", sagt Elmar Bamfaste, Sprecher der Westdeutschen Lotterie. Logisch: Setzen viele Spieler auf die gleichen Zahlen und sie haben tatsächlich einmal sechs Richtige, dann fällt der Gewinn bescheiden aus. So hatten am 4.10.1997 genau 124 Tipper ein "U" auf ihrem Lottoschein angekreuzt und 6 Richtige. Jeder von ihnen erhielt gerade einmal 53 982 DM. Deshalb lautet die wichtigste Regel beim Lottospiel: Ungewöhnliche Kombinationen wählen. Dann könnte es einem ergehen wie dem Hessen, der im August 2001 mehr als 20 Millionen DM beim Lotto gewann - die höchste Summe, die jemals beim Mittwochslotto ausgeschüttet wurde.

Bessere Gewinnchancen als Lotto bietet das Toto. Bei der Auswahlwette stehen die Chancen rund 18 Millionen auf den Super-Jackpot, die Gewinnquoten sind jedoch wesentlich niedriger. Im vergangenen Jahr erhielt nur ein einziger Totospieler einen Gewinn von über einer Millionen DM. Die zweithöchste Auszahlung betrug nur 97 157,30 DM.

"Wettmärkte und Aktienmärkte sind sich sehr ähnlich"

Bei der Ergebniswette war im Jahr 2001 der größte Jackpot für 11 Richtige mit 459 619,10 DM gefüllt. Auch diesen Gewinn konnte nur ein Spieler mit nach Hause nehmen. Die zweithöchste Auszahlung betrug gerade einmal 7 464,80 Mark. Allerdings sind bei dieser Wettart die Gewinnchancen deutlich besser: Sie liegen bei 1 : 177.147 für den Höchstgewinn.

Bei Pferdewetten kann man in der Regel das eineinhalb- bis vierzigfache des Einsatzes gewinnen. Gelegentlich sind die Quoten noch höher. "Die Buchmacher übernehmen hierbei eine ähnliche Funktion wie Kursmakler", erklärt Norman Albers, Geschäftsführer des Deutschen Buchmacherverbandes Essen. "Wettmärkte und Aktienmärkte sind sich sehr ähnlich, sie gehorchen den gleichen Regeln".

Statistik-Professor Walter Krämer hält Pferdewetten für vergleichbar mit Optionsscheinen. In beiden Fällen gehe es darum, mit geringem Einsatz hohe Gewinne zu erzielen. Und beides Mal werde der Einsatz auf ein ungewisses Ereignis gesetzt, wobei der Einsatz verloren sei, wenn das Ereignis nicht eintrete.

Der größte Profiteur von Gewinnspielen ist leider der Staat. Er kassiert rund 50 Prozent der Wetteinsätze beim Lotto- und Totospiel. Bei Pferdewetten sind es immerhin 25 Prozent. Am Ende eines jeden Jahres streichen die Landesfinanzminister rund 3,5 Mrd. DM Lottosteuern ein - ein Betrag, von dem Sterbliche nur träumen können.

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