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23.01.2002

09:43 Uhr

Gewinnzone in diesem Quartal

Siemens schreibt wieder schwarze Zahlen

Der Siemens-Konzern ist mit einem Gewinnrückgang ins laufende Geschäftsjahr gestartet.

dpa/rtr MÜNCHEN. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2001/02 (30. September) sei ein Nettogewinn von 538 Mill. Euro erzielt worden, teilte Siemens am Mittwoch mit. Dies war zwar nur gut halb soviel wie im Vorjahreszeitraum. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2000/01 hatte Siemens allerdings wegen hoher Restrukturierungskosten und der Hightech-Flaute einen Nettoverlust von knapp 1,1 Mrd. Euro erzielt.

Analysten zeigten sich von den Ergebnissen positiv überrascht: "Das sind ziemlich gute Zahlen", sagte Simon Scholes von der Bankgesellschaft Berlin. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem leichten Verlust nach Steuern von 66 Mill. Euro und einem Quartalsumsatz von 20,8 Mrd. Euro gerechnet. Vor allem in der Netzwerksparte hätten viele ein schlechteres Ergebnis erwartet, hieß es bei den Experten. "Obwohl sie wieder in der Gewinnzone sind, wäre ich weiter vorsichtig über die Margen-Entwicklung in den nächsten Quartalen", sagte Bernard Malhame von Societe Generale.

Der Konzernumsatz wuchs im ersten Quartal vor allem durch ein gutes Auslandsgeschäft um sieben Prozent auf 20,5 Mrd. Euro. Der Auftragseingang stieg sogar um zwölf Prozent auf 24,9 Mrd. Euro. Der operative Gewinn vor Steuern, Zinsen und Firmenwertabschreibungen sank im Jahresvergleich von gut einer Milliarde Euro auf 487 Mill. Euro. Darin sind Restrukturierungskosten und Abschreibungen von 147 Mill. Euro enthalten.

Im Ergebnis sei ein Sonderertrag aus dem Verkauf von Infineon-Anteilen von 157 Mill. Euro enthalten. Gleichzeitig hätten die anteilig verbuchten Verluste des Halbleiter-Konzerns das Siemens-Ergebnis mit 175 Mill. Euro belastet. Siemens hatte die Mehrheit an Infineon Anfang Dezember abgegeben.

Größtes Sorgenkind des Konzerns bleibt der Bereich Netzwerke (ICN) mit einem operativen Verlust von 124 Mill. Euro. Der Gesamtumsatz ging hier von knapp 2,9 auf 2,5 Mrd. Euro zurück. Hier könnten weitere Anpassungen notwendig sein, sagte Siemens-Chef Heinrich von Pierer. Bereits bisher sollen bei ICN 10 000 Stellen gestrichen werden. Auch der Bereich Automobilelektronik (Siemens VDO) verbuchte Verluste, konnte seine Ergebnisse gegenüber dem Vorquartal aber verbessern.

Zum größten Ergebnisträger bei Siemens entwickelte sich die Sparte Energieerzeugung mit einem operativen Ergebnis von 302 Mill. Euro.

Die zuvor defizitären Sparten Mobilfunk (ICM), Logistik (Siemens Dematic) und Siemens Business Services (SBS) schrieben dagegen wieder schwarze Zahlen im operativen Geschäft. Der Konzern habe sich bei Handys auf kostengünstigere Einstiegsmodelle verlegt und insgesamt neun Mill. Mobiltelefone im ersten Quartal verkauft. Siemens hatte im vergangenen Jahr wie die Konkurrenten Motorola, Nokia und Ericsson unter der schwachen Nachfrage nach Handys und Mobilfunktechnologie gelitten. Motorola hatte am Vortag für das abgelaufene Quartal einen Nettoverlust von 1,2 Mrd. $ veröffentlicht. Nokia und Ericsson legen ihre Quartalszahlen in Kürze vor.

Die Aktien von Siemens notierten am Mittwochvormittag in einem schwachen Börsenumfeld nach einem Tageshoch von knapp 72 Euro mit 68,50 Euro 0,7 % unter ihrem Vortagesschluss.

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