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08.06.2000

11:52 Uhr

Reuters DÜSSELDORF. Die Aktionäre der in Schieflage geratenen Kaufring AG haben den Erfolg des Umbaukonzepts bezweifelt. "Die Neuausrichtung auf den Großhandel überzeugt nicht, denn die Führungsetage tut nur das, was die Konkurrenz schon lange macht", sagte stellvertretend für viele Anteilseigner Michael Kuchejda auf der Hauptversammlung. Mehrere Aktionäre forderten den Rücktritt von Vorstand und Aufsichtsrat. Die Aktionäre beschlossen, wegen der laufenden Prüfung der Geschäftsvorgänge aus 1999 die Entlastung beider Gremien auf 2001 zu verschieben. Vorstandschef Gerhard Friedrich hatte zuvor in seiner Rede bekräftigt, 2001 die Gewinnzone zu erreichen.

Der Vorstandschef verteidigte die Umbaupläne. "Wir haben gegenüber dem ersten Quartal 2000 im April und Mai ein gutes Umsatzergebnis erreicht und sind zuversichtlich, 2001 die Gewinnzone zu erreichen." Er verwies darauf, dass sich der Fehlbetrag im ersten Quartal 2000 trotz der Aufwendungen für den Umbau um 18,6 Mill. DM auf 4,7 Mill. DM verringert habe und 2000 mit einem ausgeglichenen Ergebnis zu rechnen sei. Kaufring werde den Verbundverkauf stärken und mit Hilfe eines Warenwirtschaftssystems die Renditen der Kunden steigern.

Mit möglichen Kooperationspartnern würden "aktive Gespräche" geführt. Dabei soll es sich um Unternehmen aus Skandinavien und den Benelux-Staaten handeln, hieß es aus Unternehmenskreisen. Kaufring prüfe den Einstieg in den elektronischen Handel, sagte Friedrich. Marc Tümmler von der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) sagte, der Konzern habe die Chance, dem Konkurs zu entgehen.

Durch die Übernahme der Nürnberger Bund Handelsgesellschaft mbH (NBH) war der Kaufring 1999 in einen Liquiditätsengpass geraten. Ein Bankenpool gewährte einen Überbrückungskredit von 50 Mill. DM. Mit Billigung der Woolworth Deutschland, die 75 % des Kaufring-Grundkapitals hält, wird sich der Konzern von seinem eigenbetriebenen Einzelhandel trennen. Davon sind 1 675 Mitarbeiter betroffen.

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