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12.03.2003

09:00 Uhr

Gipfeltreffen der IT-Branche

CeBIT – Alle Jahre wieder

VonDr. Winfried Materna (Materna-Geschäftsführer)

Anders als in den Jahren zuvor steht die diesjährige CeBIT nicht unter dem Stern des "schöner, bunter, größer". Konsolidierung ist gefragt. Partnerschaften werden wichtiger denn je und die Branche rückt näher zusammen. Ob die weltweit größte IT-Messe für eine Belebung der IT-Nachfrage sorgt, bleibt abzuwarten.

Dr. Winfried Materna

Dr. Winfried Materna

HANNOVER. Ungebrochen ist der Trend zur Verschmelzung von Informations- und Kommunikationstechnologie. Erwartungsgemäß setzt Wireless LAN auch in diesem Jahr seinen Siegeszug fort. Während sich UMTS erst noch entwickeln muss, schießen Hot Spots wie Pilze aus dem Boden und ermöglichen den mobilen Zugang ins Internet über Datenfunk. Für Unternehmen könnte die drahtlose Vernetzung daher zu einer echten Alternative zur klassischen Verkabelung werden - vorausgesetzt die Anbieter bekommen die Sicherheitslücken in den Griff.

Sicherheit spielt nicht nur hier eine wesentliche Rolle. Es gibt kaum mehr ein Unternehmen, dass sich nicht mit der Sicherheit seiner IT-Infrastruktur beschäftigt. IT-Security ist damit zum Top-Thema der Branche geworden. Jeder zweite Firmenchef will in diesem Jahr mindestens fünf Prozent aller Ausgaben in die IT-Sicherheit stecken. Das zeigt eine Umfrage der Meta Group bei den weltweit größten Unternehmen. So wollen 71 Prozent der Firmen ihr IT-Security-Budget aufstocken.

Sicherheit ist kontinuierlicher Prozess

Da Sicherheit ein kontinuierlicher Prozess ist, endet er nicht mit dem Kauf einer Firewall oder der passenden Antiviren-Software - wie die Diskussion mancher Hersteller vermuten lässt. Passend zur Vielfalt der Anbieter und Produkte in diesem Segment, unterhält die CeBIT einen eigenen Angebotsschwerpunkt zum Thema IT-Security in Halle 17. Auf ca. 10 300 Quadratmeter Ausstellungsfläche zeigen dort rund 290 Aussteller ihre Neuheiten und Entwicklungen.

Auch die verstärkte Öffnung der Geschäftsprozesse zu Partnern und Kunden erfordert Lösungen für den sicheren Zugang zu Systemen und Anwendungen. Mit Kooperationen und Partnerschaften versuchen derzeit viele Unternehmen sich den Weg aus der Branchenflaute zu ebnen. Es ist nicht verwunderlich, dass immer mehr Anbieter und insbesondere auch die größeren Unternehmen ihre Kräfte bündeln. Die Vielfalt der Technologien, die zunehmende Fachkompetenz und die notwendige Kundennähe erzwingen geradezu Partnerschaften.

Fallweise Allianzen

So entstehen Allianzen ganz unterschiedlicher Struktur und Couleur: auf Zeit, für einzelne Aufgaben, für einzelne Themen oder sogar nur für ein einzelnes Angebot - ganz nach Bedarf der Unternehmen. Gerade deshalb eignen sich Kooperationen, auch in konjunkturell schlechteren Zeiten "gemeinsame Sache" zu machen. Bei komplexen IT-Lösungen bietet sich seit jeher eine Umsetzung durch mehrere Partner an. Während sich Produktlieferanten gerne zusammenschließen, um ihr Portfolio zu ergänzen, werden Berater ins Boot geholt, um die Wertschöpfungskette zu vervollständigen.

Viele Anbieter nehmen Messezeiten gerne als Anlass, ihre Zusammenarbeit anzukündigen oder gemeinsame Lösungen zu präsentieren. Fast alle großen Hard- und Software-Hersteller pflegen daher einen eigenen Partnerbereich. Auch die Key-Player der Branche nutzen die Gunst der Stunde, da sich nahezu jeder IT-Interessierte mit der CeBIT beschäftigt und geben im Vorfeld wesentliche Partnerschaften bekannt: Microsoft kooperiert mit T-Mobile, Oracle will mit Nokia zusammenarbeiten.

Die Unternehmensberatung Cap Gemini Ernst & Young hat herausgefunden, dass sich nur wenige IT-Entscheider von der kommenden CeBIT deutliche Zeichen der Nachfragebelebung erhoffen. Allerdings zeichne sich nun zumindest eine Stabilisierung der Investitionen ab. Heute würden Projekte bevorzugt, um die Effizienz zu erhöhen und mit geringen Investitionen viel zu erreichen. Neue Portaltechnologien, die bessere Ausnutzung der Infrastruktur sowie die Harmonisierung der Prozesse stünden im Mittelpunkt. Insgesamt buhlen mehr als 6500 Aussteller um die Gunst von IT-Verantwortlichen und anderen Messegästen. Es bleibt abzuwarten, wie sie entscheiden.

Am Ende einer jeden CeBIT ist der Messebesucher dann um diverse Kilos Prospekte, etliche Werbegeschenke und hoffentlich auch um nützliche Ratschläge und neue Ideen reicher. Gut, dass die CeBIT 2004 wieder um einen Tag auf sieben verkürzt wird.

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