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26.01.2001

08:00 Uhr

Analoges Fernsehen:
Wenn Signale für die Übertragung von Bild und Ton in kontinuierlicher Form übertragen werden, wird von analogem Fernsehen gesprochen.

Common Interface:
Als Common Interface wird ein Schacht bezeichnet, in den Entschlüsselungskarten eingeschoben werden können, um Pay-TV-Angebote anderer Anbieter als Premiere World zu empfangen. In Zukunft sollen auf diesem Wege auch Home-Shopping-Angebote abgewickelt werden können.

D-Box:
Die von dem Kirch-Unternehmen BetaResearch entwickelte Set-Top-Box wird in Lizenz von Nokia, Sagem und Philips hergestellt. Der Receiver wird als Kabel- und Satellitenversion vertrieben und sichert exklusiv den Zugang zum Programmangebot von Premiere World. Die Deutsche Telekom vermarktet das Angebot unter dem Namen Mediavision. Beim Empfang frei verbreiteter Programme unterschlägt der Decoder interaktive Zusatzangebote wie den elektronischen Programmführer oder den Onlinekanal.

Digital TV:
Prinzipiell sind digital übertragene Fernsehbilder, bei der die Information in Form von Daten und nicht Signalen übermittelt werden, dem bisherigen Analog-TV überlegen; die Qualität ist allerdings abhängig vom Grad der Datenkompression. Ähnlich wie beim Umgang mit Musikdateien wird auch beim Digital-TV nach einem Kompromiss zwischen Detailtreue und Speicherbedarf gesucht. Die Übertragungsbandbreite pro gemietetem Platz auf dem Satelliten (Transponder) liegt bei 36 Megabit pro Sekunde. Während beim Analog-TV nur ein Kanal auf dem Transponder Platz findet, sind es bei digitaler Übertragungsrate bis zu neun.
Zu den Empfänger kommt das digitale Fernsehen über die Satelliten Asrtra oder Eutelsat entweder über das Kabel oder über eine Satellitenschüssel, die für Digital-Empfang geeignet ist. Modernere Parabolantenne sind zumeist bereits mit dem erforderlichen so genannten Low Noise Block, NLB, ausgestattet. Zusätzlich wird eine Set-Top-Box benötigt. Ein terrestrischer Empfang ist bisher nicht möglich. Auf längere Sicht wird das Analogfernsehen aufgegeben. Laut Kabitnettbeschluss wird die Verbreitung 2010 eingestellt.

Decoder, auch Set-Top-Box genannt:
Ein Decoder bereitet Daten so auf, dass sie am Fernseher - oder PC - dargestellt werden können. Der Begriff Set-Top-Box leitet sich von Set für TV-Set, also Fernsehgerät und on Top, also "oben" ab, da die Geräte zumeist auf dem Fernseher platziert werden.

Electronic Program Guide, EPG:
Ein menügesteuerter Programmlotse, der durch die Angebote führt. Die Sendungen lassen sich wie in einer Art virtueller Programmzeitschrift nicht nur auswählen, sondern auch elektronisch markieren.

Free-To-Air:
Als Free-To-Air werden Programme bezeichnet, für deren Empfang im Gegensatz zum Pay-TV keine zusätzlichen Gebühren erhoben werden. Knapp 140 Programme können zurzeit empfangen werden. Die Free-To-Air-Programmanbieter haben sich auf einen Standard geeinigt, der gewährleistet, dass interaktive Zusatzleistungen von Geräten mit Open-TV-Standard dargestellt werden können.

Interaktives Fernsehen:
Interaktives Fernsehen lässt sich kaum klar definieren. Allgemein wird darunter verstanden, dass die Zuschauer selbst in irgendeiner Form Einfluss nehmen können. Zurzeit beschränken sich die Möglichkeiten zumeist noch auf Gewinnspiele. Ob TV und PC tatsächlich zusammenrücken werden, was seit Jahren als "Konvergenz" der Medien verkündet wird, ist noch ungewiss. Technisch gesehen bietet digitales TV die Voraussetzungen für ein breit gefächertes Maß an Interaktion, vor allem, wenn die Kabelnetze rückkanalfähig gemacht werden. Bislang sind den Unternehmen vor allem Kauf- und Zusatzangebote zum Programm eingefallen.

Multimedia Home Platform:
Die Multimedia Home Plattform (MHP) soll als Standard für die neueren Geräte eingesetzt werden. Auch die von der Kirchgruppe entwickelte D-Box soll den Standard unterstützen. Eine offene, einheitlich und hardware-unabhängige Schnittstelle soll gewährleisten, dass in Zukunft Anwendungen wie E-Commerce, Homebanking und Spiele auf Set-Top-Boxen, Fernsehgeräten für Digitalempfang und Multimedia-Computern dargestellt werden können. Der Fernseher oder Computer würde auf diesem Wege zum Informationsterminal.

Pay-per-view:
Wenn die Gebühr sich am TV-Konsum orientiert, wird von pay-per-view gesprochen. Das Spektrum reicht von Programmbausteinen bis zu Einzelsendungen.

Pay-TV:
Als Pay-TV werden kommerzielle Programme bezeichnet, für deren Empfang eine Gebühr verlangt wird. Sie werden verschlüsselt ausgestrahlt. Ein Decoder bringt die Angebote auf den Schirm.

Programm:
Gegenüber dem Analogfernsehen und auch den derzeitigen Pay-TV-Angeboten wird der Kunde im zukünftigen Digital-TV tatsächlich zum Programmdirektor. Feste Sendeschemata spielen keine Rolle mehr, da die Daten zeitunbahängig übertragen werden können. Zur Navigation werden elektronische Programmführer, die mit Markern ausgestattet sind, verwendet. Die virtuelle Fernsehzeitschrift ersetzt die gedruckte Version.

Spartenprogramme:
Die größere Bandbreite im Digital-TV bei niedrigeren Kosten für den Sendebetrieb begünstigt die Entstehung sehr spezieller Kanäle. Schon lassen sich mehr als 80 Programme in deutscher Sprache via Digital-TV empfangen.

Video on demand:
Da Digital-TV keinen Signalfluss, sondern Datenpakete liefert, lassen sich Sendungen einzeln übertragen. Neben Premiere World, das dieses Verfahren bereits für Spielfilme nutzt, hat vor allem das Marburger Unternehmen Medianet auf diesem Feld Ambitionen. Geplant ist eine virtuelle Videothek, in der die Datenpakete gelagert werden. Der Kunde kann einzelne Filme abrufen und sie ähnlich komfortabel nutzen wie Filme, die auf einem realen Videorecorder laufen.

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