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04.02.2002

15:00 Uhr

Gold zur Primetime

Hohe Messlatte für Olympia-Quoten von ARD ZDF

Live ist live. Dieses Fernsehmotto gilt für die Olympischen Winterspiele in Salt Lake City mehr als für viele andere Sport-Großereignisse. Dank des Zeitunterschieds von acht Stunden fallen die meisten der 78 Entscheidungen in Deutschland zur besten Sendezeit zwischen 17 und 24 Uhr.

dpa HANNOVER. Gold zur Primetime - darauf und auf gute Einschaltquoten hoffen ARD und ZDF, die vom 8. bis 24. Februar mehr als 300 Stunden aus dem US-Bundesstaat Utah berichten. Der Konkurrenzsender RTL hat mit mehr als 13 Millionen Zuschauern beim historischen Sieg von Sven Hannawald auf der Skisprungschanze in Bischofshofen die Messlatte ungewöhnlich hoch gehängt.

Für die TV-Zuschauer werden es Winterspiele total. Neben ARD/ZDF berichten Eurosport (zeitversetzt rund um die Uhr) und erstmals der Pay-TV-Sender Premiere World aus Salt Lake City. Auf vier Kanälen können die Premiere-Abonnenten gleichzeitig und live den Kampf um Gold, Silber und Bronze verfolgen. Kanal Olympia 1 zeigt Höhepunkte und Zusammenfassungen. Der Abo-Sender der Kirch-Gruppe ist mit 40 eigenen Leuten vor Ort und hat Zugriff auf das Weltbild des amerikanischen Host-Broadcasters ISB. Möglich machte die Weltpremiere - erstmals werden Olympische Spiele umfassend im Pay TV gezeigt - der 125-Millionen-Euro-Vertrag zwischen Kirch und ARD/ZDF über die Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer in Japan und Südkorea.

ARD/ZDF betrachten die neue Konkurrenz gelassen. "Wir sind der Olympiasender. Bei gleichzeitiger Ausstrahlung im Free-TV haben Bezahlsender keine Chance", sagte ARD-Programmdirektor Günter Struve. Die Olympia-Kosten der öffentlich-rechtlichen Sender sind auf mehr als 41 Millionen Euro gestiegen. Rund 500 Mitarbeiter von ARD und ZDF berichten vor Ort in drei Schichten. "Die Dekoration für das gemeinsame TV-Studio ist per Schiff in die USA gebracht worden. Mit 36 eigenen Kameras können wir die deutschen Aspekte herausarbeiten und die Wettbewerbe mit moderner Computertechnik analysieren. Fünf Wettkampforte und fünf Berge sind eine logistische Herausforderung", erklärte Werner Rabe, der gemeinsame Olympia-Teamchef von ARD/ZDF.

Die tägliche Live-Berichterstattung läuft in der Regel von 16 Uhr bis 6 Uhr am nächsten Morgen. Zudem sind vormittags Zusammenfassungen sowie Hintergrundberichte vorgesehen. Das Thema Sicherheit wird nach den Ereignissen vom 11. September eine große Rolle spielen. Einige Mitarbeiter aus Redaktion und Technik haben laut Rabe ihre Olympia- Teilnahme wegen der Anschläge abgesagt. Angst vor neuen Terrorakten haben die Verantwortlichen von type="unknownISIN" value="ARD">ARD/ZDF aber nicht.

Alle TV-Sender haben als Experten Olympiasieger und ehemalige Olympia-Teilnehmer verpflichtet. Die ARD schickt unter anderen Katja Seizinger, Markus Wasmeier und Katarina Witt ins Rennen; für das ZDF sind Gunda Niemann-Stirnemann, Jens Weißflog und Alois Schloder am Mikrofon. Premiere World verpflichtete Norbert Schramm, Erich Kühnhackl und Frank Wörndl, bei Eurosport sind Frank-Peter Rötsch und Hans-Peter Pohl zu hören.

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