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18.01.2001

20:00 Uhr

slo DÜSSELDORF. Der Mann ist 60 Jahre, grauhaarig und alles andere als ein Start-up-Manager. Dennoch ist Keiji Tachikawa, Präsident der mächtigen japanischen Telefongesellschaft NTT Docomo mit I-Mode der Durchbruch beim mobilen Internet-Zugang gelungen. Jetzt soll sein I-Mode nach Europa kommen und Wap Konkurrenz machen. Die heimischen Mobilfunkanbieter kontern mit der neuen Übertragungstechnik GPRS, die den Zugang zum Web via Wap beschleunigen soll. Vorreiter ist hier Viag Interkom, die nächste Woche mit GPRS auf den Markt kommen. Eine Woche später folgt T-Mobil und Ende März die KPN-Tochter E-Plus. Wann Marktführer D2 Vodafone damit starten wird, steht noch nicht fest.

Die Anbieter von Wap-Diensten reagieren dementsprechend gelassen auf die Konkurrenz aus Fernost, die den Siegeszug von I-Mode in Japan mit bereits über 17 Mill. Nutzern in Europa wiederholen will. Sie erwarten sogar selber Vorteile: Anbieter von Inhalten fürs mobile Internet würden bei mehr Konkurrenz mehr und bessere Angebote machen, hofft Viag Interkom, was die Attraktivität der Dienste erhöhen würde. "Die Konkurrenz zwischen Wap und I-Mode wird die Wartezeit auf den mobilen Internet-Boom enorm verkürzen", sagt auch Karina Bond, Telekomexpertin bei dem britischen Marktforschungsinstitut Analysys. Welches Angebot sich durchsetzen werde, sei abhängig von den Inhalten. I-Mode hat schon mehr als 10 000 Diensten online. "Diesen Nachteil kann Wap via GPRS durch mehr Tempo ausgleichen", kontert aber Arno Wilfert, Telekom-Experte bei Arthur D. Little. Noch haben sich die Deutschen mit dem mobilen Internet nicht angefreundet. Es gibt zwar mehr als 3 Mill. Wap-Handys. Aber sie werden kaum als Internet-Zugang genutzt. Der Grund: Hohe Kosten. Etwa 40 Pfennig kostet die Minute bei einer geringen Übertragungsgeschwindigkeit. Das soll mit GPRS besser werden. Die Verbindungen werden nicht nach Zeit, sondern nach Datenmenge berechnet.

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