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14.01.2003

08:22 Uhr

Grand-Prix-Macher setzen auf Pop-Musik

Kanzler-Imitator will für Deutschland singen

Der Grand Prix Eurovision soll in diesem Jahr in Deutschland fast ausschließlich als Pop-Musik-Wettbewerb ohne Klamauk und Schlager über die Bühne gehen.

HB/dpa HAMBURG. Zu den 15 Kandidaten für die nationale Vorentscheidung am 7. März in Kiel, die am Montagabend in Hamburg offiziell bekannt gegeben wurden, gehört zwar auch Kanzler-Imitator Elmar Brandt ("Die Gerd Show") mit seinem neuen Song "Alles wird gut". Seine weniger prominenten Konkurrenten setzen aber nach Angaben ihrer Plattenfirmen fast durchweg auf internationale Pop- Trends. Klassische Schlager hingegen, die über Jahrzehnte bei dem traditionsreichen Musikwettstreit den Ton angaben, fehlen diesmal völlig.

Der Sieger der Qualifikation wird beim Finale des Eurovision Song Contest am 24. Mai im lettischen Riga für Deutschland singen. Im vergangenen Jahr war die deutsche Vertreterin Corinna May mit ihrem Ralph-Siegel-Song "I Can't Live Without Music" im Finale in Tallinn (Estland) gerade mal auf dem 21. Platz gelandet. Die Songs der diesjährigen Teilnehmer wurden bei der Präsentation durch den Norddeutschen Rundfunk (NDR), der den Vorentscheid in der ARD ausrichtet, nicht vorgestellt. Erst vom 7. Februar an werden die Beiträge, darunter neun deutschsprachige, zu hören sein.

Zu den Bewerbern um die Grand-Prix-Krone gehören "Der Junge mit der Gitarre", der für die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" an den Start geht, sowie die Sängerin Senait, die von der Berliner Tageszeitung "taz" ins Rennen geschickt wird. Erstmals stellen gleich drei Zeitungen - im Verbund mit Plattenfirmen - jeweils einen eigenen Kandidaten für die Kult-Veranstaltung. Antreten wird - entgegen allen Rückzugsankündigungen - auch wieder Grand-Prix-Veteran Ralph Siegel. Sein Schützling ist Sängerin Lou, die bei der Vorentscheidung 2001 bereits auf den dritten Platz kam.

Zu den weiteren Teilnehmern zählen die Bands Beatbetrieb, Vibe, Freistil, Lovecrush, Troje und Tagträumer im Duett mit Sängerin Aynur. Außerdem wollen die Solo-Künstlerinnen Charlemaine und Isgaard sowie die Musiker Elija, Sascha Pierro und Joachim Deutschland um das Ticket nach Riga singen.

"Nach Anhörung aller Titel freue ich mich darüber, dass Schlager und Klamauk in diesem Jahr keine Rolle mehr spielen", meinte NDR - Unterhaltungschef Jürgen Meier-Beer. Mit ihrer Auswahl setzten die Plattenfirmen, die die Teilnehmer für den Sängerwettstreit stellen, auf "echte Erfolgschancen Deutschlands im internationalen Finale".

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