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24.01.2003

10:21 Uhr

Giovanni Agnelli. Foto: dpa

Giovanni Agnelli. Foto: dpa

HB/dpa Der 81-Jährige sei am Freitagmorgen nach langer Krankheit im Kreise seiner Angehörigen gestorben, teilte die Familie Agnelli mit. Der Patriarch der Fiat-Gründerfamilie litt nach Medienberichten an Prostatakrebs und war im Vorjahr deshalb zwei Mal zu einer Spezialbehandlung in eine US-Klinik gereist. Zudem war er herzkrank.

Agnelli hatte 30 Jahre lang - von 1966 bis 1996 - den Fiat-Konzern als Präsident geleitet. Danach wurde er zum Ehrenpräsidenten ernannt und galt weiterhin als die graue Eminenz der Agnelli-Familie. Er spielte bis zuletzt eine wichtige Rolle bei der Suche nach einer Lösung der Fiat-Krise. Das größte italienische Unternehmen ist schwer verschuldet und ist dabei, einen Personalwechsel an der Spitze zu vollziehen. Einem ersten Sanierungsplan zufolge werden über 8000 Stellen gekürzt, ein entschlossener Schuldenabbau vorangetrieben sowie eine neue Modellpalette ins Auge gefasst. Allerdings geht der Streit über einen endgültigen Weg aus der schweren Krise weiter.

Ausgerechnet für Freitag war ein Treffen von 70 Mitgliedern der Familie in Turin angesetzt worden, bei dem sie Maßnahmen gegen die aktuelle Krise des Konzern debattieren wollten. "Agnelli wurde als stärkster Befürworter dafür angesehen, dass die Auto-Sparte in italienischen Händen bleibt", sagte ein deutscher Analyst. Und ein weiterer Analyst sagte: "Sein Tod bedeutet eine komplett andere Situation für das Unternehmen. Es ist nun eine offene Frage, was mit Fiat Auto passiert." Agnelli sei der Mann gewesen, dem man nachsagte, dass er an der Sparte festhalten wolle.

Agnellis Leiche wird den Angaben zufolge in der Turiner Fiat-Zentrale aufgebahrt. Die Beerdigung soll im engsten Familienkreis stattfinden. Kurz nach der Nachricht von Agnellis Tod unterbrach das italienische Fernsehen das Programm und brachte Sondersendungen.

In seinen Jugendjahren machte sich der gut aussehende Industrielle einen Ruf als Liebling des internationalen Jet-Sets. Seine Affären mit berühmten Schauspielerinnen trugen in Italien entscheidend zu seinem Mythos bei. Erst nach einem schweren Autounfall und seiner Heirat 1952 machte er sich ernsthaft daran, sich um die Firma zu kümmern.

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