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07.01.2002

15:24 Uhr

Greenspan-Rede am Freitag

Kaum marktrelevante US-Daten in dieser Woche

Nach den überwiegend positiv aufgenommenen US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag dürfte der Markt in dieser Woche mit einiger Spannung auf neue Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten warten. Am Freitag hatten die Aktienmärkte mit Kursgewinnen auf den US-Arbeitsmarktbericht für Dezember reagiert, der etwas freundlicher als von Experten erwartet ausgefallen war.

dpa-afx WASHINGTON. Das "Wall Street Journal" sah vor diesem Hintergrund in seiner Online-Ausgabe am Montag Anzeichen dafür, dass eine wirtschaftliche Erholung in den USA kurz bevorstehe oder möglicherweise bereits eingesetzt haben könne. Ein Ende der US-Rezession im Dezember sei denkbar, zitiert das Blatt Victor Zarnowitz, Senior-Partner beim Conference Board. Jedoch sei es noch zu früh, solch eine Feststellung zu treffen.

Nach einer Studie der DGZ DekaBank in Frankfurt liefert der jüngste US-Arbeitsmarkt noch keine Argumente für ein Ende der Rezession im vierten Quartal. Dagegen lägen die Frühindikatoren, insbesondere die Umfragewerte, bereits im positiven Bereich. Demnach sollte ein Ende der Rezession der USA "nicht in allzu weiter Ferne" liegen.

In dieser Woche werden die Zahlen für die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung aber nach Angaben von Experten zeigen, dass diese Daten volatil blieben. Volkswirte erwarten, dass die Zahl der Anträge in den letzten Wochen des Jahres 2001 verzerrt worden sein könnte. Es gebe Einzelberichte, wonach in Kalifornien die Anträge auf Arbeitslosenunterstützung auf das Jahr 2002 verschoben worden seien, weil die Vergütung im neuen Jahr attraktiver sei. Das könne zu einem nennenswerten Anstieg der Erstantragszahl in den ersten Wochen des Jahres 2002 führen, sagte Ian Morris, Volkswirt bei HSBC Securities in New York. Andere Analysten glauben trotz der möglichen Ausreißer bei den Erstanträgen, dass sich die Arbeitslosigkeit in den USA generell ihrem Höchststand angenähert hat.

Besonderes Interesse dürfte in dieser Woche, in der relativ wenig marktrelevante Konjunkturdaten aus den USA veröffentlicht werden, die Rede von US-Notenbank-Chef Alan Greenspan auf sich ziehen. Am Freitag wird er sich zum Zustand der US-Wirtschaft in San Francisco äußern. Es ist nach Angaben von Experten das erste Mal seit vielen Wochen, das der Zentralbankchef dazu etwas sagt.

DIENSTAG

Für Dienstag stehen um 16.00 Uhr die Fabrik-Auftragseingänge für verarbeitete Güter im November an. Der Mittelwert der Schätzungen von Wall Street-Analysten legt einen Rückgang dieser Kennziffer in diesem Monat um 2,5 % nahe nach einem Anstieg um 7,1 % im Oktober.

Am gleichen Tag um 21.00 Uhr werden die Verbraucherkredite für November veröffentlicht. Nach Einschätzung von Wall-Street-Volkswirten dürften diese im November um saisonbereinigt 5,6 Mrd. $ gestiegen sein. Im Oktober waren die Kredite um 7,1 Mrd. geklettert.

DONNERSTAG

Am Donnerstag werden um 14.30 Uhr die Import-Preise für Dezember bekannt gegeben. Wall-Street-Experten erwarten einen Rückgang um 0,5 % nach minus 1,6 % im November. Eine Abnahme der Einfuhr-Preise wäre die siebte in Folge. Die Export-Preise sind nach Schätzungen im Berichtsmonat um 0,3 % gefallen nach einem Rückgang von 0,4 % im November.

Ebenfalls um 14.30 Uhr veröffentlicht das US-Arbeitsministerium die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung. In der Woche bis zum 5. Januar wird die Zahl nach Berechnungen von Analysten um 14.000 auf saisonbereinigt 433.000 gefallen sein. In der Vorwoche wurde ein Anstieg von 36.000 auf 447.000 verzeichnet.

Um 16.00 Uhr stehen die Daten zu den Lagerbeständen des Großhandels im November an. Dem Mittelwert der Schätzungen von Wall-Street-Analysten zufolge ist die Lagerhaltung des Großhandels um 0,3 % zurückgegangen. Im Oktober war sie um 1,0 % rückläufig gewesen - die stärkste Verminderung dieser Bestände seit 1992.

FREITAG

Die für Freitag 14.30 Uhr erwarteten Daten zur Erzeugerpreisentwicklung im Dezember werden nach Schätzung der Experten eine Abschwächung der Produzentenpreise um 0,1 % zeigen. Die Kernrate, die die Preise für Lebensmittel und Energie unberücksichtigt lässt, dürfte jedoch einen Anstieg von 0,2 % aufweisen. Im November waren die Erzeugerpreise um 0,6 % gesunken, während die Kernrate bei plus 0,2 % lag.

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