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09.02.2001

14:20 Uhr

Griechische Zentralbank dementiert Verkauf von Euro-Reserven

Euro legt deutlich auf mehr als 0,92 $ zu

Der Euro hat am Freitag auf Kurse deutlich über 0,92 $ zugelegt, nachdem die griechische Zentralbank Spekulationen dementiert hatte, sie verkaufe Euro-Reserven. Zuvor hatten Spekulationen über eine Neuordnung der griechischen Zentralbankreserven den Euro auf ein Zwei-Wochentief von Kursen unter 0,9150 $ gedrückt.

Reuters FRANKFURT. Händler sprachen von geringen Umsätzen und wegen fehlender Konjunkturdaten von einem richtungslosem Handel. "Wir plätschern so vor uns hin, die Gerüchte über die griechische Notenbank waren bisher der Höhepunkt", sagte ein Frankfurter Händler. Grundsätzlich spreche die Stimmung am Markt weiterhin gegen den Euro. Auch der Yen geriet nach der Entscheidung der japanischen Notenbank, ihren Diskontsatz zu senken, unter Druck.

"Alle diese Gerüchte, die griechische Zentralbank verkaufe Euro im Zuge einer Restrukturierung ihrer Währungsreserven sind unbegründet", sagte der stellvertretende Notenbankgouverneur Nicholas Garganas der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag. In Folge dieser Äußerungen legte der Euro über 0,6 Cent zu. Händler führten die heftige Reaktion jedoch auch auf die insgesamt geringen Umsätze zurück.

Gegen 13.40 Uhr MEZ notierte der Euro bei einem Kurs von 0,9221/23 $, nach einer Schlussnotiz am Vortag in New York von 0,9176/80 $. Zuvor war der Euro auf bis zu 0,9133 $ gefallen. Im Referenzkursverfahren öffentlicher Banken wurde der Euro mit 0,9228 $ festgestellt nach 0,9224 $ am Donnerstag. Bei diesem Kurs kostete ein Dollar umgerechnet wie schon am Donnerstag 2,12 Mark.

Die Analysten der Hypovereinsbank schreiben in einem Marktkommentar, der diesjährige Tiefstkurs um 0,9115 $ werde jedoch voraussichtlich vor der Rede des US-Notenbankchefs Alan Greenspans vor dem Kongress in der nächsten Woche nicht erreicht. Bei 0,9250 $ sehen Analysten einen Widerstand.

Grundsätzlich gehe der Devisenmarkt derzeit nicht mehr von Kurssteigerungen der Gemeinschaftswährung aus. "Jeder weiß, dass sich die US abkühlt und die (US-Notenbank) Fed etwas dagegen tut. Das Wachstum in der Euro-Zone wird auch schwächer, aber die EZB tut nichts", fasste ein Händler die Stimmung zusammen. Nach Händlerangaben spiegele sich dieser Stimmungsumschwung auch im Optienenhandel wider. Euro-Verkaufsoptionen überstiegen dort zum ersten Mal seit drei Monaten die Kaufoptionen. "Der Euro ist bis letzten Monaten so schnell so weit gestiegen, dass ich nicht überrascht wäre, wenn die Korrekturphase noch ein bisschen anhält", sagte ein Händler in London.

Bereits am Donnerstag hatte Marktteilnehmer einen Euro-Kursverlust von über einem Cent mit der Enttäuschung des Marktes darüber begründet, dass der Euro nicht von Daten profitiere, die eigentlich eine stabile Konjunkturentwicklung in der Euro-Zone signalisierten. Am Freitag werden keine wichtigen Konjunkturdaten erwartet.

Der Dollar stieg nach der Zinsentscheidung der Bank of Japan (BOJ) gegen die japanische Währung ebenfalls auf den höchsten Stand seit fast zwei Wochen. Ein Dollar kostete 117,32/34 Yen nach 116,61/69 Yen am Vorabend in New York. Die japanische Notenbank (BOJ) hatte zuvor den eher symbolischen Diskontsatz - zu dem sich Banken bei der Bank von Japan Geld leihen - auf 0,35 von zuvor 0,5 % gesenkt, ließ aber zugleich ihren Schlüsselzins für Tagesgeld mit 0,25 % unverändert. "Die Senkung ist vor allem symbolisch und wird wenig dazu beitragen, um das Wirtschaftswachstum in Schwung zu bringen", sagte Neil MacKinnon von Merril Lynch in London.

Gold wurde in London beim Vormittagsfixing auf dem niedrigstem Stand seit dem 21. September 1999. Die Feinunze wurde mit 260,50 $ festgestellt.

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