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27.06.2000

20:45 Uhr

Großaktionär Rewe steigt von ProSieben auf Kirch Media um

Kirch gründet mit Axel Springer eine Senderfamilie

Die von dem Münchener Medienkonzern von Leo Kirch beherrschten Fernsehsender ProSieben, Kabel 1, N24 und Sat.1 werden zu einem Konzern zusammengefasst. An der neuen ProSiebenSAT.1 Media AG mit Sitz in Unterföhring bei München wird die Kirch Media KGaA künftig mit 52,52 % die Mehrheit halten. Das teilten die ProSieben Media AG und der Axel Springer Verlag am Dienstagabend in zwei getrennten Pflichtveröffentlichungen mit. Wie bei ProSieben werden auch im neuen Unternehmen die Aktionäre nicht viel zu Sagen haben: Kirch setzt weiter auf stimmrechtslose Vorzugsaktien.

Rtr/dpa/adn ISMANING/HAMBURG. Der Hamburger Verlagskonzern, der mit 41 % an dem Berliner Privatsender beteiligt war, wird zunächst mit 11,5 % Aktionär des neuen Fernsehkonzerns.

Dagegen steigt der Kölner Handelskonzern Rewe Holding AG, dem bisher 41 % der ProSieben-Stammaktien und damit 20 % an dem Unternehmen gehörten, bei ProSieben aus. Dafür erhält die Rewe sechs Prozent an der Kirch Media KGaA, in der Leo Kirch seine Free-TV- und Filmbeteiligungen hält. Kirch Media soll nach früheren Plänen im Jahr 2001 an die Börse gebracht werden.

Der Vertrag solle in Kürze unterzeichnet werden, teilte ProSieben Media am Dienstagabend mit. Das Vorhaben bedarf noch der Zustimmung der Kartell- und Medienbehörden.
Wie der Axel Springer Verlag mitteilte, wurde zugleich beschlossen, sich gegenseitig eine Option einzuräumen, die von Springer gehaltenen Anteile zu einem späteren Zeitpunkt an KirchMedia zu übertragen. In diesem Zusammenhang ist für die von Springer gehaltenen Anteile an der Sportrechteverwertungsgesellschaft ISPR (50 Prozent) eine analoge Regelung vorgesehen.

In den Vorstand der neuen Gesellschaft zieht neben den bisherigen ProSiebem-Vorständen Urs Rohner, Ludwig Bauer und Lothar Lanz der Sat.1-Manager Jürgen Doetz ein. Sat.1-Chef Fred Kogel wird langfristig in den Aufsichtsrat wechseln.

Verschmelzung bis Ende 2000

Durch die Verschmelzung von SAT.1 und ProSieben entstehe das größte deutsche Fernsehunternehmen mit einem Umsatz von rund zwei Mrd. Euro und einem Ergebnis vor Steuern in Höhe von rund 200 Mill. Euro, teilte KirchMedia mit. Die Integration der beiden Unternehmen soll bis Jahresende abgeschlossen sein. Der Unternehmenssitz der ProSiebenSAT.1 Media AG ist den Angaben zufolge Unterföhring bei München. Die Sender SAT.1, ProSieben und Kabel 1 blieben an ihren Standorten.

Die für die Umwandlung erforderlichen Beschlüsse sollen am 22. August auf einer außerordentlichen Hauptversammlung der ProSieben Media AG und auf einer außerordentlichen Gesellschafterversammlung von SAT.1 getroffen werden.

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