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04.06.2000

19:30 Uhr

Große Rendite mit kleinen Werten

Wertentwicklungsanalyse der Aktienfonds Asien-Pazifik ohne Japan

Schwerpunktmäßig sind die Fondsmanager von Carlson und Frontrunner auf dem Hongkonger Aktienmarkt unterwegs. Die Manager setzen auf eine nachhaltige Erholung der asiatischen Volkswirtschaften. Langsam zieht die Inlandskonjunktur wieder an.

HB/vwd FRANKFURT/M. Fondsmanagerin Anna Ho fährt eine Anlagestrategie, die vor allem auf asiatische Small Caps mit einer Marktkapitalisierung von maximal 200 Mill. US-$ setzt. Ihrem Carlson Fund Equity-Asian Small Cap hat diese Strategie eine Jahresperformance von über 126 % per April eingebracht. Damit ließ der Fonds sowohl alle Produkte der Konkurrenz als auch den Vergleichsindex MSCI Pacific ex Japan weit hinter sich.

Bei ihrer hoch riskanten Anlagestrategie geht Managerin Anna Ho nach einer streng ausgeklügelten Methode vor. Diese baut auf eine nachhaltige Erholung der asiatischen Volkswirtschaften. Im Rahmen des Erholungsprozesses seien Zyklen zu beobachten, in denen gewisse Branchen überdurchschnittlich profitierten. "Wir bewegen uns mit den Veränderungen im Markt und haben ständig neue Trends im Blick", sagt Ho. Habe sie viel versprechende Branchen erst einmal ausgemacht, investiere sie "aggressiv", um am Erfolg dieser ausgewählten Sektoren voll partizipieren zu können. "Derzeit haben wir rund 30 % der Fondsmittel in Aktien von Unternehmen investiert, die vom Outsourcing-Trend bei japanischen und US-Unternehmen profitieren", erklärt die Fondsstrategin.

Hohe Gewinnchancen und hohe Risiken

So stellen die Titel von Great Wall Technologies mit einem Depotanteil von über 4,5 % die größte Position im Portfolio dar. Der chinesische Hersteller optischer Systeme produziert auch Notebooks für IBM. Der malaysische Verpackungshersteller Globtronics folgt an zweiter Stelle mit einem Depotanteil von 4,37 %. Die Unternehmen ERG und Quality Health Care sind mit 4,32 und 4,07 % gewichtet.

Dass die offensive Anlagestrategie des Fonds auch erhebliche Risiken in sich birgt, verdeutlicht die Wertentwicklung des Carlson Fund Equity-Asian Small Cap im vergangenen Monat, als im Zuge der Korrektur an den Aktienmärkten Verluste von über 17 % anfielen. "Die Kehrseite von Engagements im Small-Cap-Segment ist, dass überproportionalen Gewinnchancen hohe Verlustrisiken gegenüberstehen", räumt Ho ein. Den höchsten Anteil des Depots nach Regionen machen mit rund 30 % nach wie vor Unternehmensanteile aus Hongkong aus. Titel aus Südkorea und Taiwan sind mit jeweils 13 % gewichtet.

Asiatische Märkte mit Wachstumsperpektive

Jacqueline Chen, Managerin des Frontrunner Far Eastern Value Fund, verfährt ebenfalls strikt nach der "bottom up"-Strategie. "Wichtig ist, dass die Aktien im Verhältnis zu den erwarteten Erträgen des Unternehmens eine relativ niedrige Bewertung aufweisen", sagt sie. Mit dieser Strategie erzielte sie im vergangenen Jahr einen Wertzuwachs von 74,69 %, was dem Fonds Platz vier in der Tabelle einbrachte. Dabei berücksichtigt Chen, die sich nur auf den ersten Blick vom klassischen Value-Ansatz leiten lässt, nur solche Unternehmen, die deutliche Steigerungsraten bei der Anlagenrendite aufweisen. "Es spielt überhaupt keine Rolle, ob ein Unternehmen zur Old oder New Economy gehört", sagt Chen.

Den höchsten Depotanteil des Frontrunner-Fonds stellt mit 7,1 % das Textilunternehmen Giordano aus Hongkong, das sich auf Grund einer Verschlankungskur sehr gut in der Asienkrise behauptet habe. Die Elektronik- und Halbleiterhersteller Samsung Elektronics (4,8 %) und Taiwan Semiconductor (3,6 %) folgen auf den Plätzen zwei und drei. Besonders übergewichtet ist der Fonds in Hongkong mit 32 % der Mittel. Malaysia und Singapur bilden mit 10 und 9 % ebenfalls regionale Schwerpunkte.

Die asiatischen Märkte bieten nach Ansicht der Expertin mittelfristig orientierten Investoren gute Chancen. Während die wirtschaftliche Erholung im vergangenen Jahr in erster Linie auf dem starken Export basiert habe, zeige nunmehr die Inlandskonjunktur in vielen asiatischen Staaten deutlich nach oben.

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