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18.01.2001

08:23 Uhr

Große Unsicherheit

Grenzen und Flughafen von Kongo wieder geöffnet

Auch in der zweiten Nacht nach dem Attentat blieb die Lage in Kinshasa ruhig. Nach Radio-Berichten zogen sich die Bewohner der fünf Mill. Einwohner zählenden Metropole in ihre Wohnungen zurück. Militärfahrzeuge patrouillierten in der Stadt.

dpa-afx NAIROBI/KINSHASA. Zwei Tage nach dem Attentat auf den Präsidenten der Demokratischen Republik Kongo (DRC), Laurent Kabila, hat die Übergangsregierung die Landesgrenzen des zentralafrikanischen Staates wieder geöffnet. Wie Informationsminister Dominique Sakombi am Mittwochabend im staatlichen Rundfunk erklärte, nehme ab dem heutigen Donnerstag auch der internationale Flughafen der Hauptstadt Kinshasa seinen Betrieb wieder auf. Die nächtliche Ausgangssperre sei fortan nur noch auf den Zeitraum von 21 bis 4 Uhr Ortszeit begrenzt.

Auch in der zweiten Nacht nach dem Attentat blieb die Lage in Kinshasa ruhig. Nach Berichten des Radiosenders BBC vom Donnerstag zogen sich die Bewohner der fünf Mill. Einwohner zählenden Metropole in ihre Wohnungen zurück. Militärfahrzeuge patrouillierten in der Stadt.

Nach wie vor herrscht in der Bevölkerung große Verwirrung über das Schicksal Kabilas. Nach den Schüssen, die ein Leibwächter Kabilas am Dienstag in der Präsidentenvilla auf ihn gefeuert hatte, hatten die ehemalige Kolonialmacht Belgien sowie Frankreich, Großbritannien und Simbabwe unter Berufung auf seriöse Quellen erklärt, Kabila sei tot.

Die Regierung in Kinshasa jedoch blieb bei ihrem Dementi des Todes. Nach kongolesischen Regierungsangaben ist Kabila schwer verletzt außer Landes geflogen worden. Sein Sohn Joseph Kabila übernehme bis zu seiner Genesung die Amtsgeschäfte, erklärte Sakombi. Auch nach einer Krisensitzung der Notstandsregierung blieb diese bei ihrer Version.

Ein Sprecher der Regierung in Simbabwe kündigte indessen für den heutigen Donnerstag einen ausführlichen Bericht über das Schicksal Kabilas an. Simbabwes staatliche Nachrichtenagentur Ziana hatte in Harare gemeldet, der angeschossene Präsident sei am Mittwochmorgen in seinem Flugzeug den Schusswunden erlegen, als er auf dem Weg zur Behandlung in Harare gewesen sei.

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