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06.04.2003

15:00 Uhr

Großes Insolvenzrisiko

Philip Morris will Kautionsreduzierung

Der Zigarettenhersteller Philip Morris USA hat in einem Verfahren wegen einer Klage eines Rauchers die Senkung der Kaution in Höhe von zwölf Mrd. Dollar (11,2 Mrd Euro) beantragt. Dem Unternehmen drohe andernfalls Insolvenzgefahr. Diesen Betrag soll der Tabakkonzern hinterlegen, um sicherzustellen, dass Kläger in einem Zigarettenprozess zu ihrem Geld kommen, wenn Philip Morris ein geplantes Berufungsverfahren verliert.

HB/dpa NEW YORK. Philip Morris USA, die amerikanische Zigarettensparte des weltgrößten Zigarettenherstellers Altria Group Inc., hält nur 1,2 bis 1,5 Mrd. Dollar für angemessen. Der Richter kann die von ihm verhängte Kaution reduzieren. Das Unternehmen dürfte in dieser Woche zudem auf ein neues Gesetz in Illinois drängen, um die Kautionszahlungen zu verringern. Dies hat die "New York Times" am Samstag berichtet. Ein Senatsausschuss in Illinois hatte allerdings am vergangenen Donnerstag einen entsprechenden Gesetzesentwurf abgelehnt.

In dem Verfahren im Bundesstaat Illinois hatte Richter Nicholas Byron eine Gesamtstrafe von 10,1 Mrd. Dollar verhängt. Philip Morris soll Raucher nicht darüber informiert haben, dass "leichte" Zigaretten ebenso gefährlich sein können wie normale Zigaretten. Die Strafe besteht zu 7,1 Mrd. Dollar aus Schadenersatz und zu drei Mrd. Dollar aus einer so genannten Strafentschädigung.

Philip Morris USA hat beantragt, dass die Strafentschädigung, die dem Bundesstaat Illinois zu Gute kommen soll, nicht gezahlt werden muss. Illinois habe mit Unterzeichnung des Gesamtabkommens zur Beilegung der Raucherklagen der US-Bundesstaaten von 1998 alle Ansprüche auf Strafentschädigungen fallen gelassen, erklärte das Unternehmen.

Dieser Vergleich mit den US-Bundesstaaten sieht Gesamtzahlungen von 206 Mrd. Dollar über einen langen Zeitraum vor. Philip Morris hatte zuvor mitgeteilt, dass man die im Rahmen dieses Vergleichs am 15. April fällige Zahlung von 2,5 Mrd. Dollar nicht machen könne, wenn die Kaution von zwölf Mrd. Dollar gezahlt werden müsse. Die anderen US-Bundesstaaten, die angesichts ihrer eigenen prekären Haushaltslage diese Mittel dringend benötigen, dürften den Richter zur Kautionssenkung drängen.

Die Altria-Aktien sind seit der Verhängung des Urteils in Illinois am 21. März um 19 % auf nur noch 28,30 Dollar eingebrochen.

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