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21.01.2003

16:38 Uhr

Großteil der türkischen Bevölkerung ist gegen einen Militärschlag

Keine Einigung über US-Nutzung von Stützpunkten

Die Türkei hat einen Zeitungsbericht zurückgewiesen, wonach sie den USA im Falle eines Irak-Krieges die Nutzung ihrer Militärstützpunkte zugesagt haben soll.

Reuters ANKARA/NEW YORK. "Ich habe lediglich gesagt, ... die Regierung hat dem Generalstab die Erlaubnis erteilt, diese Frage mit ihren Kollegen auf technischer Ebene zu erörtern", sagte der türkische Außenminister Yasar Yakis am Dienstag in Ankara. Der US-Generalstabschef Richard Myers hält sich in dieser Woche zu Gesprächen mit türkischen Armeevertretern in der Türkei auf.

Die "New York Times" hatte am Dienstag unter Berufung auf ein Gespräch mit Yakis berichtet, die Türkei wolle der Stationierung einer großen US-Truppe im Land zustimmen. Die Regierung rechne aber damit, dass beim Umfang der Truppen Rücksicht auf die öffentliche Meinung im Land genommen werden müsse. Umfragen zeigten, dass ein Großteil der türkischen Bevölkerung gegen einen Militärschlag gegen das Nachbarland sei.

Die türkische Regierung habe das Militär des Landes angewiesen, einen Plan auszuarbeiten, der es den USA erlaube, eine große Truppe an der türkisch-irakischen Grenze zu stationieren und die irakische Armee damit im Norden des Landes in Schach zu halten, hieß es in dem Zeitungsbericht weiter.

Die Stationierung ausländischer Truppen in der Türkei müsste vom Parlament genehmigt werden. Das Nato-Mitglied Türkei wäre für die USA eine wichtige logistische Basis in einem Irak-Krieg. Die türkische Regierung hat wiederholt vor den wirtschaftlichen Auswirkungen eines Irak-Krieges gewarnt und fordert für diesen Fall von den USA Entschädigungszahlungen.

Die USA und Großbritannien haben Irak mit einem Militärschlag gedroht, sollte das Land die Auflagen der Vereinten Nationen (Uno) nicht erfüllen und frei von Massenvernichtungswaffen sein. In der kommenden Woche berichten Uno-Waffenkontrolleure im Sicherheitsrat der Gemeinschaft über das Ergebnis ihrer Inspektionen in Irak.

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