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03.01.2001

17:39 Uhr

Gutachter soll Abweisung der Sammelklagen empfohlen haben

Weg für Entschädigungszahlungen offenbar frei

Drei Wochen vor dem für die Entschädigungszahlungen an ehemalige NS-Zwangsarbeiter entscheidenden Gerichtstermin in New York hat ein vom Gericht bestellter Gutachter die Abweisung der letzten noch anhängigen Sammelklagen gegen deutsche Banken empfohlen. Das berichtet die "Berliner Zeitung" in ihrer Donnerstagausgabe.

ap BERLIN. Wenn das Gericht dieser Empfehlung folge, was als sicher gelte, sei der Weg frei für die ersten Zahlungen an ehemalige NS-Opfer durch die deutsche Stiftung "Erinnerung, Verantwortung, Zukunft", hieß es. Nach Zeitungangaben bezeichnete der US-Anwalt Charles A. Stillman in seinem Gutachten die Entschädigungsstiftung als "bestmöglichen Kompromiss". Er empfehle daher die Abweisung der Sammelklagen, damit der für den Vollzug des Entschädigungsverfahrens notwendige Rechtsfrieden so schnell wie möglich hergestellt werden könne, schreibt das Blatt weiter.

Der Münchner Rechtsanwalt Michael Witti, der selbst tausende von früheren NS-Zwangsarbeitern vertritt, habe von einem "Meilenstein" auf dem Weg zu einem endgültigen Rechtsfrieden gesprochen. "Nach dieser Empfehlung des Gutachters wird sich die zuständige Richterin kaum noch einer Klageabweisung entziehen", sagte er nach Zeitungsangaben.

Am 24. Januar will das New Yorker Bezirksgericht den Angaben zufolge über die noch anhängigen Sammelklagen gegen Deutsche, Dresdner und Commerzbank entscheiden, mit denen frühere Holocaust-Opfer und ihre Erben Vermögensverluste aus der NS-Zeit geltend machen.

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