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16.03.2003

18:34 Uhr

Halber Betrag ist halbe Hilfe

UNHCR warnt vor humanitärer Katastrophe bei Irak-Krieg

Die Anträge für die Ausstattung mit Hilfsgütern liegen einem Sprecher der Uno-Flüchtlingsorganisation UNHCR zufolge zum Teil bereits seit Herbst vor. Doch die Geberländer hätten sich bislang geweigert, über die Anfragen zu entscheiden. Von 60 Mill.$, die etwa UNHCR benötigt, stünden derzeit nur 30 Mill. $ bereit, sagte Enda Savage von UNHCR.

HB KUWAIT-STADT. Die USA habe 15 Mill. $ bereitgestellt, 1,6 Mill. $ kämen aus Kanada, der Schweiz und Dänemark. Den Rest habe sich die UNHCR geliehen. Savage: "Mit der Hälfte des erforderlichen Betrages können wir aber nur die Hälfte der erwarteten Flüchtlinge versorgen."

Beobachter rechnen damit, dass im Kriegsfall mindestens 600 000 Iraker versuchen, in die Nachbarländer zu fliehen. Betroffen wären davon vor allem die Türkei, Iran und Jordanien, zu einem geringeren Teil auch Kuwait. In verschiedenen Camps sind entlang der irakischen Grenze bislang 32 000 Tonnen Nahrungsmittel eingelagert. Laut Antonia Paradela vom World Food Programme (WFP) reicht dies aus, um eine Million Menschen einen Monat lang zu versorgen - zu mehr nicht. Auch das WFP, das stets als eine der ersten die Versorgung in Krisenregionen übernimmt, klagt über eine massive Unterfinanzierung. Statt der nötigen 23,5 Mill. $ seien bisher nur 7,5 Mill. $ überwiesen worden.

"Erst wenn der Krieg begonnen hat, werden die Hilfszusagen kommen", sagte Savage. "Doch es wird allein zwei bis drei Wochen dauern, bis Decken da sind, die Lieferzeit für Zelte kann Monate dauern." Zwar könne man die Uno-Reserve in Kopenhagen anbrechen. Doch was geschehe, wenn es zeitgleich in Afrika zu einer Katastrophe kommt?

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