Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.01.2002

15:02 Uhr

Halbleiter-Krise setzt bayerischer Elektronik-Industrie zu

Mehr Lederhose, weniger Laptop

Bayerns Elektronik-Industrie hat anscheinend stärker unter der Halbleiter-Krise stärker gelitten als die Branche in Deutschland insgesamt.

Reuters MÜNCHEN. Der Umsatz der bayerischen Unternehmen, die fast ein Drittel des deutschen Branchenumsatzes ausmachen, sei im vergangenen Jahr um 4,3 % auf 50,4 Mrd. Euro gesunken, sagte der Landesvorsitzende des Industrie-Verbandes ZVEI, Anton Kathrein, am Mittwoch in München. Dagegen sei die Branche in ganz Deutschland nach Hochrechnungen noch um zwei Prozent gewachsen. Ein Jahr zuvor hatten die Elektronik-Firmen aus Bayern noch ein Rekordwachstum von 17 % verzeichnet.

Die elektronischen Bauelemente und die Handy-Branche seien im Abschwung Vorreiter und in Bayern überproportional vertreten, begründete Kathrein die Entwicklung im Freistaat. Der Export sei mit minus 6,1 % überdurchschnittlich stark eingebrochen. Die Unternehmen hätten in den ersten vier Monaten noch viel "auf Halde" produziert, so dass die Produktion insgesamt noch um 4,6 % gestiegen, im letzten Quartal aber um rund neun Prozent zurückgegangen sei. Die bayerischen Unternehmen hätten nochmals 3000 Stellen aufgebaut und beschäftigten nun 218 000 Menschen. Der Aufbau sei nun aber abgeschlossen. Große bayerische Firmen wie Siemens und Infineon haben zuletzt mehr als 20 000 Arbeitsplätze abgebaut.

Mit Blick auf die Auftragseingänge ist der ZVEI auch für das laufende Jahr pessimistisch. Allenfalls eine Steigerung um ein Prozent sei realistisch, sagte Kathrein. Im ersten Halbjahr 2002 werde es weiter abwärts gehen, erst nach der Sommerpause sei ein Wiederanspringen der Konjunktur möglich. Im abgelaufenen Jahr hätten die Unternehmen nach der Hochrechnung des ZVEI 15 % weniger Aufträge erhalten als im Boomjahr 2000.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×