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22.04.2014

06:00 Uhr

36 ist nicht gleich 36

Warum fallen Größen so unterschiedlich aus?

VonChristoph Kapalschinski

Ein britisches und ein US-amerikanisches Maßsystem, gerundete Längen, Innenmaß oder Außenmaß: Alles Gründe, warum Größe 36 mal kleiner, mal größer ausfällt. Manche Hersteller wollen dem Kunden auch einfach eine Illusion verkaufen.

Unterschiede nicht nur bei der Farbe: Je nach Hersteller fallen die Größen unterschiedlich aus. dpa

Unterschiede nicht nur bei der Farbe: Je nach Hersteller fallen die Größen unterschiedlich aus.

Schuh- und Kleidergrößen sind notorisch unzuverlässig. Der Lederschuh in Größe 44 passt, doch beim Sneaker muss es plötzlich 46 1/2 sein. Und dann stehen auf dem Etikett auch noch weitere verwirrende Angaben – englische Größen, amerikanische Größen ...

Was im Laden allenfalls ärgerlich ist, ist für den Online-Handel ein echtes Problem. Zalando zum Beispiel, das als Schuhladen im Internet angefangen hat, meldet, dass mehr als die Hälfte der Produkte zurückgeschickt werden. Viele Menschen nämlich lassen sich gleich zwei oder drei Paare in verschiedenen Größen schicken – in der Hoffnung, dass eines davon passt. Das verursacht riesige Kosten.

Eigentlich dürfte es das Größen-Wirrwarr gar nicht geben: Denn eigentlich orientiert sich die Skala – wie die anderen Größensysteme auch – an einheitlichen Längen. Ausschlaggebend ist in diesem Fall ein sogenannter französischer Stich, der früher einmal die Länge eines Nähstichs ausmachte. Ein Größen-Schritt beträgt dann 6,67 Millimeter.

Die zehn größten Mythen um das Körpergewicht

Alles in Maßen

Hilft Schokolade beim Abnehmen oder macht sie dick? So richtig geklärt ist die Wirkung des süßen Stoffes bis heute nicht. Aber es gilt: Alles ist erlaubt, wenn es nur in Maßen genossen wird - das gilt sowohl für schlanke als auch für etwas kräftigere Menschen.

Ohne Abendessen ins Bett

Es ist ein Irrglaube, dass nur dickere Menschen durch Fette krank werden: Man kann auch innerlich verfetten. Dann sammelt sich das Fett in Körperregionen, die für das Auge unsichtbar bleiben. Die Folge: Herz und Leber etwa umgibt Fett und das kann zu Diabetes oder Herz-Kreislauferkrankungen führen. Um Abzunehmen, hilft es im Übrigen nicht, das Abendessen ausfallen zu lassen. Das führt eher zu noch mehr Heißhunger, vor allem in der Nacht.

Ausgewogene Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung mit Kohlenhydraten, Proteinen und Fetten tut dem Körper am besten - dann entstehen auch keine Fettpolster. Denn auch Menschen mit einem normalen Körper-Masse-Index verstecken Fett in ihrem Körper. Denn sie ernähren sich teilweise zu fettig oder zu süß, bewegen sich dabei auch noch zu wenig. Gleichzeitig essen sie aber nicht genug, um übergewichtig zu werden.

Dicker und gesünder

Länger schon ist bekannt, das dicke aktive Menschen oft gesünder sind als die dünnen, aber wenig aktiven Menschen. Das zeigt sich vor allem im Sterblichkeitsrisiko. Auch ist es ein Trugschluss, dass bei einem Saunagang wirklich Gewicht verloren geht: Tatsächlich wurde nur Wasser ausgeschwitzt. Der Gesundheit tut er aber trotzdem gut.

Stoffwechsel

Sumo-Ringer, die nicht gerade ein Beispiel für besonders schlanke Menschen sind, haben häufig ein besseres Stoffwechselprofil als Menschen, die zwar schlank sind, aber keinen Sport machen. Die Erklärung ist denkbar einfach: Das Fett legt sich bei ihnen nicht um die inneren Organe, sondern lagert direkt unter der Haut. Sport ist also wichtig. Unwichtig hingegen ist, mit welcher Herzfrequenz man Sport treibt. Hauptsache man tut es.

Fettpolster

Durch bewusste Ernährung und Bewegung kann man die Fettpolster im Inneren schnell wieder loswerden, vielleicht sollte man dann aber auf eine Gans wie hier im Bild gezeigt, verzichten. Allerdings ist es auch ein Trugschluss, dass jedes Fett sofort auf die Hüfte wandert - das passiert nur, wenn wir unserem Körper zu viele Kalorien zuführen.

Light-Produkte

Light-Produkte enthalten weniger Zucker und auch Fett. Soweit so gut - über den Kaloriengehalt sagt das allerdings nur wenig aus. Denn sie enthalten oft auch Süßstoffe, die den Appetit anregen und machen damit den Hunger nur noch größer.

Zahl der Mahlzeiten

Man kann es gar nicht oft genug sagen: Es kommt darauf an, wie viele Kalorien man täglich zu sich nimmt - und nicht wie oder wann man ist. Denn bis heute gibt es keine wissenschaftliche Studie, die beweist, dass drei große Mahlzeiten besser wären als fünf kleine. Übergewicht entsteht nicht dann, wenn man ausgewogen isst, sondern bei dem, was man dazwischen isst - wie Chips oder Gummibärchen.

Lebensmittel

Gibt es Lebensmittel, die dem Körper weniger Kalorien zuführen, als der dann für ihre Verdauung benötig wird? Nein, obwohl es ein weitverbreitetes Gerücht und die ultimative Anleitung für eine Diät sein soll, ist das eigentlich Quatsch. Sie wirken höchstens ein bisschen unterstützend.

Jojo-Effekt

Aufpassen sollten Menschen, die gerne abnehmen möchten, vor allem auf den sogenannten Jojo-Effekt. Um wirklich dauerhaft abzunehmen, ist es notwendig, dass die Ernährung dauerhaft umgestellt wird.

Tatsächlich messen aber die Hersteller von verschiedenen Nullpunkten aus. Die meisten nehmen das Innenmaß, manche aber auch das Außenmaß. Zudem runden einige Marken die Schritte.

Andere wiederum orientieren sich eigentlich am amerikanischen System und rechnen die Größe nur ganz grob auf das europäische um. Dabei liegt das ursprüngliche US-System, das sich an der Längeneinheit Barleycorn (ein Drittel Zoll) orientiert, jeweils eine Viertelgröße hinter dem ähnlich angelegten britischen Maßsystem zurück.

Kommentare (1)

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22.04.2014, 10:36 Uhr

Das ist der Grund, warum es so viele Retouren im Versandhandel gibt! Die hersteller wollen sich mangels geistiger Fähigkeit nicht auf eine Größe einigen, sondern lieber den Verbraucher beschuldigen. Wieso hat jeder Mensch, bei einen Körper, 5 Größen. Auch Schuhe passen von 43 - 45, obwohl die Füße nicht wachsen bzw. schrumpfen. Für jede Retoure soll der Händler an den Kunden 100 Euro zahlen und jeder Mensch hat wieder nur eine Größe!

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