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17.01.2014

17:27 Uhr

Ärzte und Bundesregierung

Lange Wartezeiten beim Arzt sollen sinken

Gut jeder fünfte gesetzlich Versicherte wartet mehrere Wochen auf einen Arzttermin. Ärzte und Bundesregierung wollen die langen Wartezeiten in Zukunft verhindern. Die Ansätze dafür sind unterschiedlich.

Wartezimmer einer Arztpraxis: Kassenpatienten sollen innerhalb von vier Wochen einen Arzttermin erhalten. dapd

Wartezimmer einer Arztpraxis: Kassenpatienten sollen innerhalb von vier Wochen einen Arzttermin erhalten.

BerlinÄrzte und Bundesregierung wollen lange Wartezeiten auf einen Arzttermin künftig verhindern. Allerdings gibt es dabei unterschiedliche Ansätze. Unzulänglichkeiten bei den Wartezeiten seien keine Einzelfälle, sagte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) am Donnerstagabend beim Neujahrsempfang der Ärzteschaft in Berlin. Der scheidende Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Köhler, meinte, die Zeiten seien insgesamt nicht besonders lang, aber man arbeite an Lösungen für Fälle übermäßigen Wartens.

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Gröhe lehnte den jüngsten Vorschlag der Bundesärztekammer für eine „dringliche Überweisung“ für schnellere Facharzttermine nicht ab - hielt aber an anderslautenden Koalitionsplänen fest. Schwarz-Rot will die Ärzteschaft zur Einrichtung von Servicestellen verpflichten, über die Kassenpatienten binnen vier Wochen einen Termin erhalten.

Gröhe sagte, wenn die vorgeschlagenen unterschiedlichen Überweisungen ihren Sinn entfalteten, hätten die Servicestellen dann weniger zu tun. Von den Ärzten waren ablehnende und skeptische Kommentare zur geplanten Vier-Wochen-Frist gekommen.

Gemäß einer Umfrage im Auftrag der KBV von 2011 wartete gut jeder fünfte gesetzlich Versicherte (22 Prozent) mehrere Wochen auf einen Arzttermin. Gar keine Wartezeit hatten 32 Prozent.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Ridikuel

20.01.2014, 10:42 Uhr

Als Selbstzahler (PKK mit hohe Selbstbeteiligung ca. 3.000 p.A.) trete ich meinem Arzt in der verlängerten Rücken, wenn ich warten muß... da der Gute vom meinesgleichen lebt, nur überleben kann, wird es sich das auch genau überlegen und die Konsequenz aus der aus der sozialistischen Ecke kommenden Forderung einer Gleichbehandlung wird lediglich eine vermehrten Zunahme der nur auf Privatpatienten ausgerichteten Praxen und Kliniken sein (s. Großbritannien) und kaum ein „Kassenarzt“ wird das überleben… Geld regiert nun mal die Welt, trotz einiger Lauterbachs und Wagenknechts!

Medizinstudent

20.01.2014, 15:58 Uhr

In dringenden Fällen erhält jeder in angemessener Wartezeit einen Termin und wenn ich eine Vorsorgeuntersuchung beim Radiologen/Gynäkologen oder wo auch immer brauche, darf ich doch wohl durchaus 5-6 Wochen oder auch 2 Monate warten, so etwas ist ja schließlich planbar. Und wenn der Wunscharzt nun mal keinen Termin frei hat, muss man es halt bei einem anderen Arzt versuchen oder eben warten. Die Frage ist doch vielmehr, warum Ärzte keine früheren Termine vergeben, entweder weil sie am Limit arbeiten (dann bringt jede gesetzliche Pflicht nichts, außer, dass die Zeit die sich der Arzt für die Patienten nimmt noch weiter sinkt). Oder es liegt an den finanziellen Anreizen, dass viele Ärzte durch Budgetierung und andere Rationierungssysteme am Ende des Quartals draufzahlen, dann sollte man sich überlegen, ob dieses System vielleicht Fehlanreize schafft..

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