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10.10.2013

14:50 Uhr

Aktuelle Studie

Europa drohen Stromversorgungsengpässe

Das Beratungsunternehmen Capgemini sieht die Netzstabilität in Europa gefährdet. Laut einer Studie könnte ein kalter Winter zu Versorgungsengpässen führen. Der Energiemarkt müsse daher reformiert werden.

Windenergieanlagen im Landkreis Märkisch-Oderland nahe Mallnow, Brandenburg: „Kurzfristig könnte ein sehr kalter Winter zu Versorgungsengpässen führen und die Netzstabilität gefährden.“ dpa

Windenergieanlagen im Landkreis Märkisch-Oderland nahe Mallnow, Brandenburg: „Kurzfristig könnte ein sehr kalter Winter zu Versorgungsengpässen führen und die Netzstabilität gefährden.“

BerlinDie Wirtschaftskrise, dramatische Preisänderungen auf den Energiemärkten und der schnelle Ausbau erneuerbarer Energien bedrohen nach einer aktuellen Studie die Strom-Versorgungssicherheit in Europa. „Kurzfristig könnte ein sehr kalter Winter zu Versorgungsengpässen führen und die Netzstabilität gefährden“, fasste Energieexperte, Andreas Weiler, das Ergebnis einer Studie des Beratungsunternehmens Capgemini zusammen. Doch auch langfristig bedrohe die instabile Situation die Sicherheit der Energieversorgung.

Die Studie warnt, Gaskraftwerke, die zur Bewältigung von Spitzenbelastungen notwendig seien, würden wegen mangelnder Rentabilität geschlossen und die Reserven für den Winter, wie etwa Gas in unterirdischen Speichern, seien deutlich geringer als in den vergangenen Jahren.

Rund 60 Prozent der auf Gas basierenden Kapazitäten seien derzeit unrentabel und könnten bis zum Jahr 2016 geschlossen werden. Denn wegen der anhaltenden Wirtschaftskrise in Europa und des wachsenden Angebots erneuerbarer Energien seien die Gaskraftwerke immer weniger ausgelastet, heißt es in der Studie. Außerdem litten die Anlagen unter dem Boom der Kohlekraftwerke, die von niedrigen Weltmarktpreisen für das schwarze Gold und niedrigen Preisen für CO2-Zertifikate profitieren.

Eine umfassende Reform des europäischen Energiemarktes sei dringend notwendig, betonte Weiler. Dazu gehöre eine Reform des Emissionshandelsystems, der Aufbau eines Kapazitätsmarkts auf europäischer Ebene und ein kontrolliertes Wachstum der erneuerbaren Energien.

Capgemini ist ein internationales Beratungsunternehmen mit Sitz in Frankreich. Es beschäftigt 125.000 Mitarbeiter in 44 Ländern. Der weltweite Umsatz im Jahr 2012 betrug 10,3 Milliarden Euro.

Von

dpa

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

10.10.2013, 14:35 Uhr

Das macht nix.

Der dicke Altmaier und die anderen erheben künftig von den Stromverbrauchern eine Netzsicherheitsabgabe nach dem Verursacherprinzip, und führen die an Frankreich und andere daran interessierte Länder ab, damit die sich vor den Auswirkungen der Klimareligion auf deutsche Gehirne schützen können.
Voilà!

Account gelöscht!

10.10.2013, 15:37 Uhr

Genau so wirds wohl kommen Gurkenmurkser. Alles kommt halt eben so, wie es kommen muss. Die glorreichen Erneuerbaren sind nicht grundlastfähig, die Politik hat es versäumt für Stromspeicherungsmöglichkeiten zu sorgen (ist auch teuer und schlecht praktikabel), also müssen bei Wind- und Sonnenflaute konventionelle Kraftwerke bereitstehen. Die großen Versorger fordern dieser Tage ja (nicht gänzlich zu Unrecht) ein Entgelt dafür, dass nicht rentable konventionelle Kraftwerke für diesen Fall betriebsbereit gehalten werden müssen. Damit wird in Kürze die 30 Cent-Marke pro kwh schneller erreicht, als viele glauben, denn diese Chose wird auch wieder dem Privatverbraucher aufgehalst. Deutschland leistet sich den absurden Luxus, zwei Kraftwerkspark nebeneinander laufen zu lassen, während Straßen und Brücken verrotten! Und es würde mich am Ende nicht wundern, wenn wir Atomstrom aus französischen und tschechischen Atomkraftwerken beziehen müssen während wir abgeschriebene und betriebsbereite Kraftwerke in Deutschland dichtmachen und demontieren. So ein Schwachsinn.

Account gelöscht!

10.10.2013, 18:55 Uhr

Ich rechne damit, dass innerhalb eines Jahres das EEG für Neuanlagen gekippt wird.

Wenn dies aber nicht der Fall sein sollte und der Wahnsinn weiter ungebremst wie bisher seinen Lauf nehmen sollte, wäre ein zeitlich überschaubarer Blackout möglichst mit europaweiten Auswirkungen das Beste, das uns passieren könnte. Dann würden nämlich auch die inkompetenten Politiker und unsere Physikerkanzlerin, die es eigentlich besser wissen müsste, gezwungen sein, ihre Energiepolitik um 180 Grad zu drehen.

Das Schlimmste dagegen, was passieren könnte, wäre ein allmähliches Ausscheiden der konventionellen Kraftwerke, so dass diese nicht mehr zur Verfügung stünden. Das kann geschehen, weil sie einfach altersschwach geworden sind, und niemand so dumm sein wird, Ersatzbauten vorzunehmen. Schließlich will sich ja niemand neue Verlustbringer ans Bein binden. Das kann unter Umständen sogar noch schneller geschehen, wenn etwa nach Herunterfahren dieser Kraftwerke und ihre Herabstufung zu bloßer Kaltreserve zu einem Auszug der qualifizierten Mitarbeiter führt, ohne die das Kraftwerk nicht betrieben werden kann. (Siehe Stellwerksprobleme bei der Bahn.)

In einem solchen Worst-case-Szenario würde ein Blackout nicht mehr beherrschbar sein. Er könnte Monate dauern und uns alle in die Steinzeit zurückkatapultieren.

Solange aber die Kraftwerke noch betriebsbereit sind, könnte ein Blackout mit viel Mühe nach Stunden oder je nach Ausmaß auch nach Tagen wieder überwunden werden.

Frau Merkel spielt nicht nur mit der Wirtschaftskraft Deutschlands, sondern, da Blackouts oft mit Todesfällen verbunden sind, auch mit Leben und Gesundheit der Menschen.

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