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18.08.2014

11:18 Uhr

Allergien

Wenn das Immunsystem überreagiert

Sie niesen, haben Atemnot oder rote Augen: Allergiker reagieren empfindlich auf harmlose Stoffe wie Blütenpollen. Auch bestimmte Inhaltsstoffe in Nahrungsmitteln sind Allergie-Auslöser. Immer mehr Menschen sind betroffen.

Eine Ärztin trägt in der Hautklinik am Nürnberger Klinikum Substanzen auf die Haut einer Patientin auf. Mit dem so genannten Prick-Test sollen die Stoffe gefunden werden, die bei der Patientin zu Allergien geführt haben. dpa

Eine Ärztin trägt in der Hautklinik am Nürnberger Klinikum Substanzen auf die Haut einer Patientin auf. Mit dem so genannten Prick-Test sollen die Stoffe gefunden werden, die bei der Patientin zu Allergien geführt haben.

StuttgartHeuschnupfen oder Asthma, Durchfall oder Übelkeit - Allergien sind Überreaktionen des Immunsystems auf eigentlich harmlose körperfremde Stoffe. Der österreichische Kinderarzt Clemens von Pirquet prägte zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Begriff, der übersetzt in etwa „Fremdeinwirkung“ bedeutet. Der Mediziner hatte beobachtet, dass manche Menschen beim Kontakt mit bestimmten Stoffen heftige Hautausschläge oder Atemwegsprobleme bekamen.

Heute sind mehr als 20.000 Allergieauslöser bekannt - neben Blütenpollen und Insektengiften auch viele Nahrungsmittel: Milch, Nüsse, Weizen, Fisch, rohes Obst und Gemüse oder bestimmte Gewürze. Hautreaktionen, Niesattacken, Atemnot, Übelkeit und Erbrechen sowie im schlimmsten Fall ein Kreislaufzusammenbruch können die Folge sein. Ursache ist in der Regel nicht das Lebensmittel als Ganzes, sondern nur ein bestimmter Inhaltsstoff.

Bei Problemen, die mit dem Verzehr von Lebensmitteln zusammenhängen, deren Ursache aber unklar ist, spricht man von „Pseudoallergien“. Auslöser können unter anderem Farb- oder Konservierungsstoffe, künstliche Aromen oder Geschmacksverstärker sein. Experten schätzen die Zahl der behandlungsbedürftigen Nahrungsmittel-Allergiker in Deutschland auf fünf bis sieben Prozent der Bevölkerung: Jeder fünfte erwachsene Bundesbürger hat nach jüngsten Studien eine Allergie gegen die unterschiedlichsten Erreger, vom Hausstaub bis zum Nickel. Allein die Zahl der Erwachsenen mit Heuschnupfen ist in den 90er Jahren um 70 Prozent auf etwa zwölf Millionen Patienten gestiegen.

Von

dpa

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