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30.07.2014

10:01 Uhr

Alternative Energien

Windräder werden immer größer

VonGeorg Weishaupt

Windenergie in Deutschland steuert auf ein neues Hoch zu. Gerade die Investitionen in besonders leistungsfähige Anlagen boomen. Die Verunsicherung über die Zukunft des Sektors nährt derzeit den Boom beim Ausbau.

Ein Konvoi von Transportern mit Windradflügeln: Die Investitionen in die leistungsstarken Anlagen boomen. dpa

Ein Konvoi von Transportern mit Windradflügeln: Die Investitionen in die leistungsstarken Anlagen boomen.

DüsseldorfDie deutschen Windstromerzeuger haben im ersten Halbjahr einen Aufschwung erlebt. An Land wurden Windräder mit einer Leistung von zusammen 1.723 Megawatt installiert. Das waren 66 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau VDMA Power Systems und der Bundesverband Windenergie (BWE) am Dienstag mitteilten. Windräder mit einer Leistung von 3.300 bis 3.700 Megawatt könnten dieses Jahr installiert werden. Das schätzen der Bundesverband Windenergie und der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer VDMA. Hoffnungen macht der Boom im ersten Halbjahr. Die Leistung der neu installierten Windkraftanlagen stieg gegenüber dem Vorjahr um 66 Prozent auf 1.723 Megawatt. Das ergeben die Zahlen, die beide Verbände von der Deutschen Windguard errechnen ließen.

Treiber für den Boom ist die Diskussion über die Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG). „Da die Investoren unsicher waren, was das EEG 2014 bringen würde, haben sie Windenergieprojekte an Land mit Hochdruck realisiert“, sagte Lars Bondo Krogsgaard, Mitglied des Vorstands von VDMA Power Systems. Lange war umstritten, wie das EEG ausfallen würde. Insbesondere gab es Diskussionen, welchen Mindestabstand ein Windrad zur Wohnbebauung einhalten muss. Außerdem war offen, ob der von der Politik geplante Ausbaukorridor auch den Austausch alter gegen neue Anlagen (Repowering) einbezieht.

Viele Investoren rechneten mit einer Verschlechterung der Bedingungen und zogen ihre geplanten Investitionen vor. Solche Vorzieheffekte gab es schon in den Vorjahren. Aber in den ersten sechs Monaten haben sich die Effekte verstärkt, auch weil in den Bundesländern viele neue Flächen für Windenergieanlagen ausgewiesen wurden.

Im Norden stehen zwar schon die meisten Windmühlen Deutschlands. Dennoch führt Schleswig-Holstein auch im ersten Halbjahr mit 443 Megawatt die Liste der Neuinstallationen an. Doch Bayern holt auf und landet mit 141 Megawatt auf Platz sechs. Überhaupt ist der Anteil der südlichen Bundesländer an der im Land installierten Windenergieleistung leicht auf rund 13 Prozent gestiegen.

Das Repowering wird immer wichtiger. So wurden im ersten Halbjahr Windräder mit einer Leistung von 267 MW aufgebaut. Sie ersetzen Anlagen, die bislang 64 MW leisteten. Die neuen Anlagen sind wesentlich leistungsfähiger als die alten. Heute schaffen sie durchschnittlich 2,6 MW. Vor zehn Jahren waren es erst gut 1,5 MW. Die Rotoren sind deutlich länger und drehen sich auf immer höheren Türmen. Zum Jahresende werden voraussichtlich Anlagen mit einer Leistung von mindestens 37.000 Megawatt ins deutsche Stromnetz eingespeist werden können.

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Diese Windräder haben es in sich

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Kommentare (5)

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Herr Rainer Feiden

30.07.2014, 11:33 Uhr

Es ist unwichtig, wie gross die Anlagen mittlerweile gebaut werden. Entscheidend ist, wieviel physikalische Arbeit sie dauerhaft und zuverlässig verrichten. Und das ist ernüchternd: die installierte Leistung der mittlerweile 24.000 Windkraftanlagen liegt mitterweile bei 34,6 Gigawatt (Angabe des Fraunhofer Institutes).

Diesselben 24.000 Windkraftanlagen waren gestern an der deutschen Stromerzeugung mit zeitweise schlappen 500 MW beteiligt. Warum? Wegen WINDFLAUTE. Windflaute kommt vor. Wirklich! An diesem Umstand werden auch 1 Million Windräder nichts ändern. In der Mathematik bleiben 1 Million mal Null eben NUUUUULLLLLL.

Warum werden eigentlich keine 500 Meter hohen Monster gebaut? Dann könnten wir uns noch besser an der installierten Leistung berauschen! Das die Dinger dann bei Windflaute keinen Strom produzieren, also keine Arbeit verrichten? Wen juckts noch? Hauptsache die Kohle stimmt.

http://www.agora-energiewende.de/service/aktuelle-stromdaten/stromerzeugung-und-verbrauch/?tx_agoragraphs_agoragraphs[controller]=Graph#scroll_TxAgoraGraph_PowerGeneration_0443d17a82d07c16aea9a0392683151f46badc18

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30.07.2014, 12:20 Uhr

Windmühlen wie die gesamte Abzockerbranche der Erneuerbaren Energieerzeuger waren, sind und bleiben Wetterabhängig und damit komplett technik- und wirtschaftsfeindlich. Es ist ja nicht nur so, dass bei Flaute oder Schwachwind die Windmühle still steht, sondern auch bei Sturm/Orkanwind muss sich die Windmühle zur ihrer eigenen Sicherheit aus den Wind drehen.
So ein Schwachsinn wie die Energiewende/Erneuerbare Energiesystem ist nur mit einen Zwangs-Subventionsgesetz EEG zu Lasten der wertschöpfenden und wohlstandsschaffenden Wirtschaft/Industrie gehen.

Herr Rainer Feiden

30.07.2014, 14:31 Uhr

@Norbert K
Ja, da haben Sie sicher Recht. Der Zubau geht munter weiter, obwohl man über keinerlei Speichermöglichkeiten verfügt, die großtechnisch verfügbar und billig wären. Michl zahlts ja.

Das Problem wäre dennoch einfach zu lösen, indem man den Betreibern "Erneuerbarer Anlagen" die Kosten dieses "Kapazitätsmarktes" (Bereithaltesubvention) aufhalsen würde. Es kann doch nicht sein, dass bei demnächst 30% Marktanteil der heilsbringenden "Erneuerbaren" immer noch das Prinzip "Produce and forget" gilt, und diese Betreiber keinerlei Verantwortung für Versorguzngssicherheit und Netzstabilität zeigen, oder? Also: wenn wir zukünftig noch etwas haben wollen , dass halbwegs die Bezeichnung "Markt" verdiente, müssen diese "Erbeuerbaren" marktfähig werden. Das ginge über Speicher (geht aber offenbar doch nicht, da es diese dann bereits gäbe) oder über die Absicherung der Volatilität über den "Kapazitätsmarkt". Die Betreiber müssten dann bei Stadtwerken und Versorgern GRUNDLAST kaufen.

Nur: wenn die Betreiber das machen, sind sie pleite.

http://www.handelsblatt.com/technologie/das-technologie-update/energie/energiewende-wie-ein-kapazitaetsmarkt-funktionieren-koennte/10263340.html

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