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15.11.2013

06:00 Uhr

Altersvorsorge

Wie viel gesetzliche Rente ist drin?

„Die Rente ist sicher.“ Dieser Satz gilt schon lange nicht mehr – im Gegenteil. Viele machen sich angesichts der hohen Beiträge, die sie einzahlen, Illusionen. Nur die wenigsten werden aber die maximale Rente beziehen.

Die gesetzliche Rente wird für viele als Altersvorsorge nicht reichen. dpa

Die gesetzliche Rente wird für viele als Altersvorsorge nicht reichen.

Wer sich nur auf seine gesetzliche Rente verlässt, kann den gewohnten Lebensstandard im Alter nicht halten. Dennoch machen sich viele angesichts der hohen Beiträge, die sie einzahlen, noch immer Illusionen darüber, was sie am Ende rausbekommen.

Die Rentenversicherung hat nachgerechnet: Selbst wer 45 Jahre lang Höchstbeiträge gezahlt hat, kommt 2013 „nur“ auf eine Monatsrente von 2 320 Euro. Der Höchstbeitrag liegt derzeit etwas über 1 000 Euro im Monat und wird in Westdeutschland ab einem Einkommen von 5 800 Euro im Monat fällig. Dennoch werden nur die wenigsten die maximale Rente beziehen. Denn kaum jemand erreicht die dafür erforderlichen 45 Beitragsjahre, zum Beispiel weil man erst mit Ende 20 das Studium abgeschlossen hat.

Möglichkeiten bei der Altersvorsorge

Betriebliche Altersvorsorge (1)

Jeder Arbeitnehmer hat das Recht, bis zu vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung – 2011 sind das 2640 Euro - steuer- und sozialabgabenfrei in die betriebliche Altersvorsorge einzuzahlen.

Betriebliche Altersvorsorge (2)

Zusätzlich können weitere 1800 Euro lohnsteuerfrei investiert werden. Insgesamt können 4440 Euro in eine Direktversicherung oder eine Pensionskasse fließen. Der Verbreitungsgrad der Betriebsrenten ist in Deutschland noch immer gering. Vor allem bei kleineren und mittleren Unternehmen führt die Betriebsrente noch immer ein Schattendasein.

Riester-Rente (1)

Der Staat bezuschusst die private Altersvorsorge mit Zulagen und Steuervorteilen. Riester-Sparer erhalten derzeit 154 Euro Grundzulage pro Person und 185 Euro für jedes Kind. Für Nachwuchs, der nach 2008 geboren ist, gibt es sogar 300 Euro.

Riester-Rente (2)

Voraussetzung für die volle Förderung ist, dass der Sparer vier Prozent seines jährlichen Bruttolohns einzahlt, wobei bis zu 2100 Euro gefördert werden. Außerdem können Beiträge bis zu dieser Höhe steuerlich geltend gemacht werden. Förderberechtigt sind grundsätzlich Angestellte sowie Beamte und deren Ehepartner.

Rürup-Rente (1)

Die Rürup-Rente richtet sich in erster Linie an Selbstständige. Sparer können einen wachsenden Teil der Einzahlungen von der Steuer absetzen.

Rürup-Rente (2)

Aktuell sind es 72 Prozent, bis 2025 soll der Anteil auf 100 Prozent ansteigen. Pro Jahr sind steuerbegünstigte Einzahlungen von bis zu 20.000 Euro (40.000 Euro für Verheiratete) möglich.

Früher wurden dafür Ausbildungsausfallzeiten bei der Rente gutgeschrieben, doch die sind den zahlreichen Rentenspargesetzen weitgehend zum Opfer gefallen. Dennoch ist die Rendite der Rentenbeiträge immer noch positiv. Das liegt vor allem an der Rentenbezugsdauer. Mit 19 Jahren leben die Menschen heute nach Rentenbeginn im Durchschnitt mehr als doppelt so lange wie bei der Einführung der dynamischen Rente 1957.

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Kommentare (6)

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adolf

15.11.2013, 09:56 Uhr

Die Entwicklung des demographischen Faktors war allen Politikern bekannt, aber dem wurde nicht Rechnung getragen oder es war nicht wahlrelevant genug. Zusätzlich zum gesetzlichen Rentenbeitragsabzug hätte nur jeder von seinem Lohn oder gehalt einen Teilbetrag zwischen 0,5 und 1 %, hälftig AG und AN in einen Pensionsfond einzahlen müssen und jeder hätte dann selbst entscheiden können. ob er zwischen 60 und 65 wann in Rente gehen kann, je nach Höhe der Zusatzeinzahlung. Während die Rentenkassen der "Plünderung" ausgesetzt waren, hätte dieses beim Pensionsfond mit gesetzlichem Schutz nicht passieren können. Auch eine zusätzliche Einzahlung in eine Privatversorgung hätte damalig mit steuerlicher Unterstützung dem Bürger angeboten werden können ähnlich der VWL- Leistung und das ganze mit Riester und Rürup wäre hinfällig gewesen.Diese Gesamtvorschläge mit Beispielrechnungen habe ich vor ca. 25 Jahren einem hiesigen Landtagspolitiker vorgestellt. aber es wurde anscheinend nicht weitergegeben,aber mündige und kritische Bürger sind eben nicht gefragt "wo kommen wir denn dahin!"

TobiasderGrosse

15.11.2013, 11:22 Uhr

Positive Rendite?
Wer 45 Jahre lang monatlich 1000€ einzahlt hat am Ende 540.00€ eingezahlt.
Wenn er danach im Schnitt 19 Jahre lang 2320€ Monatsrente bekommt, sind das insgesamt 528.960€ Auszahlung. Also macht er 11.000€ Verlust (mit Inflation sogar noch mehr).

Ein Generationenvertrag funktioniert nur bei einer konstanten Bevölkerunsstruktur.

Es wäre zweifelsohne effizienter und gerechter, wenn jede Generation für sich selbst rentenbeiträge sparen würde. Selbst wenn man das Geld dann einfach beim BuPrä Unters Kopfkissen legen würde, hätte man eine bessere Rendite als jetzt!

GeraldStoehr

15.11.2013, 11:22 Uhr

Neben der Plünderung der Gesetzlichen Rentenkasse findet inzwischen eine Vermarktung der Zukunftssicherung statt. Zu viele wollen daran mitverdienen, sodaß am Ende für die Zukunftssicherung nicht mehr viel übrig bleibt. Die Jugend wird auf ein falsches Gleis gelockt, obwohl alle Versprechungen nicht einlösbar sind. Es werden sich noch mehrere Finanz- und Wirtschaftskrisen, Bankenkrisen, entwickeln, für die unsere Bürger als Steuerzahler in Anspruch genommen werden.
Für diese politischen Fehlentwicklungen wird somit unser Gemeinwohl in Anspruch genommen.
Die Gesetzliche Rente muß also sicher gemacht werden. Der erste Schritt muß sein, daß die jetzt dafür bereitgestellten Steuermittel in die Rentenkassen fließen. Alle Politkerversprechen müssen aus Steuermitteln aufgestockt werden. Alle Wahlversprechen an Alte und Junge dürfen nicht aus der Rentenkasse genommen werden, da dadurch nur eine Schwächung stattfindet.
Wahlversprechen sollten aus Steuermitteln eingelöst werden. Das setzt einen verantwortlichen Umgang mit den vorhandenen Mitteln voraus. Vor der Wahl sollte nur das versprochen werden, was auch einlösbar ist. Auch in unseren Parlamenten gibt es noch solche Politker, die verantwortlich sind.

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