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22.08.2013

11:54 Uhr

AOK-Report

Alkohol und Aufputschmittel am Arbeitsplatz

Stress ohne Abschalten, anhaltender Druck, Jobängste - die anstrengende Arbeitswelt kann den Griff zur Flasche oder zu anderen Suchtstoffen befördern. Die AOK hat am Donnerstag dazu neue Zahlen vorgelegt.

Tabletten aus einem Amphetamin-Pulver: Immer mehr Arbeitnehmer in Deutschland nehmen laut Krankenkassen aufputschende Mittel. dpa

Tabletten aus einem Amphetamin-Pulver: Immer mehr Arbeitnehmer in Deutschland nehmen laut Krankenkassen aufputschende Mittel.

Berlin/HamburgImmer mehr Beschäftigte fehlen bei der Arbeit wegen Suchterkrankungen, die durch Alkohol, Rauchen oder Medikamente bedingt sind. Die Zahl der durch die Einnahme von Suchtmitteln verursachten Arbeitsunfähigkeitstage stieg in den vergangenen zehn Jahren um rund 17 Prozent an, wie aus dem am Donnerstag von der AOK in Berlin vorgelegten Fehlzeiten-Report hervorgeht. Während im Jahr 2002 noch 2,07 Millionen dadurch hervorgerufene Fehltage registriert wurden, waren es im Jahr 2012 bereits 2,42 Millionen.

Hauptursachen sind laut der Untersuchung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK Alkoholkonsum und Rauchen. So entfallen demnach fast 44 Prozent aller suchtbedingten Fälle von Arbeitsunfähigkeit auf Alkohol. "Die Sucht ruiniert nicht nur die Gesundheit der Betroffenen", erklärte AOK-Vorstand Uwe Deh. Sie habe auch massive Folgen für die Wirtschaft. "Allein die Kosten von Alkohol- und Tabaksucht belasten die deutsche Wirtschaft jährlich mit etwa 60,25 Milliarden Euro", hob Deh hervor.

Beschäftigte greifen nach Ansicht von Experten aber auch öfter zu leistungssteigernden Mitteln. Zur Bewältigung beruflicher Stresssituationen hätten nach der Befragung immerhin fünf Prozent der Arbeitnehmer in den vergangen zwölf Monaten Medikamente wie beispielsweise Psychopharmaka oder Amphetamine eingenommen, erklärte Deh. Die Dunkelziffer dürfte noch erheblich größer sein, zeigte sich der AOK-Vorstand überzeugt. Studien zeigten, "dass viele Menschen bereit sind, bei hoher Arbeitsbelastung stimulierende Mittel einzunehmen."

Kommentare (2)

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Steamhammer

22.08.2013, 11:49 Uhr

Man fragt sich, welche Bären sich diese dümmliche "Leistungsgesellschaft" noch ganz freiwillig aufbinden lässt, zum Schaden Aller.
Wie könnten erfolgreiche Therapien aussehen?

Der Erfolg diese "süchtigen Arbeitsgesellschaft" lässt sich genau bemessen:

In Europas grösstem Niedriglohnsektor, in immer mehr Arbeitsverdichtung, in den Zuständen auf den Jobcentern, im zwischenmenschlichen Klima unter den meisten Deutschen, gegen das eine Tiefkühltruhe Tropencharakter besitzt , in immer weniger Kindern oder in der Hatz auf Schwächere.--In Selbstaufgabe also

Das sind wirklich tolle Wirkungen!! Ähnlich zerstörerisch, als würde man gleich Kokain, Heroin und Amphetamine nehmen, runtergespült mit ner Flasche Rum.

Account gelöscht!

22.08.2013, 13:30 Uhr

>>Zur Bewältigung beruflicher Stresssituationen hätten nach der Befragung immerhin fünf Prozent der Arbeitnehmer in den vergangen zwölf Monaten Medikamente wie beispielsweise Psychopharmaka oder Amphetamine eingenommen, erklärte Deh. Die Dunkelziffer dürfte noch erheblich größer sein, zeigte sich der AOK-Vorstand überzeugt. Studien zeigten, "dass viele Menschen bereit sind, bei hoher Arbeitsbelastung stimulierende Mittel einzunehmen."<<

Schon verständlich, im globalen Kampf um Wachstum und Marktanteile - es geht um alles oder nichts-, sind so ein paar "Mittelchen" doch das mindeste, was man dem Proletaria abverlangen darf. Schliesslich nehmen auch die elitären Studenten und Professorenkreise das ein oder andere NCT-48 (Limitless). Die Neuroethik ist schon längst eine Farz, damit geht auch einher, dass das Papier auf dem das BMG geschrieben steht, an seinen Ränder vergilbt und unzählige Kaffeetassen auf dem Buckel hat. Die Arbeitnehmer verantworten nur Ihre Leistungsfähigkeit, natürlich ist der Markt nicht blind für diesen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen Amphe, Mitarbeiter und verbesserten Quartalszahlen. Nochmal, die Neuroethik ist nur eine Fahne im Winde der Angst vor Arbeitsplatzverlust.

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