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30.12.2014

11:40 Uhr

Arzneimittel

Viele Krebsmittel vor der Zulassung

VonMaike Telgheder

Die Pharmabranche will im neuen Jahr zahlreiche neue Medikamente herausbringen. Vor allem eine große Anzahl von Arzneimitteln zur Bekämpfung von Krebs stehen vor der Markteinführung.

Neue Präparate: 2015 sollen eine zweistellige Zahl neuer Krebsmedikamente die Zulassung erhalten. dpa

Neue Präparate: 2015 sollen eine zweistellige Zahl neuer Krebsmedikamente die Zulassung erhalten.

Beim Thema Innovationen kann sich der Pharmastandort Deutschland derzeit sehen lassen: 49 Medikamente mit neuem Wirkstoff sind 2014 hier auf den Markt gekommen, und für das neue Jahr stehen schon weitere zahlreiche Neuentwicklungen in den Startlöchern.

Allein 20 Medikamente sind laut der aktuellen Statistik des Verbands der forschenden Pharmaunternehmen bereits von der Europäischen Arzneimittelbehörde zugelassen, aber noch nicht auf dem deutschen Markt eingeführt. 15 weitere haben eine Zulassungsempfehlung, und fast drei Dutzend Medikamente befinden sich noch im Zulassungsprozess. Auch wenn erfahrungsgemäß nicht jedes Mittel, das sich im Prüfverfahren befindet, auch tatsächlich zugelassen wird und auf den Markt kommt, so zeigt sich dennoch, dass der Innovationsprozess in der Branche deutlich an Fahrt gewonnen hat.

Durchbruch bei Krebstherapien

Dank der großen Fortschritte bei der Entschlüsselung des Genoms in den vergangenen Jahren gibt es viele neue Krebstherapien. Der Verband der Arzneimittelhersteller rechnet damit, dass 2015 eine zweistellige Zahl neuer Krebsmedikamente die Zulassung erhalten wird, darunter mehrere gegen Schwarzen Hautkrebs sowie Lungen-, Magen- und Eierstockkrebs sowie Leukämien.

Mehrere dieser Medikamente machen sich dabei die Wirkung von Immunzellen zunutze. Ein Hautkrebs-Mittel der US-Biotechfirma Amgen beispielsweise nutzt Viren für den Angriff auf den Tumor: Zunächst bringt das Mittel den Tumor zum Platzen, in einem zweiten Schritt spüren die weißen Blutkörperchen die Krebszellen, die sich im Körper ausgebreitet haben, auf und bekämpfen sie. Erhält der Amgen-Wirkstoff namens Talimogen laherparepvec (T-VEC) die Zulassung, wäre das die erste Therapie in der neuen Arzneimittelklasse der onkolytischen Immuntherapien.

Für Patienten mit stark erhöhtem Cholesterinspiegel und einem entsprechend hohen Infarkt- und Schlaganfallrisiko wird in Zukunft eine neue Klasse an Cholesterinsenkern auf den Markt kommen. Hier sind unter anderem die Firmen Sanofi und Regeneron, aber auch Amgen sowie Pfizer aktiv.

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