Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.11.2013

09:48 Uhr

Atomausstieg

Elektrobranche sieht Chancen durch Energiewende

Die Probleme der Energiewende werden viel diskutiert. Doch die Elektroindustrie sieht in dem Projekt auch eine Perspektive für deutsche Unternehmen – und lobt die umstrittene Reform des EEG-Gesetzes.

Die Energiewende bietet auch Perspektiven, findet die Elektrobranche. dpa

Die Energiewende bietet auch Perspektiven, findet die Elektrobranche.

BerlinIn der Debatte über die Energiewende in Deutschland wird nach Ansicht der Elektroindustrie zu viel über die Risiken und zu wenig über die Chancen gesprochen. Der stellvertretende Präsident des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI), Michael Ziesemer, sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Wenn über die Energiewende diskutiert wird, dann leider weniger über die Chancen.“ Das Multi-Milliarden-Projekt biete für deutsche Unternehmen die Perspektive, hier entwickelte und erprobte Technologien weltweit zu verkaufen.

Die von Union und SPD bis Ostern 2014 angekündigte Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) geht aus Sicht des Verbandes in die richtige Richtung. Andere Industrieverbände wie der BDI sehen die Umsetzung der Energiewende wesentlich skeptischer.

„Wir haben Probleme mit dem EEG deswegen, weil die Energiewende mit einer installierten Leistung von 65 Gigawatt bei den erneuerbaren Energien so ein gigantischer Erfolg ist“, meinte Ziesemer zur Ökostrom-Förderung, deren Kosten laut Koalitionsvertrag begrenzt werden sollen.

Das Wachstum der Wind-, Solar-, Wasser- und Bioenergie biete dennoch enorme Möglichkeiten für die deutsche Elektrotechnik: „Da ist enormes Potenzial entstanden. Es gibt nun die große Chance, dass wir das, was wir im deutschen Markt umsetzen und lernen, in die Weltmärkte tragen.“ So sei der Wandel von konventionellen zu regenerativen Energien auch in China oder den USA ein großes Thema.

Sinkende Investitionen der Unternehmen wegen zurückgefahrener Subventionen für deutsche Ökostrom-Erzeuger befürchtet der Verbands-Vize nicht. Wichtig sei aber die zeitliche Taktung: „Das muss in Schritten passieren, damit man nicht zu einem abrupten Stopp kommt. Ich glaube, dass nennenswerte Schritte in Richtung von mehr Markt möglich sind.“

Staatliche Unterstützung für die Grundlagenforschung etwa bei der Elektromobilität hält Ziesemer für sinnvoll. „Man muss schauen: Wofür nehme ich Geld in die Hand? Uneingeschränkt dafür bin ich, wenn es um Forschung, Entwicklung und Ausbildung geht“, betonte er. Subventionen für Produkte wie Elektroautos seien dagegen schwierig zu beurteilen.

Kommentare (10)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

HofmannM

29.11.2013, 10:04 Uhr

Schwachsinn, was die Elektroindustrie da von sich gibt!
Mit der Energiewende sägt die Elektroindustrie an dem Wirtschaftsast, auf dem diese noch sitzt!
Die Energiewende macht Strom in Deutschland zum Luxus-/Mangelgut und damit ist Schluss mit Lustig in der Elektorbranche! Die Elektroindustrie lebt nicht von den EEG-Energiewende Zwangssubventionen, sondern von einen funktioniertenMarkt! Um so mehr Energie in einer Gesellschaft vorhanden ist um so besser für die Elektorindustrie! Mehr bezahlbare Energie/Strom wohlgemerkt!

Account gelöscht!

29.11.2013, 10:09 Uhr

Recht hat der Mann! Natürlich bietet ein Diebstahl auch Chancen, und zwar für den Dieb. Da wir Stromverbraucher uns mittlerweile weit mehr als 20 Mrd EUR pro Jahr stehlen lassen, möchten natürlich viele etwas von der Beute abhaben.

Ich gebe allerdings zu, dass begrenzte Gelder für Forschung und Entwicklung sinnvoll sein können - Millionen sind ok aber nicht Milliarden. Es ist wie immer eine Frage der Quantität.

vandale

29.11.2013, 10:34 Uhr

Für Elektroinstallationsbetriebe ist die "Energiewende" in der Tat ein grossartiger Markt. Millionen Installationsaufträge zur Installation der chinesischen Solartechnik und ein andauerndes Reparaturgeschäft werden generiert.

Im Vergleich, die Leittechnik moderner Grosskraftwerke wird von ein paar Grossunternehmen wie Siemens, AREVA, Emerson beherrscht. Die Ausrüstung eines Grosskraftwerks mit Leittechnik beschäftigt einige hundert MA für ein paar Jahre.

Wenn man jedoch anstelle von z.B. ein paar umweltfreundlichen Kernkraftwerken zig-Millionen umweltschädlicher Solaranlagen installiert ist der Aufwand um ein Vielfaches grösser. Da der Solarstrom entsprechend Tageszeit, Jahreszeit und den Launen des Wetters in das Netz eingespeist wird, ist dieser in einem bedarfsgesteuerten Netz wertlos.

Letztlich ist das vergleichbar mit dem Auslöffeln des Bodensees. Es wird eine sinnlose, lediglich ökoreligiös erklärbare Beschäftigung zu Lasten der Gesellschaft geschaffen.

Vandale

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×