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03.09.2013

06:00 Uhr

Ausgabenniveau

Welches Land leistet sich den größten Sozialstaat?

Heute wird in vielen Staaten ein großer Teil des Bruttoinlandsprodukts für Sozialleistungen ausgegeben. Das Land, das immer wieder für seine zu hohen Renten kritisiert wird, liegt dabei allerdings nicht an der Spitze.

Sozialleistungen: In Griechenland werden immer wieder zu hohe Renten kritisiert – zurecht? dpa

Sozialleistungen: In Griechenland werden immer wieder zu hohe Renten kritisiert – zurecht?

Deutschland hat zwar den ältesten Sozialstaat unter den Industrienationen, aber bei weitem nicht den teuersten. Die Bismarcksche Sozialgesetzgebung startete 1884 mit der Gründung der Unfallversicherung. Selbst Großbritannien, obwohl früher als Deutschland industrialisiert, begründete seinen Wohlfahrtsstaat erst 1897 also über zehn Jahre später.

Den gemessen an der Wirtschaftsleistung größten Sozialstaat leistet sich nach Daten der OECD Frankreich. Dort werden 32,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für staatliche Sozialleistungen ausgegeben. In Deutschland sind es trotz der nach wie vor hohen sozialen Folgekosten der Wiedervereinigung nur 26,2 Prozent – mit sinkender Tendenz. Die für ihre angeblich überhöhten Renten kritisierten Griechen  kommen mit 23,5 Prozent aus. Schweden, ebenfalls ein klassischer Wohlfahrtstaat, senkte sein Ausgabenniveau in den vergangenen zehn Jahren von über 30 auf 27,6 Prozent.

Ob ein Staat sich seine Sozialausgaben leisten kann hängt nicht zuletzt davon ab, wie sehr die arbeitende Bevölkerung dadurch belastet wird. Das zeigt sich am besten an der Steuer- und Abgabenquote. Auch da nehmen die Franzosen mit 45 Prozent, die vom Einkommen für die Kosten des Staates und die Einkommensumverteilung draufgehen eine Spitzenstellung ein. Deutschland liegt nach Daten der OECD bei 37 Prozent.

Kommentare (4)

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Alternativlos

03.09.2013, 08:07 Uhr

Einkommen, Wohlstand, Verschuldungen, Lebensqualität und ökonomische Prosperität hängen auch und gerade von einer soliden Wirtschafts-, Finanz-, Bildungs-, Steuer-, Geld- und Währungspolitik ab. Und wir müssen uns leider eine neue multinationale Währung mit vielen anderen Eurostaaten teilen, die sich in einer gefährlichen Schieflage befinden.

Welche Folgen dies für unser eigenes Land hat und noch haben wird, kann man recht gut an den Einkommens- und Vermögensentwicklungen beobachten (siehe EZB-Bericht). Die Eurosüdzone steckt in der Überschuldungs- und Wettbewerbsfalle, wir in der Transfer- und Bürgschaftsfalle des Euro.

Wir befinden uns auf einem guten Weg, die Hilfen sind zeitlich befristet, das haben wir fest vereinbart, Deutschland hat nur vom Euro profitiert, der Euro ist alternativlos und nach der Bundestagswahl kommt die Rechnung - zum Glück nur für uns hier.

Account gelöscht!

03.09.2013, 11:40 Uhr

"Welches Land leistet sich den größten Sozialstaat?"
Interessante Fragen, interessante Antworten.

Noch investigativer wäre aber die Frage:
Welches Land kann sich einen großen (bzw. den größten) Sozialstaat LEISTEN? GR? F? D?

Vash

03.09.2013, 13:25 Uhr

1. Haben (ungleich) Leisten können
2. Welches dieser Länder zahlt Sozialleistungen auch an Ausländer? Da fällt mir nur Deutschland ein... warum wohl...

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