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13.07.2013

17:30 Uhr

Autan und Co.

Was steckt eigentlich in Mückenschutzmitteln?

Es ist der Sommer der Stechmücken. Die Überflutungen in Süd- und Ostdeutschland bieten den Insekten ein Brutparadies. Vielerorts werden Mückenschutzmittel knapp. Doch woraus bestehen die Sprays und Cremes eigentlich?

Anti-Mücken-Sprays wirken laut Studienergebnissen sicher bis zu drei Stunden lang. dpa

Anti-Mücken-Sprays wirken laut Studienergebnissen sicher bis zu drei Stunden lang.

BerlinErst kam das Wasser, dann kamen die Mücken: Menschen in den von der Flut betroffenen Gebieten waren in den vergangenen Wochen gleich doppelt gestraft. Nach dem kalten Winter führten der relativ warme Sommer und das Hochwasser in vielen Regionen zu einer Massenbrut von Stechmücken, wie Johannes Ziegler vom Berliner Centrum für Reise- und Tropenmedizin sagt. „Chemische Mittel zur kurzfristigen und großflächigen Bekämpfung von Mücken sind in Deutschland nicht mehr zugelassen, so dass schnell wirksame Maßnahmen in der jetzigen Akutphase nicht möglich sind“, heißt es in einer Mitteilung der Staatskanzlei Sachsen-Anhalt vom Mittwoch. Deshalb müssen sich die Menschen selbst schützen. Vielerorts wurden Insektensprays knapp.

„Es ist wirklich extrem“, sagte eine Sprecherin des Mückenschutz-Fabrikats Anti-Brumm, „wir hatten vom ersten Tag des Hochwassers an sehr viele Nachfragen.“ Dass der Verbrauch in den Hochwasserregionen „außergewöhnlich hoch“ sei, bekam auch die Marke Autan zu spüren. Es könne lokal zu Engpässen kommen, hieß es. Dabei ist die Firma nach eigenen Angaben im Sommer auf zusätzlich erhöhten Bedarf eingestellt.

Doch mit was für Stoffen sprühen sich die Deutschen da eigentlich so fleißig ein? Nach Einschätzung von Monika Schäfer-Korting, Pharmakologin und Professorin der Freien Universität Berlin, gibt es drei gängige Substanzen. Sie sind unter verschiedenen Handelsnamen erhältlich - und je nach Wirkstoff und Konzentration in verschiedenen Ausführungen wie „forte“, „sensitiv“ oder „naturbasiert“.

Überschwemmung: Wie verhalte ich mich richtig?

Wie schützt man Gefährdete sowie Hab und Gut?

Bei einer drohenden Überschwemmung ist es wichtig, sich zunächst ein aktuelles Bild der Lage zu machen, sei es durch Rundfunk, Fernsehen oder Internet. Als erstes sollten gefährdete Personen alarmiert und evakuiert werden. Wer auf Rettungsdienste wartet, darf wegen der Unterspülungs- und Abbruchgefahren auf keinen Fall Uferbereiche betreten. Auf überfluteten Straßen können gefährliche Gegenstände treiben. Betroffene sollten darauf achten, dass Fenster sowie Balkon- und Verandatüren geschlossen sind. Heizungen und elektrische Geräte im Keller sollten ausgeschaltet und gefährdete Räume mit Brettern abgedichtet werden. Auch Sandsäcke bieten Schutz. Wertvolle Gegenstände und Dokumente sollten in Sicherheit gebracht und gefährliche Stoffe wie Chemikalien abtransportiert werden, bevor die Flut einsetzt.

Welche Versicherung zahlt?

Die Kosten für Reparaturarbeiten am Wohngebäude wie beispielsweise die Gebäudetrocknung oder Instandsetzung des Mauerwerks übernimmt eine Wohngebäudeversicherung mit entsprechender Elementardeckung. Diese muss vom Kunden zusätzlich abgeschlossen worden sein. In den meisten Regionen Deutschlands ist dies kein Problem. Nur rund ein Prozent der in Deutschland stehenden Gebäude sind nicht versicherbar, weil sie fast jedes Jahr „im Wasser“ stehen. Die Elementar-Zusatzdeckung in der Hausratversicherung kommt für das beschädigtes oder zerstörtes Wohnungsinventar auf. Sollte durch Starkregen das Grundstück überflutet werden oder Wasser unter der Eingangstür durchlaufen und die Garderobe, den Wohnzimmerschrank oder das Sofa beschädigen, ersetzt die Versicherung den Wiederbeschaffungswert des beschädigten Mobiliars. Die Elementardeckung deckt nicht nur das Risiko der Überschwemmung durch Gewässer ab, sondern auch durch Starkregen und Rückstau. Daher ist diese Zusatzversicherung auch für Kunden wichtig, die fern von Gewässern leben. Läuft ein Fluss über das Ufer und setzt das eigene Auto unter Wasser, tritt die Voll- oder Teilkaskoversicherung ein. Der Schadensfreiheitsrabatt der Vollkaskoversicherung wird hierbei nicht belastet.

Was tun nach einem Schadenfall?

Nach einer Überschwemmung gilt es, das Ausmaß des Schadens zu begrenzen und so schnell wie möglich den Normalzustand wiederherzustellen. Dabei gibt es einige Punkte zu beachten:

• Erreichte Wasserstände sollten markiert und Schäden dokumentiert werden.

• Wichtig ist, den Schaden beispielsweise durch Abpumpen des Wassers, Reinigung und Trocknung des Gebäudes sowie der durchnässten Einrichtung so gering wie möglich zu halten.

• Bevor elektrische Geräte wieder in Gang gesetzt werden, sollten Betroffene diese überprüfen lassen, da im schlimmsten Fall Lebensgefahr bestehen kann.

• Die Versicherung benötigt Informationen über Verluste und voraussichtliche Kosten so schnell wie möglich. Es wird unbedingt geraten, zerstörte oder beschädigte Gegenstände erst nach Rücksprache zu entsorgen.

Wichtig bei Kfz-Schäden

Sollte das Kraftfahrzeug überflutet worden sein, helfen folgende Hinweise:

• Betroffene sollten das Wasser aus dem Fahrgastraum ablaufen lassen, indem sie die Fahrzeugtüren und den Kofferraum öffnen. Bei einigen Fahrzeugmodellen sind spezielle Auflochbohrungen vorhanden.

• Lose Fahrzeuginnenteile wie Fußmatten oder Bezüge können entfernt und an der Luft getrocknet werden. Trocknungsversuche mit Hilfsmitteln wie etwa einem Fön sind gefährlich und sollten unterlassen werden. Auch sollte die Innenverkleidung nicht ausgebaut werden, da sie verzieht und später nicht mehr eingebaut werden kann.

• Auf keinen Fall darf der Motor eines überschwemmten Fahrzeugs gestartet werden.

• Ein Fachmann muss die Batterie abklemmen.

Datenrettung nasser Datenträger

Voraussetzung für eine erfolgreiche Datenrettung nasser Datenträger ist schnelles Handeln. Im Inneren von Festplatten befindet sich nicht wie weitläufig angenommen ein Vakuum, sondern staubfreie Luft. Bei thermischen Veränderungen wird sogar über einen gefilterten Schneckengang Luft von der Außenwelt angesaugt oder in die Umgebung abgegeben. Wird eine Festplatte lange Zeit Feuchtigkeit ausgesetzt, kann Wasser in das Innere der Festplatte vordringen. Am besten wickelt man die noch nassen Festplatten mit einem feuchten Tuch ein und verpackt sie in einem Plastikbeutel luftdicht. Keinesfalls dürfen die Festplatten unter Strom gesetzt oder mit einem Fön getrocknet werden. Unkontrolliertes Trocknen kann zu Korrosion führen, wodurch die Datenrekonstruktion erheblich erschwert wird.

Wichtig sind bei der Schadenmeldung folgende Daten

• Versicherungsscheinnummer

• Was ist beschädigt und in welchem Umfang?

• Eine erste Schätzung zur Schadenhöhe

• Gegebenenfalls Fotos vom Schaden, aus denen der Schadenumfang hervorgeht

• Telefonnummer für Rückfragen

Vorbeugender Überschwemmungsschutz

Wer in einem durch Überschwemmung gefährdeten Gebiet wohnt, muss grundsätzlich besondere Vorsicht walten lassen: Bei einer Überschwemmung können Heizöltanks lecken und erhebliche Schäden an Gebäuden, Hausrat, Gewässern und Nutzflächen anrichten. Behälter und Rohrleitungen sollten von vornherein gegen Aufschwimmen, Zutritt von Wasser über Befüll-, Entlüftungs- und sonstige Öffnungen sowie gegen Beschädigungen durch Treibgut und Wasserdruck gesichert werden. Wie man das am besten macht, ist in der jeweiligen Verordnung über Anlagen zum Umgang mit Wasser gefährdenden Stoffen (VAwS) der Bundesländer geregelt. Wer ein Haus baut, sollte sich bewusst sein, dass man Schäden durch Überschwemmung auch mit baulichen Maßnahmen entgegenwirken kann. Das Gesetz zur Verbesserung des vorbeugenden Hochwasserschutzes vom Mai 2005 verpflichtet erstmals bundesweit einheitlich jeden, „der von Hochwasser betroffen sein kann, im Rahmen des Möglichen und Zumutbaren, geeignete Vorsorgemaßnahmen zum Schutz vor Hochwasser und zur Schadensminderung zu treffen“.

Quelle

Datenrettung Attingo.at/ Allianz Deutschland AG

„Seit langem als wirksam erwiesen hat sich zum Beispiel DEET“, sagt die Wissenschaftlerin. Die Substanz sei allerdings etwas weniger gut verträglich als andere Wirkstoffe. Sie soll nicht nur Stechmücken, sondern auch Zecken, Läuse oder Flöhe auf Abstand halten. Entwickelt wurde DEET 1946 von der US-Armee und kam rund zehn Jahre später in den Staaten in den Handel.

Völlig harmlos ist DEET allerdings nicht: Es könne zu Hautreizungen und allergischen Reaktionen, in extrem seltenen Fällen auch zu Schädigungen des Nervensystems kommen, sagt Schäfer-Korting. „In manchen Produkten, die man hierzulande erhält, ist die DEET-Konzentration niedriger als bei Mitteln für die Tropen“, sagt Mediziner Ziegler. Für Aufenthalte dort werden Konzentrationen von 30 bis 50 Prozent empfohlen. „Das Tropenmittel wirkt deshalb nicht stärker, aber man muss seltener nachsprühen“, erläutert Ziegler.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

13.07.2013, 22:37 Uhr

Oh, jetzt bin ich aber erleichtert. Wenigstens über die Mückenplage darf beim Handelsblatt noch kommentiert werden!

Über Mursi-Anzeige und Christenverfolgung aber anscheinend nicht. Insgesamt sind mir heute beim gelegentlichen Durchklicken 4 Artikel aufgefallen, wo das Kommentartab geschlossen war und ich habe nicht extra danach gesucht. Was ist jetzt schon wieder los?

Zensur ist eines der ersten Zeichen des Untergangs eines ungeliebten Systems, liebe Redaktion.

Geschichte_reimt_sich

13.07.2013, 23:48 Uhr

Ich glaube, es liegt nicht an den Mücken, sondern an der Redaktion und ihrer fehlenden historischen und politischen Kenntnis über das NS-Regime. Auch wäre es vielleicht gut, sich im Stasi-Jargon auszukennen, um die Schnittmengen (waren sie versehentlich oder trotz aller Anti-Fa-Doktrin beabsichtigt...)
Mehr Kenntnis und Achtsamkeit der Redaktion dort, wo es wichtig wäre, wäre wünschenswert.
Jedenfalls sind in diesem Artikel Wörter enthalten, die mehr als belastet sind, so gesehen ist die Kommentarfunktion wohl freigegeben...

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