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06.01.2014

06:00 Uhr

Bahnreise

Warum dauert die Rückfahrt immer genau so lange wie die Hinfahrt?

Ein Blick auf den Fahrplan zeigt: Egal zu welcher Tageszeit es losgeht, Hin- und Rückfahrt auf einer bestimmten Bahnstrecke laufen praktisch immer gleich ab. Der Grund ist eine simple Erfindung, die auch Nachteile hat.

Fahrpläne der Deutschen Bahn: In den meisten Fällen stimmen Hin- und Rückfahrt genau überein. dpa

Fahrpläne der Deutschen Bahn: In den meisten Fällen stimmen Hin- und Rückfahrt genau überein.

Nehmen wir einmal an, Sie sind in Krefeld und wollen mit dem Zug einmal quer durch Deutschland bis nach Cottbus reisen. Wenn Sie sich den Fahrplan anschauen, sehen Sie: Egal, zu welcher Tageszeit Sie aufbrechen müssen, die Fahrt ist praktisch immer gleich: Sie brauchen für die Strecke sechs Stunden und 17 Minuten und haben in Duisburg gut zehn und in Berlin gut zwanzig Minuten Zeit zum Umsteigen. Auf der Rückfahrt ist es ganz genauso – gleiche Fahrtzeit, gleiche Umsteigezeit.

Probieren Sie es ruhig einmal aus: Geben Sie zwei willkürlich ausgewählte Städte in den Fahrplan ein und vergleichen Sie Hin- und Rückfahrt. Nicht immer stimmen sie überein, doch in den allermeisten Fällen schon.

Der Grund ist eine simple Erfindung, die das Bahnfahren einfacher und schneller gemacht hat: die sogenannte Symmetriezeit. Danach fahren die Züge einerseits im festen Stunden-Takt (oder sogar Halbstunden-Takt), verlassen einen Bahnhof also immer zur selben Minute einer jeden Stunde. Zum anderen fahren die Bahnen der einen Richtung immer spiegelbildlich zu jenen der Gegenrichtung. So fährt der Bummelzug von Krefeld nach Duisburg um zwanzig vor los und ist zur vollen Stunde in Duisburg, während der Gegenzug aus Duisburg zur vollen Stunde losfährt und um zwanzig nach in Krefeld ankommt. In Duisburg dann fährt der ICE nach Berlin um zehn nach los, während der Gegenzug um zehn vor ankommt.

Die Folge: Zwei Züge einer Linie fahren – solange sie pünktlich unterwegs sind – immer ungefähr zur halben und zur vollen Stunde aneinander vorbei. Wenn eine Strecke nur ein Gleis hat, ist sie meist so gebaut, dass es spätestens alle halbe Stunde einen größeren Haltepunkt mit zwei Gleisen gibt, an dem die Züge aneinander vorbeifahren können.

Fakten zur Deutschen Bahn

Umsatz

Die Deutsche Bahn verbuchte im ersten Halbjahr 2013 einen Umsatz von 19,4 Milliarden Euro (19,5 Milliarden Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum). Insgesamt kam die Bahn 2012 auf einen Umsatz von 39,30 Milliarden Euro.

Gewinn vor Zinsen und Steuern

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) betrug im ersten Halbjahr 2013 eine Milliarde Euro (1,3 Milliarden Euro im Vorjahr).

Halbjahresergebnis nach Steuern

Halbjahresergebnis nach Steuern: 554 Millionen Euro (Vorjahr: 783 Millionen Euro).

Mitarbeiter

Ende Juni 2013 hatte der Staatskonzern etwa 295.700 Mitarbeiter, fast drei Prozent mehr als zum selben Zeitpunkt 2012.
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Fahrgäste Bahnverkehr pro Tag

Fahrgäste Bahnverkehr im ersten Halbjahr in Deutschland: 991 Millionen (Vorjahr: 981 Millionen). Davon waren 62,5 Millionen im Fernverkehr unterwegs.

Beförderte Güter im Schienenverkehr

Die Logistiksparte der Bahn transportierte Güter mit einem Gesamtgewicht von 196,7 Millionen Tonnen (ein Minus von über fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr).

Schienennetz

Das Schienennetz der Deutschen Bahn ist weiter leicht geschrumpft. Es hat noch einen Länge von 33.492 Kilometer, 13 Kilometer weniger als Ende 2012.

Der Vorteil der sogenannten Symmetriezeit liegt auf der Hand: Bahnfahrer müssen sich eigentlich nur noch eine einzige Verbindung merken – und können sich spätere und frühere Verbindungen genauso leicht ausrechnen wie jene in die Gegenrichtung. Trotz ihrer Vorzüge ist die Symmetriezeit eine recht neue Entwicklung: Erst in den letzten rund 30 Jahren hat sie sich in Deutschland durchgesetzt, Vorreiter waren vor allem die Schweizer. Früher wirkten deutsche Fahrpläne meist völlig anarchisch – getaktet waren damals die wenigstens Strecken.

Doch die Symmetriezeit hat nicht nur Vorteile: Während manche Verbindungen immer gut sind, weil sie nicht zu viel und nicht zu wenig Umsteigezeit haben, sind manche immer schlecht. Sollten Sie einmal von Cottbus nach Hamburg wollen, dürfen Sie sich beim Umsteigen am Berliner Hauptbahnhof grundsätzlich fast 40 Minuten in den Bauch stehen. Zwar gibt es nachmittags um vier einen durchgehenden Eurocity – aber es ist der einzige.

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