Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.06.2014

17:19 Uhr

Bayern

Stromtrasse nicht für Energie aus Braunkohle

Braucht es die neue Süd-Ost-Trasse? In Bayern ist die Hauptstromtrasse umstritten, nun soll ihre Notwendigkeit intensiv überprüft werden. Der Freistaat erklärt zur Bedingung, dass kein Strom aus Braunkohle darüber transportiert wird.

Die Leiterin der bayerischen Staatskanzlei, Christine Haderthauer (CSU): „Die Energiewende darf kein verkapptes Förderprogramm für Braunkohlekraftwerke werden.“ dpa

Die Leiterin der bayerischen Staatskanzlei, Christine Haderthauer (CSU): „Die Energiewende darf kein verkapptes Förderprogramm für Braunkohlekraftwerke werden.“

BerlinIm Streit um eine der Haupttrassen für die Energiewende verlangt Bayern, dass darüber nur Strom aus erneuerbaren Energien in den Freistaat transportiert wird, nicht aus Braunkohle. Die Chefin der bayerischen Staatskanzlei, Christine Haderthauer (CSU), sagte der Deutschen Presse-Agentur in Berlin, Bayern habe ein klares Bekenntnis zur sogenannten Thüringer Strombrücke abgegeben und sehe auch die Notwendigkeit des Süd-Links.

Die Süd-Ost-Trasse stoße aber auf große Akzeptanzprobleme, sagte Haderthauer. „Denn sie hat ganz offenbar den Zweck, die Abnahme von Braunkohlestrom aus Mitteldeutschland sicherzustellen. Die Energiewende darf aber nicht ein verkapptes Förderprogramm für Braunkohlekraftwerke werden.“

Es sei ein großer Erfolg des CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer, dass vor dem Hintergrund der Neuordnung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes die Notwendigkeit der Süd-Ost-Trasse jetzt noch einmal überprüft werde. „Das wurde vor einigen Monaten ja noch für unnötig befunden.“

Für den Fall, dass ein weiterer Trassenausbau notwendig sein sollte, müsse erörtert werden, wie und mit welchem Verlauf das verträglich und sinnvoll umgesetzt werden könne. „Dabei muss sichergestellt sein, dass tatsächlich Windenergie transportiert wird“, forderte Haderthauer. Das sei keine Extrawurst für Bayern. „Das ist Konsens in der Koalition. Seehofer hat früh klargemacht, dass Bayern eine Braunkohle-Trasse nicht akzeptieren wird.“

Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) hatte am Donnerstag nach einem Bund-Länder-Treffen bei Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mitgeteilt, besonders aus bayerischer Perspektive sei noch nicht plausibel dargestellt, ob es nach der geplanten Begrenzung des Windenergieausbaus den Trassenbedarf noch gebe.

Die 450 Kilometer lange Leitung ist eine von drei geplanten Haupttrassen der Energiewende und soll ab 2022 von Bad Lauchstädt in Sachsen-Anhalt Strom nach Meitingen bei Augsburg bringen. Bayern hatte beim Bundesbedarfsplangesetz dem Bau der Höchstspannungsleitung 2013 zugestimmt.

Nach Vorschlägen des zuständigen Betreibers Amprion für einen Trassenverlauf war es aber zu massiven Protesten gekommen. Zuletzt war publik geworden, dass die Staatsregierung überlegt, einen anderen Verlauf für die Gleichstromtrasse quer durch Bayern zu prüfen.

Von

dpa

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

13.06.2014, 18:45 Uhr

Wenn in Bayern die umweltfreundlichen Kernkraftwerke abgeschaltet werden, wird der Strom dort ein wenig knapp.

Die Verbrennung von Lebensmitteln (Biostrom) kann von der Menge her keinen Ersatz liefern.

Die Solaranlagen Bayern liefern lediglich umweltschädlichen, wertlosen Zufallsstrom entsprechend der Launen des Wetters.

Der Windstrom aus dem Nordosten fliesst entsprechend den Launen des Wetters.

Gem. dem Restverstand ist es dann die Braunkohle die die Stromversorgung sichert.

Offensichtlich haben die ökoreligiösen Visionen den Politikern Bayerns jeglichen Verstand geraubt, oder soll Bayern künftig von geschnitzten Kruzifixen, bzw. Windmühlen leben?

Account gelöscht!

13.06.2014, 20:26 Uhr

Als Ergänzung zum vorangegangenen Kommentar...

Der Strom fliesst physikalisch den Weg des geringsten Widerstands. Dabei schert sich dieser nicht an religiösen Visionen und so fliesst beispielsweise real auch Strom aus dem umweltfreundlichen Kernkraftwerk Temelin, aus Braunkohlekraftwerken im Sudetenland und Steinkohlenstrom aus Schlesien nach Bayern.

Account gelöscht!

16.06.2014, 07:47 Uhr

@Holger29
Keine Panik, die Politik hat alles im Griff! :-)
Wenn das AKW Grafenrheinfeld abgeschaltet wird, welches in Bayern drei Jahrzehnte störungsfrei lief, dann springt nach den Planungen der Bundesnetzagentur das französische -störanfällige- Kernkraftwerk Fessenheim ein.

Zitat:
"Ebenfalls wurde die Annahme nachgereicht, wonach vom Betrieb des französischen Kernkraftwerks Fessenheim im Winterhalbjahr 2015/16 auszugehen ist und die Bedarfsrechnung entsprechend angepasst."

Quelle:
http://www.welt.de/wirtschaft/energie/article126747871/Uralt-Reaktor-soll-deutschen-Blackout-verhindern.html

Klimaschutz, Bezhalbarkeint und VERSORGUNGSSICHERHEIT. Waren dies nicht die Ziele dieser glorreichen Energiewende? Aber was tut man nicht alles für die Ideologie.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×