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08.11.2013

09:48 Uhr

Bedrohte Gesundheit

Das „tödliche Quartett“ jagt viele Manager

Mehr als jede zweite deutsche Führungskraft ist übergewichtig. Gesteigerte Zucker- und Insulinspiegel, schlechte Cholesterinwerte und hoher Blutdruck: Der Gesundheitszustand vieler Manager ist besorgniserregend.

Übergewichtiger Mann sitzt auf einer Bank: Zwölf Prozent aller deutschen Führungskräfte gelten als fettleibig. picture-alliance- ZB

Übergewichtiger Mann sitzt auf einer Bank: Zwölf Prozent aller deutschen Führungskräfte gelten als fettleibig.

DüsseldorfDer Gesundheitszustand vieler Manager in Deutschland ist alarmierend. So sind 58 Prozent der deutschen Führungskräfte übergewichtig; zwölf Prozent gelten sogar als fettleibig. Das zeigt eine Analyse des Diagnostikzentrums Fleetinsel Hamburg im Auftrag des Handelsblatts (Freitagausgabe).

Das Diagnostikzentrum, das Manager medizinisch durchcheckt, hat dafür 10.000 Routine-Untersuchungen der vergangenen elf Jahre anonym ausgewertet. 80 Prozent der Untersuchten waren Männer, zwei Drittel zwischen 41 und 60 Jahre alt.

Die Führungskräfte leiden häufig nicht nur unter Übergewicht, sondern auch unter gesteigertem Zucker- und Insulinspiegel, schlechten Cholesterinwerten und hohem Blutdruck. Kommen alle vier Faktoren zusammen, sprechen Ärzte vom „tödlichen Quartett“. Nach der Untersuchung wiesen 56 Prozent der Check-up-Teilnehmer bedenkliche Gesamtcholesterinwerte auf. Diese begünstigen eine Fettleber, unter der fast jeder dritte untersuchte Manager leidet.

Ein erhöhtes Risiko, zuckerkrank zu werden, hat immerhin jede fünfte Führungskraft. Fast jeder dritte Manager hat Bluthochdruck - „der größte Risikofaktor für eine Arteriosklerose, der Hauptursache für Schlaganfall und Herzinfarkt“, sagt Kardiologe Tomas Stein, ärztlicher Leiter der Fleetinsel. Alarmierend: Dreiviertel der Manager mit Bluthochdruck wussten nichts davon.

Zwar haben sich die meisten Werte in den vergangenen Jahren leicht verbessert - ein Zeichen dafür, dass ein Teil der Führungskräfte verstärkt Sport treibt und auf ihre Gesundheit achtet, beobachtet Mediziner Stein. Dennoch ist der Gesundheitszustand vieler Manager besorgniserregend, wenn man bedenkt, dass sie täglich Höchstleistungen erbringen sollen.

Kommentare (6)

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Obstfresser

07.11.2013, 17:42 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Astra

07.11.2013, 20:15 Uhr

Irgendwie wundert mich das gar nicht. Vor allem Disstress ist ein sehr ungünstiger Faktor. Leider muss ich aus meiner persönlichen Erfahrung heraus da auch Mängel in der hausärztlichen Betreuung feststellen. Als ich wegen ständiger Tagesmüdigkeit und einem unangenehmen Herzpochen den Hausarzt aufgesucht habe, hat er lediglich abgehört, meinte es sei alles in Ordnung und ein sog. "chronic Fatique-Syndrom" diagnostiziert. Damit wurde ich dann entlassen. Es wird schnell vieles auf Stress geschoben. Drei Jahre später wurde nach einem Arztwechsel ein massiv erhöhter Blutdruck (merkt man nicht) diagnostiziert.

Der_Techniker

07.11.2013, 20:46 Uhr

Mein nicht repräsentativer Eindruck:
Führungskräfte, die normalgewichtig oder eine sportliche Figur haben sind meist deutlich verträglicher, weil sie eher an sich selber die hohen Maßstäbe ansetzen, die sie auch bei anderen ansetzen.
Eine gewisse Selbstdisziplin erkennt man häufig eben auch am äußeren Erscheinungsbild - ganz unabhängig von der Kleidung.
Übergewichtige Führungskräfte sind tendenziell diejenigen, die sich zwar gerne auch mal jovial geben aber wenn (unter Druck) die Masken fallen eher nach dem Motto "Ich Chef du nix" regieren.
Ich will keine Vorurteile schüren - es gibt da rühmliche Ausnahmen, aber ich meine eine Grundtendenz zu erkennen.

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