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23.04.2014

15:30 Uhr

Belastung für Verbraucher

Stockender Netzausbau kann teuer werden

Dank der Widerstände hat es der Netzausbau zu einem der meistdiskutierten Themen der Energiewende geschafft. Doch wenn bereits eingeplante Leitungen fehlen, trifft das letztlich wieder den Verbraucher.

Hochspannungsmasten bei Ludwigsburg: Der Ausbau des deutschen Stromnetzes kommt nur schleppend voran. dapd

Hochspannungsmasten bei Ludwigsburg: Der Ausbau des deutschen Stromnetzes kommt nur schleppend voran.

FrankfurtDie Verzögerungen beim Ausbau der Stromnetze könnte Verbraucher teuer zustehen kommen. Wenn eingeplante Leitungen fehlten, seien aufwendige "Kompensationsmaßnahmen" nötig, sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom Mittwoch. Dies werde die Netzentgelte in die Höhe treiben, die rund 20 Prozent des Strompreises für Haushalte ausmachen. Bedenken der bayerischen Landesregierung gegen die Ausbaupläne wies Homann zurück.

Im Zusammenhang mit der Energiewende muss das Stromnetz in Deutschland um- und ausgebaut werden. Unter anderem werden neue Hochspannungsleitungen gebraucht, um Windstrom aus dem Norden in den Süden Deutschlands zu bringen.

Eine Übersicht der Bundesnetzagentur zeigt aber, dass es deutlich langsamer vorangeht als geplant. Von 1876 Kilometern Höchstspannungsleitungen, die neu- oder ausgebaut werden sollen, waren demnach zum Jahreswechsel 322 fertig, also gut 15 Prozent. Der Großteil der Vorhaben sollte demnach schon 2015 umgesetzt sein. Inzwischen rechnen die Netzbetreiber laut Behörde aber damit, dass erst 2016 etwa die Hälfte der Leitungskilometer fertig sind.

Fehlten geplante Leitungen im Stromnetz, müsse improvisiert werden, um die Netze stabil zu halten und den Strom ans Ziel zu bringen, sagte Behördenpräsident Homann jetzt der "FAZ". Das werde "richtig teuer".

Homann beklagte "viele Missverständnisse und Widerstände" gegen den Netzausbau, "sowohl in der Politik wie auch in der Bevölkerung". Ob es wirklich gelinge, die Planungsverfahren binnen fünf oder sechs Jahren abzuschließen, wie anfangs erhofft, müsse sich zeigen.

Der Netzausbau gehört zu den in jüngster Zeit am meisten diskutierten Folgen der Energiewende. In vielen Gemeinden regt sich Widerstand gegen die Trassen. Auch die bayerische Landesregierung ging auf Distanz zu den Planungen und erklärte, eine bereits beschlossene neue Stromtrasse von Sachsen-Anhalt in ihr Bundesland solle noch einmal geprüft werden.

Homann wies dies zurück. Die Leitung stehe im Gesetz. Sie sei zudem "energiewirtschaftlich gut begründet" und von Bundestag, Bundesrat und Bundesregierung beschlossen worden, sagte er. Auch das Bundeswirtschaftsministerium hatte jüngst die bayerischen Einwände zurückgewiesen.tschlands zu bringen. In vielen Gemeinden regt sich Widerstand gegen die Trassen. Auch die bayerische Landesregierung ging auf Distanz zu den Planungen.

Von

afp

Kommentare (20)

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23.04.2014, 12:54 Uhr

Die Energiewende verlangt nach neuen Netzen und damit nach einen gierigen Netzausbau.
Windmühlen, Solarparks und Faulgasbehälter benötigen unmengen an Netzinfrastruktur. Dieses MEHR an Netzen zerschneidet unsere Natur und macht aus der Natur einen Erneuerbaren Energie Netz Industriepark!
Unser Kraftwerkmixpark aus Kohle, Gas und Uran war billig, zuverlässig und naturschonend angelegt! Die sog. Energiewende verkehrt diese Vorteile eines Kraftwerkmixpark komplett ins Gegenteil.
Energiewende/EEG = teuer, naturzerstörend und mangelhaft!
Der Netzausbau wird nur von den EE benötigt und ist zu dem noch extrem überflüssig...wie die gesamten Erneuerbaren Energien an sich!
Ein Kraftwerkmixpark aus Kohle, Gas und Uran ist und bleibt für einige 1000 Jahre das wirtschaftlichste, billigste und naturschonenste menschliche Gewerk zur Erzeugung und Verteilung von Strom!

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23.04.2014, 13:37 Uhr

Und am Ende zahlt wieder der kleine Bürger. Er ist Mieter, hat keine PV Anlage auf dem Dach und auch kein Windrad im Garten. Warum werden eigentlich die Profiteure der Energiewende, die Empfänger der EEG Milliarden, nicht zu Kasse gebeten? Die Energiewende ist die "Heilige Kuh" der Politik und der gutverdienenden Wutbürgern; beide profitieren in großem Umgfang von den EEG Milliarden und werden daher freiwillig nichts daran ändern. All diejenigen, die die nie gekannte Umverteilung von unten nach oben kritisieren, werden als Ewiggestrige diffamiert. Die Bundesnetzagentur hat dies in der Vergangenheit immer nur zu gerne mitgetragen und die Kosten und die Versorgungssicherheit schön geredet. Ich befürchte, dass die Kosten ungebremst weitersteigen werden und die Bundesnetzagentur in bester Politikermanier immer neue Schuldige präsentieren wird.

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23.04.2014, 14:11 Uhr

Ja, so ist das wohl.

Was ich nie verstanden habe, ist, warum plötzlich die neuen Netze das Speicherproblem lösen sollen. Das will mir nicht in den Kopf gehen. Diese Frage habe ich auf netzausbau.de gestellt und keine Antwort erhalten.

Nach Norddeutschland soll also auch der Süden unter dem Zappelstrom leiden. Statt die Krankheit zu heilen, wird versucht die Symptome zu vertuschen. Das mag ja auch noch eine Zeit gehen, aber spätestens dann, wenn der Zappelstrom noch mal um die Hälfte gewachsen ist, ist Schicht im Schacht.

Insgesamt ist mir nicht verständlich, warum diese einfachen Zusammenhänge, die nur die Anwendung des Dreisatzes erfordern, nicht eingesehen werden.

Nun ja, Hans-Werner Sinn hat es in seinem Vortrag "Energiewende ins Nichts" auf den Punkt gebracht: "Politiker erzeugen sich in ihren Köpfen eigene Wahrheiten, die sie sich immer wieder erzählen. Die Presse spielt dabei mit und am Ende glauben 85% der Bevölkerung diese politischen 'Wahrheiten'".

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