Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.12.2014

15:15 Uhr

Beratergremium

Elektroautos brauchen mehr Starthilfe

Die Elektromobilität in Deutschland steht vor einem kritischen Jahr. 2015 soll der Markt endlich Schwung bekommen. Ohne staatliche Hilfe wird das aus Sicht von Industrie und Gewerkschaften aber nicht gehen.

E-Mobilität am Scheideweg: Der Absatz läuft nur schleppend – da wird der Ruf nach Staatshilfe lauter. dpa

E-Mobilität am Scheideweg: Der Absatz läuft nur schleppend – da wird der Ruf nach Staatshilfe lauter.

BerlinDie Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) fordert mehr staatliche Hilfe, um dem Elektroauto zum Durchbruch zu verhelfen. Ohne ein Bündel von Maßnahmen würden bis zum Jahr 2020 nur 500.000 statt der geplanten eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straße rollen, stellt das Beratungsgremium der Bundesregierung in seinem am Dienstag vorgelegten vierten Zwischenbericht fest. In dem Gremium sind Akteure aus Industrie, Politik, Wissenschaft und Gewerkschaften versammelt.

Um den schleppenden Absatz anzukurbeln, schlägt das Gremium eine Sonderabschreibung für gewerbliche Nutzer vor. 50 Prozent der Anschaffungskosten sollen im ersten Jahr abgeschrieben werden können, sagte der Präsident des Verbands der Automobilindustrie, Matthias Wissmann, in Berlin. Die Sonderabschreibung würde den Staat jährlich rund 200 Millionen Euro kosten. Außerdem schlägt die NPE vor, Forschung und Entwicklung mit künftig 360 Millionen Euro jährlich stärker als bisher zu fördern.

„Nur wenn zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden, kann Deutschland nach heutigem Kenntnisstand das Eine-Million-Ziel erreichen“, heißt es in dem Report. Bislang sind lediglich 24.000 E-Autos zugelassen, für dieses Jahr waren 100.000 angepeilt. Mit dieser Zahl und etwa 4.800 Stromladesäulen belege Deutschland international „nur einen Platz im Mittelfeld“, sagte der NPE-Vorsitzende Henning Kagermann. Bei den Elektro-Serienmodellen sei die deutsche Industrie hingegen auf dem Weg an die Spitze. Derzeit seien 17 Modelle im Angebot, 12 weitere kämen nächstes Jahr hinzu.

Der IG-Metall-Vorsitzende Detlef Wetzel wies auf die Bedeutung der Batteriezellen-Produktion hin, die es derzeit in Deutschland nicht gebe. Sie mache bis zu 40 Prozent der Wertschöpfung eines Elektroautos aus. Kagermann sagte, die NPE bemühe sich darum, Partner aus der Industrie zusammenzubringen mit dem Ziel, in Zukunft wieder Zellen in Großserie in Deutschland herzustellen.

Video

ADELE - Der Stromspeicher der Zukunft

Video: ADELE - Der Stromspeicher der Zukunft

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Von

dpa

Kommentare (6)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

03.12.2014, 16:00 Uhr

Das heißt noch mehr Subventionen und damit noch mehr Stuergelder in einen EE-Topf ohne Boden. Die sog. Erneuerbaren Energien und dazu zählen auch E-Autos sind und bleiben unwirtschafltich und am Weltmarkt bleiben diese Produkte (Windmühlen, Solarparks, Biomasse, E-Autos) ein Flop bzw. ein ökonimscher Schwachsinn/Selbstmord!

Herr Eberhard Steinweg

03.12.2014, 16:39 Uhr

Kaum dass Vater Staat sich in die Magnet-Schwebe-Bahn kostentraechtig hinein gekniet hatte, wurde diese Technologie ein grosser Erfolg.

Account gelöscht!

04.12.2014, 09:19 Uhr

Von "Starthilfe" im Zusammenhang mit Elektroautos zu sprechen, ist eine Irreführung. Der Begriff unterstellt ja, daß das Elektroauto eines Tages nach der Starthilfe aus eigener Kraft marktfähig und sinnvoll sein werde. Damit ist jedoch nicht zu rechnen.

Wegen der prinzipiell begrenzten Speicherfähigkeit von Akkus wird die Reichweite von Elektroautos immer weit hinter der von Autos mit Diesel- oder Benzinmotoren zurückbleiben.

Das hat physikalische Gründe. Ein Lithiumatom hat nun mal nur eine bestimmte, begrenzte Ionisierungsenergie. Die Speicherkapazität eines Lithiumionenakkus ist daher nicht beliebig steigerungsfähig. Heutige Akkus kommen in der Praxis bereits ziemlich nahe an die durch die unübersteigbaren Grenzen der Physik gesetzten maximalen Speicherungskapazitäten heran. Viel mehr ist nicht drin. Die Sache ist weitgehend ausgereizt.

Das Beispiel der staatlichen Förderung des Elektroautos ist wieder einmal ein schönes Exempel für das Scheitern staatlicher, sozialistischer Planwirtschaft. Es ist immer wieder dasselbe: Wenn Politiker und Parteitagsideologen, Verwaltungsjuristen und Sozialwissenschaftler meinen, sie wüßten, welches die Technologien der Zukunft seien und mit welchen planwirtschaftlichen Maßnahmen der Staat sie fördern solle, ist es am Ende meistens so, daß Milliarden in den Sand gesetzt werden und die Steuerzahler zur Kasse gebeten werden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×