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04.12.2013

06:00 Uhr

Berlin

Bundespräsident verleiht Zukunftspreis

Am Mittwochabend verleiht Bundespräsident Joachim Gauck den hochdotierten Deutschen Zukunftspreis. Eines steht bereits fest: Die Auszeichnung geht an ein „Licht“-Projekt, dass sich bereits im Alltag etabliert hat.

Um diese Trophäe und 250.000 Euro geht es: Der Deutsche Zukunftspreis. dpa

Um diese Trophäe und 250.000 Euro geht es: Der Deutsche Zukunftspreis.

München/BerlinNiemand mochte diese Energiesparlampen. Und umweltfreundlich sind sie mit dem Quecksilbergehalt auch nicht. Aber es gibt eine Alternative: LED-Lampen, die nun sogar aussehen wie die gute alte Glühlampe – und ähnlich warmes Licht verbreiten. Die Entwicklung der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und des Unternehmens Philips in Aachen ist für den Deutschen Zukunftspreis nominiert – mit zwei anderen Projekten, die Licht als energiereichen Strahl ganz anders einsetzen: zum Schneiden, Bohren und Schmelzen von Material.

Bundespräsident Joachim Gauck verleiht den mit 250.000 Euro dotierten Preis an diesem Mittwochabend in Berlin. Die Entscheidung fällt erst kurz davor. „Ich bin selbst gespannt, wer von Ihnen das Rennen macht“, sagte der Jury-Vorsitzende Ferdi Schüth bei der Vorstellung der Projekte im Oktober in München. Kriterien für den Preis sind Innovation sowie Markt- und Zukunftsfähigkeit. Das erfüllen alle Projekte. Die Technologien sind im Alltag etabliert. Sie stecken in Heizungen, Smartphones, Autos, Medizinprodukten wie Stents – oder eben Lampen.

Die nominierten Teams für den Deutschen Zukunftspreis (l-r): Dirk Sutter (Trumpf Laser), Stefan Nolte (Friedrich-Schiller-Universität Jena - Fraunhofer IOF Jena) und Jens König (Bosch), Wolfgang Schnick (Ludwig-Maximilians-Universität München) und Peter J. Schmidt (Philips), sowie Ralph Delmdahl, Kai Schmidt und Rainer Pätzel (alle von Coherent LaserSystems). dpa

Die nominierten Teams für den Deutschen Zukunftspreis (l-r): Dirk Sutter (Trumpf Laser), Stefan Nolte (Friedrich-Schiller-Universität Jena - Fraunhofer IOF Jena) und Jens König (Bosch), Wolfgang Schnick (Ludwig-Maximilians-Universität München) und Peter J. Schmidt (Philips), sowie Ralph Delmdahl, Kai Schmidt und Rainer Pätzel (alle von Coherent LaserSystems).

Der Zukunftspreis wurde bisher 16 Mal vergeben. „Das waren alles erfolgreiche Innovationen, die sich am Markt behauptet haben und dafür gesorgt haben, dass Deutschland besser in der Krise Bestand gehabt hat als viele andere Länder“, sagte Schüth. Dass alle drei Nominierungen mit Licht zu tun haben, liege nicht daran, dass „die Jury eine 'hidden agenda' gehabt hätte“. Jedoch verdrängten optische vielfach mechanische Verfahren. Aus dem Bereich seien „eine ganze Reihe ausgezeichneter und sehr spannender Vorschläge“ eingegangen.

Die LED-Lampen von Philips sind längst in Baumärkten zu haben und werden weltweit in Haushalten, Büros oder Hotels angeknipst. Dabei war bei der Entwicklung der neuartigen Leuchtstoffe die spätere Verwendung völlig unklar. „Wir wollten Grundlagenforschung machen. Wir wollten in die Lehrbücher kommen“, sagt Teamsprecher Wolfgang Schnick vom Lehrstuhl für Anorganische Festkörperchemie an der LMU. Es sei um neue synthetische Materialen gegangen. Aus Silizium, Stickstoff und geringen Mengen Europium entstanden Nitridosilikate.

Als erstes stach den Forschern die strahlend orange Farbe der neuen Materialien ins Auge. Eine Anwendung als farbiges Pigment fiel wegen des hohen Preises für Europium aus. Mit Philips ergab sich dann die Verwendung in LED-Lampen, die nun ein angenehmes Licht mit natürlich warmen Ton erzeugen.

Die neuen Lampen kosten etwa 15 Euro. Aber sie halten zehn Jahre und verbrauchen ein Fünftel der Energie von Glühlampen. Binnen zehn Jahren könne der Verbraucher mit einer Lampe 140 Euro sparen - und das Klima schützen, rechnet Schnick vor. Bis zu 16 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs könnten gespart werden. „Ich denke, dass wir wirklich einen hervorragenden Beitrag zur Energiewende leisten“.

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