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08.11.2013

14:05 Uhr

Beschluss

Bundesrat für rezeptfreie „Pille danach“

Um ungewollte Schwangerschaften zu verhindern, half im Notfall bisher die „Pille danach“. Wie in anderen EU-Ländern auch, soll sie bald – unter bestimmten Voraussetzungen – in Deutschland ohne Rezept zu bekommen sein.

Die Pille danach soll nach dem Willen des Bundesrats künftig rezeptfrei erhältlich sein. dpa

Die Pille danach soll nach dem Willen des Bundesrats künftig rezeptfrei erhältlich sein.

BerlinDie „Pille danach“ soll nach dem Willen des Bundesrats rezeptfrei und damit frei zugänglich werden. Das sieht ein Beschluss der Länderkammer vom Freitag vor. Die Bundesregierung müsste diese Änderung einer Verordnung allerdings noch übernehmen.

Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums sagte dazu, über die Forderung der Länderkammer habe die künftige Bundesregierung zu entscheiden. Der Sachverständigenrat für das Gesundheitswesen werde sich mit der Angelegenheit am 14. Januar befassen.

Die Abgabe der „Pille danach“ ohne Rezept in Apotheken soll ungewollte Schwangerschaften vor allem bei jungen Frauen verhindern. Sie sollen im Notfall schnell und ohne ärztliche Verordnung Zugang zu dem Mittel erhalten. Bei rascher Einnahme kann die Pille eine Schwangerschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit verhindern. Sie verschiebt den Eisprung der Frau so lange, bis die Überlebenszeit der Spermien überschritten ist.

Was hilft am besten gegen explodierende Gesundheitskosten?

Das Arzneimittel soll laut Bundesratsbeschluss nur in Apotheken abgegeben werden dürfen, eine Beratung durch den Apotheker soll Pflicht sein. Der Bundesrat verwies in seiner Entschließung auf die Erfahrungen anderer europäischer Länder, wo das Arzneimittel seit längerem ohne Rezept erhältlich ist. Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche sei dort gesunken, zudem hätten Studien belegt, dass die Rezeptfreiheit nicht zu einer Zunahme von riskantem Sexualverhalten geführt habe.

„Bei der Einnahme der 'Pille danach' ist es äußerst wichtig, dass diese schnell erfolgt“, erklärte die baden-württembergische Sozialministerin Katrin Altpeter (SPD). „Wenn wie jetzt ein Rezept erforderlich ist, dann kann es gerade an Wochenenden passieren, dass viel Zeit verstreicht und eine ungewollte Schwangerschaft nicht mehr sicher vermieden werden kann.“

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