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05.02.2014

09:44 Uhr

Bilanz für 2013

NRW-Bürger zahlen am meisten für Energiewende

Fast drei Milliarden Euro an Ökostrom-Umlage zahlten Stromkunden in Nordrhein-Westfalen im letzten Jahr netto. Am besten kam dem BDEW zufolge Bayern weg.

Hohe Belastung für Stromkunden in NRW: Rund 2,9 Milliarden Euro zahlten die Bürger in 2013. dpa

Hohe Belastung für Stromkunden in NRW: Rund 2,9 Milliarden Euro zahlten die Bürger in 2013.

FrankfurtDie Bürger in Nordrhein-Westfalen zahlen im Bundesländervergleich am meisten für die Energiewende. Das geht aus Berechnungen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hervor, über die am Dienstag die "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" berichtete und die der Nachrichtenagentur AFP vorliegen. Während demnach die Nordrhein-Westfalen 2013 netto rund 2,9 Milliarden Euro bezahlten, war Bayern mit netto 770 Millionen Euro Mittelzufluss größter Profiteur.

Der BDEW bezog in seine Berechnungen Umlagezahlungen und Mittelverteilungen aufgrund des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) ein. Den Angaben zufolge erhielten die Besitzer von Ökostromanlagen in Nordrhein-Westfalen 2013 rund 1,6 Milliarden Euro EEG-Förderung. Die dortigen Stromkunden zahlten aber über die EEG-Umlage gut 4,5 Milliarden Euro. Während die Bayern 3,2 Milliarden Euro einzahlten, erhielten Besitzer von Ökostromanlagen in dem Freistaat vier Milliarden Euro Förderung.

Wie hoch darf die EEG-Umlage Ihrer Meinung nach maximal liegen?

Die EEG-Umlage zur Förderung des Ökostroms müssen Privathaushalte und Unternehmen zahlen. Energieintensive Betriebe sind ausgenommen oder bekommen Rabatte. Die Zahl der Ausnahmen ist in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen.

In sechs Länder - neben Bayern auch Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen - floss den Berechnungen zufolge mehr Förderung, als die Stromkunden an EEG-Umlage zahlten. Neben NRW gehörten Hessen mit einem Minus von 923 Milionen Euro und Baden-Württemberg mit 1,1 Milliarden Euro Minus zu den Bundesländern, in denen Stromkunden weit mehr an Umlage zahlten, als Ökostrombesitzer in ihrem Land gefördert werden.

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

05.02.2014, 10:21 Uhr

"Im derzeitigen Fördersystem der erneuerbaren Energien zahlen die Mieter in NRW die Photovoltaik-Förderung der bayerischen Hausbesitzer", lamentiert NRW-Wirtschaftsminister Duin.

Das ist seine eigene Schuld. Er und seine Partei, die SPD, haben wie auch die anderen Altparteien die Energiewende durch planwirtschaftliche Gesetze erzwungen. NRW war einst die Energiezentrale der Republik. Wenn die Energiewende jetzt den Industriestandort NRW ruiniert, die Versorger, an denen bekanntlich die Kommunen in großem Maße beteiligt sind, in die roten Zahlen treibt und Tausende von Arbeitsplätzen in den Kraftwerken zerstört, dann hat Herr Duin sich das selbst zuzuschreiben. Er ist Täter, kein Opfer.

Solange Herr Duin keine energiepolitische Kehrtwende fordert, also die ersatzlose Streichung des EEG, ist sein Lamentieren bloßes Wortgeklingel. Es sollte eigentlich dem HB auch keine Meldung wert sein.

HofmannM

05.02.2014, 10:37 Uhr

Nicht nur die NRW Bürger zahlen am meisten an der unsinnigen und überflüssigen Energiewende/EEG, sondern die gesamte deutsche Volkswirtschaft zahlt drauf!
Die Energiewende/EEG und Energieeinsparprolen von Politik und Medien bringen dem deutschen Volk mehr Verluste als Gewinn! Mit dieser Energiewende beginnt der Abstieg des deutschen Wohlstandsvolk! Eine Vernichtung von Volkskapital (Wohlstand) hat mit dem diktierten politisch gewollten Abschalten der sichersten und leistungsfähisten Kernkraftwerke der Welt begonnen!

Account gelöscht!

05.02.2014, 12:34 Uhr

Die Kostensteigerung durch dass EEG hat mit der Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien immer weniger zu tun. Dank einer Gesetzesänderung 2010 steigt die EEG-Umlage rasant an, obwohl nur wenig Stromerzeugungsanlagen zugebaut wird. Dies ist aber auch das erklärte Ziel der sog. (elektrischen) Energiewende, weil darauf die Mehrwertsteuer gezahlt werden muss. Die MwSt. macht weil prozentual berechnet auf einen hohen Sockel-Betrag viel mehr Sinn als auf einen niedrigen Betrag.
So ist es auch verständlich dass Betriebe die für ihre Wirtschaftlichkeit selbst Strom produzieren und verbrauchen dafür extra zur Kasse gebeten werden, Atomkraft und Kohlekraftwerkbetreiber aber nicht. Würden die letztgenannten ebenfalls eine EEG-Umlage auf den selbstgenutzten Strom bezahlen, würde die EEG-Umlage um 0,5 Cent/kWh sinken und weniger Mehrwertsteuer einspielen. Das werden die Politiker zu verhindern wissen. Herr Altmeier hat mit seiner Strompreisbremse für Herrn Schäuble eine große Gefahr dargestellt. Deshalb macht er jetzt an einer anderen Stelle einen anderen Job!
Fazit aus dem Artikel:
NRW mit seinen hohen Schulden subventioniert am meisten den Staat und die Firmen mit Strompreisprivilegien.

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