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25.07.2013

18:38 Uhr

Billigstromanbieter

Care Energy muss Energieumlage zahlen

ExklusivCare Energy ist wie andere Stromanbieter zur Zahlung der Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz verpflichtet. Das entschied ein Hamburger Gericht. Das Urteil stellt das Geschäftsmodell des Anbieters infrage.

Ein Urteil erschwert das Geschäft des Billigstromanbieters Care Energy. dapd

Ein Urteil erschwert das Geschäft des Billigstromanbieters Care Energy.

DüsseldorfEin Urteil des Landgerichts Hamburg stellt das Geschäftsmodell des Billigstromanbieters Care Energy infrage. Wie das Handelsblatt (Freitagausgabe) berichtet, entschieden die Richter am Donnerstag, dass Care Energy genau wie andere Stromanbieter zur Zahlung der EEG-Umlage verpflichtet sei. Das Landgericht verurteilte die Muttergesellschaft von Care Energy, die MK Gruppe des Inhabers Martin Kristek, zur Zahlung von rund 450.000 Euro an den Übertragungsnetzbetreiber Amprion. Der hatte die EEG-Umlage bereits abgeführt, dann aber keinen entsprechenden Ausgleich von Care Energy erhalten.

Care Energy will trotz des Urteils nicht zahlen. „Wir werden in diesem und allen vergleichbaren Verfahren eine Entscheidung durch den Bundesgerichtshof herbeiführen“, sagte Kristek und kündigte Berufung an. „Bis zur endgültigen Klärung des Sachverhalts werden wir weiter alle aus unserer Sicht falsch an uns gestellten Rechnungen zurückweisen.“

Fragen und Antworten zur Förderung der erneuerbaren Energien

Was ist die EEG-Umlage?

Rund 45 Prozent des Strompreises machen bereits Steuern, Abgaben und Umlagen aus - im Fokus steht besonders die sogenannte EEG-Umlage. Im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sind für Wind- und Solarparks, Biogasanlagen und Wasserkraftwerke auf 20 Jahre garantierte feste Vergütungssätze festgelegt. Daher ist mit einem raschen Sinken der Förderkosten vorerst nicht zu rechnen.

Wie werden die Vergütungssätze berechnet?

Gezahlt wird die Differenz zwischen dem garantierten Vergütungssatz für den Hersteller und dem tatsächlich am Markt erzielten Preis. Die Verwalter des Umlage-Kontos, die Übertragungsnetzbetreiber, berechnen angesichts der Anlagenzahl und von Erfahrungswerten beim Wetter die möglichen Fördersummen und geben immer zum 15. Oktober eine Umlage für das kommende Jahr an. Verrechnen sie sich, wird das mit der nächsten Umlage korrigiert.

Was ist das Quotenmodell?

Beim Quotenmodell müssen Energieversorger einen bestimmten Anteil des Stroms aus erneuerbaren Quellen liefern - notfalls durch Zukauf von Ökostrom bei Betreibern von Wind- oder Solarparks. Wie sie das anstellen ist nebensächlich, Hauptsache sie erfüllen die Quote. Wenn sie die Quote nicht erfüllen, müssen sie Strafe zahlen. Bisher haben etwa Großbritannien und Schweden das Quotenmodell umgesetzt.

Amprion dagegen pocht auf sein Recht. „Auch im Fall der Berufung durch die Gegenseite werden wir die Vollstreckung gegen Sicherheitsleistung betreiben“, sagte ein Unternehmenssprecher dem Handelsblatt. Das Vorgehen wegen der Forderungen seit Januar werde noch abgestimmt.

Bei dem Gerichtsstreit in Hamburg ging es nur um einen Bruchteil des Betrages, der wirklich auf dem Spiel steht. Die 453.046,83 Euro beziehen sich auf die EEG-Umlage, die Care Energy allein in den Monaten September bis Dezember 2012 nicht an Amprion zahlte. Die Summe, die seitdem auflief, ist um ein Vielfaches größer.

Von

iw

Kommentare (9)

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egal

25.07.2013, 19:55 Uhr

So eine Sauerei!
Ich will Strom ohne EEG-Umlage, wo bekomme ich den?

SunInvention

25.07.2013, 21:31 Uhr

Selbst produzieren?

voscanol

25.07.2013, 23:04 Uhr

da werden wir ja bald die nächste Insolvenz sehen
gehe ich jede Wette ein

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