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22.08.2013

11:37 Uhr

Bis in die Pleite

Solarfirmen und die ministerielle Spendierlaune

VonJohannes C. Bockenheimer

Das dutzendfache Stolpern deutscher Solarunternehmen scheint die Bundesregierung nicht abzuschrecken. Die Branche wird weiterhin großflächig subventioniert. Millionenbeträge werden verpulvert.

Module eines Solarparks in Hessen: Die Branche wird weiterhin großflächig subventioniert. dpa

Module eines Solarparks in Hessen: Die Branche wird weiterhin großflächig subventioniert.

BerlinSunways, Solarworld, Q-Cells, SMA Solar oder Conergy: Die Liste der Firmeninsolvenzen oder finanziellen Krisenfälle in der Solarbranche ist mittlerweile sehr lang. Marktkenner machen vor allem den Preisrückgang im Bereich der Photovoltaik für das gleich dutzendfache Stolpern deutscher Solarunternehmen verantwortlich.

Die Regierung scheint von alldem nichts mitzubekommen. Mag der Preisverfall sich bereits vor Jahren angekündigt haben: Berlin hält an der großflächigen Subvention einer Branche fest, in der es derzeit so vital zugeht wie auf dem Wiener Zentralfriedhof. Im Mai kündigten die Bundesminister für Umwelt und für Bildung an, das Forschungsförderprogramm "Innovationsallianz Photovoltaik" um 50 Millionen Euro aufstocken zu wollen. Die Bewerbungsfrist läuft bis Ende August.

Das Programm startete 2010 und wurde ursprünglich mit einem üppigen 100-Millionen-Euro-Fördertopf versehen. Neben Forschungsinstituten durften sich auch Unternehmen um die Fördermittel bewerben. Insgesamt sollen 26 "anwendungsnahe" Forschungsprojekte im Bereich Photovoltaik mit dem Programm unterstützt werden.

Wo in Deutschland der meiste Solarstrom produziert wird

Platz 1

Absoluter Spitzenreiter in Sachen Solarenergie ist Bayern: Mit 9422 Megawatt Nennleistung stehen fast 30 Prozent der gesamten deutschen Nennleistung der Solarenergie in dem südlichen Bundesland. Bayern ist jedoch mit 5.257 Megawatt Nennleistung auch führend in Sachen Kernenergie. Zwei der vier Atomkraftwerke gehören Eon, die anderen beiden RWE.

Platz 2

Den zweiten Platz bei der Solarenergie belegt Baden-Württemberg. Die dort installierten Solaranlagen können bei Vollauslastung 4.286 Megawatt Strom erzeugen, das entspricht einem Anteil von 13 Prozent an der gesamten in Deutschland installierten Leistung im Bereich Solar. Ganz weit vorne liegt das Bundesland bei den Pumpspeicherkraftwerken: In Baden-Württemberg stehen Anlagen mit einer Nennleistung von 1.873 Megawatt.

Platz 3

Platz 3 der Bundesländer mit den meisten Solaranlagen belegt mit 3.569 Megawatt Nordrhein-Westfalen. Das Bundesland ist jedoch auch Spitzenreiter bei der klimaschädlichen Braunkohle: Fast die Hälfte der deutschen Gesamtleistung produzieren die Kraftwerke dort.

Platz 4

Den vierten Platz im Ranking der Bundesländer belegt Niedersachsen mit 3.043 Megawatt installierter Leistung. Absolute Spitze ist das Land jedoch in Sachen Windkraft an Land: Fast ein Viertel der installierten Leistung in Deutschland steht dort.  

Platz 5

Brandenburg führt die Gruppe der Ostländer an und belegt den fünften Platz im Ranking: 2.629 Megawatt Solarstrom könnte dort bei voller Auslastung produziert werden.

Platz 6

Den sechsten Platz bei der Solarenergie belegt Hessen. Die dort installierten Solaranlagen können bei Vollauslastung 1.591 Megawatt Strom erzeugen.

Platz 7

Rheinland-Pfalz belegt den siebten Platz im Ranking: 1.471 Megawatt Solarstrom könnte dort bei voller Auslastung produziert werden.

Platz 8

Solaranlagen mit 1.433 Megawatt Nennleistung stehen in Sachsen-Anhalt. Gemeinsam mit Wind stellt die Sonne den wichtigsten Energieträger für das Land dar.

Platz 9

1.318 Megawatt Solarstrom könnten in Sachsen bei voller Auslastung produziert werden. Hauptstromlieferant ist jedoch die Braunkohle – fast die Hälfte der installierten Nennleistung in dem Bundesland geht auf diesen Energieträger zurück.

Platz 10

Schleswig-Holstein belegt den siebten Platz im Ranking: 1.283 Megawatt Solarstrom könnte dort bei voller Auslastung produziert werden.

Wie jedoch aus der Antwort auf eine Anfrage der Fraktion "Die Linke" hervorgeht, die dem Handelsblatt vorliegt, gelang dies nur mit zweifelhaftem Erfolg. Mindestens 20 Prozent der Fördermittel flossen an Firmen, die in finanzielle Schwierigkeiten gerieten, anschließend Jobs abbauten, Insolvenz anmelden mussten oder sich aus dem Solarsektor verabschiedeten.

Kommentare (3)

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HofmannM

22.08.2013, 12:44 Uhr

Schafft das Subventions- und Wohstandsvernichtungsgesetz der Erneuerbaren Energie Abzockerbranche ab! Schafft endlich das asoziale und perfide EEG ab! Die Marktwirtschaft einer freien und offenen Gesellschaft muss wieder über die Beste Stromerzeugungsform entscheiden und nicht ein ideologisches und politisches Zwangs-Subventions-Abgabengesetz Namens EEG (Erneuerbaren Energien Gesetz)!!!
Die Energiewende ist auf Basis des EEG nicht mehr zu rechtfertigen. Die Abzocker der Erneuerbaren Energieerzeuger gehört das politische Abzockerwerkzeug EEG, dass den Bürger immer mehr zum Zahlungszwang (Subventionierung) verpflichtet mit sofortiger Wirkung einzustellen und abzuschaffen! Danke!

Eigenversorger

22.08.2013, 14:05 Uhr

Gern.

Wenn:

- die Atomkonzerne die 200 Mrd. € Subventionen seit 1960 zurückzahlen.
- RWE/Eon alle Haftungen auch über 2.5 Mrd € übernehmen.
- die Steinkohleförderung in Höhe von 187 Mrd. € seit 1949 zurückgezahlt wird.

HofmannM

22.08.2013, 15:29 Uhr

@Eigenversorger
Haben Sie für Ihre Subventionsbehauptungen Beweise?
Wenn nicht, dann hören Sie auf zu LÜGEN!
Danke!

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