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29.01.2014

09:40 Uhr

Branche unter Druck

Jobschwund bei den Erneuerbaren Energien

Die Solarindustrie und die Offshore-Windkraftbranche geraten unter Druck. Tausende Arbeitsplätze sind bereits weggefallen, und der Stellenabbau geht weiter.

Arbeitsplätze werden rar in der Solarbranche. Reuters

Arbeitsplätze werden rar in der Solarbranche.

In der Branche der erneuerbaren Energien sind im vergangenen Jahr zahlreiche Arbeitsplätze weggefallen. In der Solarindustrie verschwanden laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes und des Bundesverbands der Solarwirtschaft (BSW) vom Dienstag tausende Jobs. Auch in der Offshore-Windindustrie wurden nach jüngsten Gewerkschaftsangaben viele Stellen gestrichen.

Das Statistische Bundesamt bestätigte am Dienstag Zahlen, über die zunächst die „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ berichtet hatte. Demnach waren vorläufigen Angaben zufolge im November 2013 gut 4800 Menschen in der Herstellung von Solarzellen und Solarmodulen beschäftigt – etwa 2700 oder ein Drittel weniger als ein Jahr zuvor. Anfang 2012 hatten noch mehr als 10.000 Menschen in der Branche gearbeitet.

Der BSW bestätigte die Abwärts-Entwicklung auf AFP-Anfrage, nannte jedoch andere Zahlen. Im Jahr 2011 habe es nach einer Erhebung des Wirtschaftsforschungsunternehmens Prognos umgerechnet 22.000 Vollzeitstellen in der Produktion von Solarstromanlagen gegeben, erklärte eine Sprecherin. Nach Erkenntnissen des BSW habe sich diese Zahl in den vergangenen zwei Jahren halbiert. Dabei seien allein 2012 etwa 25 bis 30 Prozent der Stellen verloren gegangen. Insgesamt gab es 2013 in der Anlagenproduktion und damit zusammenhängenden Branchen noch etwa 60.000 Arbeitsplätze, wie die Sprecherin erklärte.

Welche der erneuerbaren Energien hat die größten Chancen?

Nach Angaben der IG Metall gingen auch in der Offshore-Windindustrie Jobs verloren. Im vergangenen Jahr seien mehr als 2000 Arbeitsplätze gestrichen worden, teilte die IG Metall des Bezirks Küste bereits am Montag mit. Weitere Entlassungen seien für das laufende Jahr angekündigt.

Betriebsräte in Unternehmen, die Windkraftanlagen für den Einsatz im Meer bauen, hätten von einer Auslastung der Firmen nur noch bis Mitte des Jahres berichtet. Teilweise reichten die Aufträge sogar nur bis April. Besser sei die Lage in der Onshore-Windindustrie - also bei Anlagen an Land. Dort seien keine Entlassungen geplant.

Kommentare (5)

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HofmannM

29.01.2014, 10:24 Uhr

Durch die Zwangssubventionierung der sog. Erneuerbaren Energien durch das EEG fallen ja nicht nur die subventionierten Arbeitsplätze der Erneuerbaren Energiebranche weg, sondern auch die marktfähigen und wiritschatlichen Arbeitsplätze der bestehenden Energieerzeuger-Kraftwerke von Kohle, Gas und Kernkraft!
Die grünsozialistische Ideologie einer Energiewende führt unsere Gesellschaft direkt in eine neue Mangel und Armutsgesellschaft! Grüne Energie = Sabotbage am deutschen Volk/Wohlstandsgesellschaft!

Account gelöscht!

29.01.2014, 12:50 Uhr

Der Verlust von Arbeitsplätzen ist immer bitter. Erstaunlich ist aber, dass ein solcher Arbeitsplatzabbau einsetzt, trotz massivster Förderungen dieses Industriezweiges. Was sind die Gründe? Sind es nur die billigen China-Produkte?

In der Printausgabe des HB von heute nimmt Stephan Kohler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Energie-Agentur zu der geplanten Reform des EEG Stellung. Danach werden wir bei weiterem Zubau mit jährlich 2500 MW bis zum Ende des Jahres 2025 eine installierte Leistung von 130.000 MW an Wind- und PV-Anlagen haben. 130.000 MW!
Wörtlich: " Paradoxer geht es nicht. Wann endlich setzt sich die Erkenntnis durch, dass bei einer Leistungsnachfrage in Deutschland, die je nach Tages- und Jahreszeit zwischen 30.000 und 80.000 MW schwankt, nicht so einfach 130.000 MW von PV und Windkraftwerken integriert werden können? Es dürfte nur so viel Kapazität zugebaut werden,wie vermarktet und kosteneffizient integriert werden kann...." Anschliessend geht Herr Kohler noch auf die Kostendynamik, Investitionen für den Netzausbau, den weiter fehlenden Wettbewerb (Stichwort: Ausfallvermarkter für nicht vermarktbaren Strom!) und den drohenden Wohlstandsverlust im Industrieland Deutschland ein.

Mein uneingeschränkter Beifall zu dieem Artikel.,

Die, die jetzt so laut nach noch mehr Subventionen rufen, um den eigenen landesspezifischen Vorteil zu wahren, sollen doch bitte einmal erklären, wofür die bundesdeutschen Bürger einen solch riesigen, ineffektiven und letztlich tendenziell nutzlosen EE-Kraftwerkspark benötigen. Die Rufer sollten sich auch fragen, weshalb sie bereits so weit in planwirtschaftlichem Denken verhaftet sind und warum die Marktwirtschaft so offensichtlich von ihnen torpediert wird.

JoshuaErmecke

29.01.2014, 18:09 Uhr

Faszinierend, dass ausgerechnet wieder die IG Metal hier meckern muss! Der Haupt (!) Industriezweig den sie vorgeben zu vertreten leidet doch mit am meisten unter dem ganzen EEG Wahnsinn. Das ist ein absolut faszinierender Aspekt, der auch im neuen Report "Energiepolitik im Konzeptnebel" von KE-Research sehr gut beleuchtet wird: in Deutschland geben sich eigentich alle Verbände und auch Unternehmen Pro Grün und somit oft pro Planwirtschaft und machen oft selber auch noch Werbung für Konzepte, die ihnen deutlich schaden. Da fragt man sich doch, ob sich unsere Wirtschafts- und Industireverbände nicht vielleicht auch strategisch in einem Konzeptnebel verirrt haben.

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