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19.09.2013

17:23 Uhr

Bundesnetzagentur

Deutsches Stromnetz sehr zuverlässig

Eine knappe Viertelstunde standen die Deutschen im vergangenen Jahr durchschnittlich ohne Strom da. Damit verbesserte sich die Versorgung der Haushalte sogar zum Vorjahr. Die Energiewende ist dafür aber nicht der Grund.

Hochspannungsmasten bei Brokdorf: Weniger Stromausfälle in 2012 als im Vorjahr. dpa

Hochspannungsmasten bei Brokdorf: Weniger Stromausfälle in 2012 als im Vorjahr.

BonnDie Stromversorgung in Deutschland ist nach Einschätzung der Bundesnetzagentur trotz des holprigen Starts der Energiewende weiterhin sehr zuverlässig. Im vergangenen Jahr waren die Haushalte im Durchschnitt 15,91 Minuten ohne Strom, wie die Aufsichtsbehörde am Donnerstag in Bonn mitteilte. Die Dauer der Versorgungsunterbrechungen lag damit nur geringfügig über den Werten von 2011 und deutlich unter dem Mittelwert der Jahre 2006 bis 2011.

„Ein maßgeblicher Einfluss der Energiewende und der damit einhergehenden steigenden dezentralen Erzeugungsleistung auf die Versorgungsqualität kann somit für das Berichtsjahr ausgeschlossen werden“, sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann.

Der Behördenchef hatte erst vor wenigen Tagen seine Zuversicht signalisiert, dass die Stromnetze auch im kommenden Winter den Belastungen standhalten werden. „Die Lage ist angespannt, aber wir halten sie für beherrschbar, der Blackout steht nicht vor der Tür“, sagte Homann auf einem Energiekongress in München.

Um größere Schwankungen im Netz abzufedern, sollen nicht zuletzt Reservekraftwerke mit einer Gesamtleistung von 2540 Megawatt zum Einsatz kommen, die die Übertragungsnetzbetreiber auch im Winter vorhalten werden. Durch den Ausbau der erneuerbaren Energien mit ihrer stark schwankenden Einspeisung ist es insgesamt schwieriger geworden, die Netzstabilität zu halten.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

20.09.2013, 07:43 Uhr

Na ja, der Netzbetreiber Tennet meldete vor ein paar Tagen dass er aufgrund des hohen und volatilen Ökostromanteils in der ersten Jahreshälfte 2013 an 177 von 181 Tagen ins Netz eingreifen und Kraftwerke sowie Windkraftanlagen herunterfahren musste. Nach meiner laienhaften Vorstellung wächst damit die Wahrscheinlichkeit, dass mal ein Mitarbeiter eines Netzbetreibers auf den falschen Knopf drückt.....

Gast

20.09.2013, 11:44 Uhr

Lieber beim Netzbetreiber einen falschen Knopf erwischt, als in einem Kraftwerk und mal kurz den Knopf zum Abschalten der Pumpen im Kühlkreislauf zu erwischen.

SgH

21.09.2013, 08:23 Uhr

Naja, vielleicht sollten sich die Verantwortlichen mal mit der Truthahn-Illusion auseinandersetzen ... :-(

Ein Truthahn, der Tag für Tag von seinem Besitzer gefüttert wird, hat nicht die geringste Ahnung, was am Tag X passieren wird. Er muss aufgrund seiner täglich positiven Erfahrung annehmen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass etwas Gravierendes passiert von Tag zu Tag kleiner wird, bzw. steigt das Vertrauen mit jeder positiven Erfahrung (Fütterung). Am Tag vor Thanksgiving wird jedoch ein entscheidender Wendepunkt eintreten, mit fatalen Folgen für den Truthahn. Die Truthahn-Illusion steht auch für die Überzeugung, dass sich jedes Risiko berechnen lässt, obwohl das nicht möglich ist. Eine einfache Möglichkeit damit umzugehen ist Subtraktion statt Addition von Wissen. Was wir heute wissen, kann sich morgen als falsch erweisen, aber etwas, von dem wir wissen, dass es falsch ist, kann sich nicht – jedenfalls nicht so ohne Weiteres – als richtig herausstellen. Falsifikation ist schlüssiger als Bestätigung. Wir wissen wesentlich besser, was falsch, als was richtig ist, oder negatives Wissen (Was ist falsch? Was funktioniert nicht?) ist robuster gegen Irrtümer als positives Wissen (Was ist richtig? Was funktioniert?).

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