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04.10.2013

15:32 Uhr

Bundesnetzagentur

Schon bald mehr Reservekraftwerke nötig

Für die Winter in den nächsten Jahren wird mehr konventionelle Kraftwerksenergie benötigt, als bisher vermutet. Eine Analyse legt die Gründe offen. Die Energiebranche ist davon nicht begeistert; sie wittert hohe Kosten.

Wasserdampfsäulen aus dem Braunkohlekraftwerk in Jänschwalde: Mehr konventionelle Energie für die kommenden Winter benötigt. dpa

Wasserdampfsäulen aus dem Braunkohlekraftwerk in Jänschwalde: Mehr konventionelle Energie für die kommenden Winter benötigt.

Bonn/BerlinUm die Stabilität des deutschen Stromnetzes sicherzustellen, werden schon in wenigen Jahren weit mehr Reservekraftwerke benötigt werden als bislang. „Die Analysen für den Winter 2015/16 zeigen, dass fast doppelt so viel konventionelle Kraftwerksleistung vorgehalten werden muss wie für den kommenden Winter“, sagte der Präsident der Bundesnetzagentur Jochen Homann.

Als Gründe dafür nannte Homann die Abschaltung des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld Ende 2015 und eine weitere Verschiebung der Erzeugung in den Norden. Außerdem gehe die Behörde sicherheitshalber davon aus, dass sich die Fertigstellung der Süd-West-Kuppelleitung verzögere.

Die Kraftwerksreserve dient dazu, kritische Situationen im Übertragungsnetz zu beherrschen. Für den kommenden Winter sollen Reservekraftwerke mit einer Gesamtleistung von 2540 Megawatt bereitstehen. Die weitere Aufstockung der Netzreserve dürfte nach Einschätzung der Bundesnetzagentur keine unlösbaren Problem bereiten. Ein von den Übertragungsnetzbetreibern mit der Bundesnetzagentur initiierter Neubau von Erzeugungsanlagen, wie er rechtlich möglich wäre, sei für den Winter 2015/16 nicht erforderlich, betonte die Behörde.

Die Energieerzeuger sehen die Reservepolitik der Bundesregierung kritisch. Es werde sich „nicht mehr lange halten lassen“, den Netzbetreibern vorzuschreiben, Reservekraftwerke für den Winter anzumieten, statt einen Markt für Reservekapazitäten zu schaffen, sagte RWE-Chef Peter Terium.

Die Bundesnetzagentur verbiete es den Energieunternehmen, Kraftwerke abzustellen, obwohl der Betrieb wirtschaftlich keinen Sinn mehr ergebe. „Dafür bekommen wir eine Vergütung, die nicht einmal die Kosten deckt. Manche in der Politik scheinen vergessen zu haben, dass es nicht der Sinn eines Unternehmens ist, kein Geld zu verdienen.“

Kommentare (17)

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vandale

04.10.2013, 15:48 Uhr

Aktuell bezahlen die Versorger einen erheblichen Teil der "Erneuerbaren Energien". Diese tragen keinerlei Verantwortung für die Netzstabilität und so müssen moderne Grosskraftwerke in Teillast, oder in heisser, oder kalter Reserve gefahren werden die nicht vergütet wird. Die Entschädigungen für Reserven scheinen auch ein wenig knapp zu sein.

Staat und Politik werden nicht umhin kommen die gesicherten Kapazitäten moderner Grosskraftwerke zu vergüten.

Insgesamt bedarf es einer gesicherten Kapazität von gut 90.000MW. Dies entspricht bei einem Ersatzbau von 2000 MW jährlich Kosten von gut 10 Mrd. €. Diese addieren sich zu wesentlichen Teilen zu den anderen Kosten "Erneuerbarer Energien" von aktuell etwa 30 Mrd. €.

Vandale

Account gelöscht!

04.10.2013, 16:03 Uhr

Wundert das ganze irgend jemanden außer den GrünInnen, für die der Strom aus der Steckdose kommt? Sone und Wind gibt es eben nicht immer dann, wenn man sie braucht. Ich erinnere nur an den letzten Winter, m.W. der düsterste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, bei dem sich oft genug eine dicke Wolkendecke mit Windstille paarte.
Das ganze EEG ist ein einziger Alptraum! Unsere Altvorderen waren froh, von der Zufallsenergie der Natur unabhängig zu werden, und wir führen diese im Grunde vorsintflutliche Technik wieder ein. Nicht zu fassen!

Account gelöscht!

04.10.2013, 16:36 Uhr

Bei der sog. Energiewende geht es nicht um sauberen Strom, sondern lediglich um die Generierung von Steuern und Subventionen. In 2013 zahlt der deutsche Verbraucher mindestens 40 MRD Euro an Steuern und Subventionen.
Quelle:
https://www.bdew.de/internet.nsf/id/05B6EBC2BF77350DC1257AD700582730/$file/130527_BDEW_Strompreisanalyse_Mai%202013_presse.pdf
(Siehe Seite 24 dieser Präsentation, man beachte das *)
Für den Staat ist das ein Riesengeschäft, denn beim Verbraucher besteht die grundsätzliche Bereitschaft für ökologische Produkte zu zahlen.Das nutzt die Politik schamlos aus. Daß sie über die Stromrechnung abgezockt werden, verstehen die Leute nicht. Der Staat wird über 20 Jahre feste Einnahmen aus dem Projekt Energiewende haben. Mit der 1 Billion, die Min. Altmeier mal in den Raum stellte, wird man nicht auskommen, nach meiner Rechnung werden es wohl eher 3 Billionen (40 MRD Steuern und Subventionen für 20% EE-Stromanteil = 160 MRD p.a. für 80% Stromanteil mal 20 Jahre = 3.200 MRD).Und das für eine Technologie, die nicht grundlastfähig ist! Ich weiss, überschlägliche Rechnung, es wird billiger, wir werden innovativer, müssen was tun usw... . Dass in diesem Land die Bürger keine Rolle mehr spielen, sehe ich beim Blick aus dem Fenster. Ich wohne im Rhein-Hunsrück-Kreis mit aktuell 182 Windrädern. Nach dem Willen der Mainzer Politik sollen es im Endstadium 340 Räder sein, und das in einer der reizvollsten Mittelgebirgslandschaften Deutschlands. Dass die Richter jetzt auch Schutzgebiete zum Abschuss freigeben passt zu der zunehmenden Entrechtung der Bürger in diesem Land.
Wer wissen will, wie es in einer so main-stream-energiesauberen Gegend aussieht, schaut bitte den Beitrag von gestern in der Mediathek von SWR. Wer bitte will hier am Ende noch wohnen? Wer will noch ein Haus kaufen? Wer kommt für die Verluste an Wohnqualität und die Enteignung auf?

Al Jazeera und die Energiewende in RLP:

http://swrmediathek.de/sendungverpasst.htm?show=282310

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