Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.09.2013

13:53 Uhr

Bundesnetzagentur

Stromversorgung ist auch im Winter gesichert

Die dunkle Jahreszeit beschert Stromnetzen sowie Energieerzeugern Spitzenauslastungen. Einen Stromausfall müssen Verbraucher aber nicht fürchten. Erst im nächsten Winter könnte das Netz seine Kapazitätsgrenzen erreichen.

Strommasten bei Fulda: Flächendeckende Stromausfälle im kommenden Winter unwahrscheinlich. dapd

Strommasten bei Fulda: Flächendeckende Stromausfälle im kommenden Winter unwahrscheinlich.

MünchenDeutschland muss der Bundesnetzagentur zufolge im kommenden Winter nicht wegen Stromausfällen im Dunkeln frieren. „Die Lage ist angespannt, aber wir halten sie für beherrschbar“, sagte Agenturchef Jochen Homann am Dienstag auf dem Deutschen Energiekongress in München. „Der Blackout steht nicht vor der Tür.“ Die sogenannte Winterreserve liege etwa wie im Vorjahr bei 2500 Megawatt. „Ein Teil ist abgedeckt durch bestehende Verträge der Netzbetreiber, das sind circa 2000 Megawatt. Es bleiben noch etwa 500 Megawatt, die noch besorgt werden müssen. Das ist ein Thema für die nächsten Wochen.“

Die geplanten Abschaltungen von Kraftwerken fielen bislang noch nicht ins Gewicht. Bisher sei nur die Stilllegung von 19 Kraftwerksblöcken bei seiner Behörde beantragt worden. „Neun davon haben keine Systemrelevanz. Zehn sind noch in der Prüfung und deren Systemrelevanz noch offen“, sagte Homann. Gründe für die Abschaltung seien die geringen Strompreise an der Börse sowie die Weltmarktpreise für Gas.

Er warnte allerdings davor, dass die Versorgungssicherheit in den nächsten Jahren in Gefahr geraten könnte. „Was passiert im Winter 2015/16, wenn das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld vom Netz geht und die Strombrücke durch Thüringen nicht fertig wird?“ Derzeit sehe es so aus, dass die wichtige Nord-Süd-Verbindung dann stehe, um Strom aus den Windparks an der Küste in die Industriezentren im Süden zu leiten. Allerdings müssten sich seine Behörde und die Energiebranche auch darauf gefasst machen, dass es nicht klappt.

Homann drängte auf einen beschleunigten Ausbau der Stromtrassen in Deutschland und die Anbindung von Windparks in der Nordsee. „Dem Netzausbau gehört mehr Aufmerksamkeit“, warb der Amtschef. Zudem müsse der Strommarkt in Deutschland zügig nach der Bundestagswahl neu gestaltet werden. Seiner Ansicht nach braucht es dafür allerdings kein eigenes Regierungsressort. „Ich halte nicht viel davon, eine Energieministerium in Szene zu setzen.“

Von

rtr

Kommentare (8)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

10.09.2013, 14:36 Uhr

Man bedenke, dass wir nach den Grünen Plänen erst am Anfang der Wende zu den Erneuerbaren Energien stehen.

Vor ein paar hundert Jahren haben die schönen holländischen Windmühlen dann Mehl gemahlen, wenn der Wind geweht hat. Das war doch eine schöne romantische Zeit, zu der wir mit Grünen Herzen zurück kehren. Oder wir nehmen Geld im Billionen-Bereich in die Hand und investieren in Stromspeicher. Was kostet die Welt?

vandale

10.09.2013, 15:46 Uhr

In den vergangenen 40 Jahren gab es nie derartige Meldungen in der Zeitung. Eine gesicherte Stromversorgung erschien selbstverständlich.

Zusammenbrechende Stromnetze waren ein Phänomen des sozialistischen Ostblocks, oder Afrikas.

Jetzt klopft der (öko) Sozialismus heftig an die Tür.

Vandale

laika0231

10.09.2013, 18:25 Uhr

Ich bin sehr optimistisch, dass deutsche Ingenieurskunst die Herausforderungen, die vor uns liegen, meistern kann. Die ewigen Nörgler und Schwarzseher scheinen jedoch kein Vertrauen in die Fähigkeiten der deutschen Ingenieure zu haben. Oder wollen diese die Energiewende nur aus Eigeninteresse abwürgen?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×