Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.01.2014

06:00 Uhr

Ceramic Fuel Cells

Lautloses Kraftwerk für den Keller

VonFlorian Hückelheim

Es ist so groß wie eine Spülmaschine, erzeugt Strom und Wärme und zählt noch zu den Luxusgütern unter den Hausgeräten: ein Brennstoffzellen-Kraftwerk. In Heinsberg fertigt ein Startup die Zukunftstechnik in Kleinserie.

Unauffällig und platzsparend: Der BlueGen-Generator von Ceramic Fuel Cells (links). PR-Bild

Unauffällig und platzsparend: Der BlueGen-Generator von Ceramic Fuel Cells (links).

Es geschieht beinahe unhörbar, bei Tag, bei Nacht – immer. In U-Booten, Space-Shuttles, Autos und sogar in deutschen Heizungskellern. Brennstoffzellen gelten hierzulande als Exoten, wenn es darum geht, ein Haus mit Wärme und Elektrizität zu versorgen. Doch die Technologie ist auf dem Vormarsch, denn immer mehr Hersteller wagen sich an die Fertigung von Kleinserien.

Ceramic Fuel Cells ist einer von ihnen. Seit Anfang 2012 produziert das australisch-deutsche Unternehmen Mikrokraftwerke, die mit der Effizienz eines modernen Gaskraftwerks und der Größe einer handelsüblichen Waschmaschine daherkommen. Im nordrhein-westfälischen Heinsberg entsteht so ein Gerät, das einen entscheidenden Beitrag zur Energiewende leisten kann.

Mittels einer Festoxid-Brennstoffzelle, in der immer dann Strom und Wärme erzeugt wird, wenn sich Wasserstoff und Sauerstoff aus der Luft zu Wasser verbinden, will der Hersteller einen Gesamtwirkungsgrad von bis zu 85 Prozent erreichen. Alles, was dafür nötig ist, ist neben einem Strom-Anschluss die Versorgung mit Gas und Wasser. Die BlueGen genannte Anlage kann sowohl aus Erd- als auch aus Biogas die nötigen Kohlenwasserstoffe gewinnen, um die Reaktion in Gang zu bringen. Das alles geschieht bei Temperaturen von etwa 750 Grad Celsius, die bei der Verbrennung des Gases entstehen.

Kommentare (18)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

28.01.2014, 07:38 Uhr

"Im nordrhein-westfälischen Heinsberg entsteht so ein Gerät, das einen entscheidenden Beitrag zur Energiewende leisten kann."
Soweit die Theorie. Mit Sicherheit sind diese Geräte, wie auch BHKW die effektivste Art, Gas in Energie umzuwandeln.
Sie haben aber einen entscheidenden Nachteil: Sie lassen die Gewinne in die Taschen der Bürger fließen, und nicht in die Taschen der Energiekonzerne.
Deshalb wird diese Technik durch die Lobbyisten der Energiekonzerne mittels der Marionetten in der Regierung massiv sabotiert: Zur Zeit sind 4ct Zwangsabgabe auf jede selbstgenutzte kWh Strom im Gespräch. Man will damit vor allem Kleinerzeuger treffen. Die Erzeugung von Strom und Nutzung der Abwärme würde sich sonst lohnen.

Und so wird weiter in Kohlekraftwerken Strom erzeugt und die Wärme sinnlos in die Umwelt geblasen.

Soviel zum Thema Energiewende ala CDU!!

pit

28.01.2014, 08:22 Uhr

Es sieht so aus als ob die Heizungshersteller ihre Kleinserie möglichst unentdeckt lassen wollen. Als Hausbesitzer bin ich an solchen Anlagen durchaus interessiert. Aber wo keine Werbung da kein Käufer. Interessant wäre auch die Kombination einer kleinen Photovoltaikanlage mit solchen Heizungen; insbesondere wenn man ein Elektrofahrzeug hat.

Account gelöscht!

28.01.2014, 08:43 Uhr

Die Kombination aus Stom- und Wärmeerzeugung im eigenen EFH/MFH ist höchst interessnt. Schon bei BHKW. Zum einen fallen die Preise dieser Anlagen, zum anderen gibt es auch technologisch große Fortschritte. Zusammen mit der Vergasung von überschüssiger Windenergie und Transport/Speicherung des so gewonnenen Erdgases eine echte Alternative zu den ständig überlasteten und ungeliebten Hochspannungstrassen, auch von den Leitungsverlusten her gesehen.
Die ganze Sache ist aber so effektiv, dass sie politisch in keiner Weise gewollt ist. Die Gewinne der großen Versorger sind bei dieser zunehmenden Dezentralisierung gefährdet.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×