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30.04.2014

17:28 Uhr

Christof Queisser

„Mich interessieren Visionen, die Realität werden“

Christof Queisser ist Chef der Traditionsmarke Rotkäppchen-Mumm. Im Interview spricht er darüber, warum Tradition und Innovation miteinander verbunden sind, und wann eine Vision bloß Träumerei ist.

Christof Queisser: Die besten Ideen kommen dem Chef von Rotkäppchen-Mumm auf Reisen. dpa

Christof Queisser: Die besten Ideen kommen dem Chef von Rotkäppchen-Mumm auf Reisen.

Wie lassen sich Tradition und Innovation verbinden?
Tradition und Innovation sind schon per se verbunden: Wenn Sie in die Historie gehen, beginnt meistens die Tradition mit der Innovation und entwickelt sich da. Das ist für mich ein „Synonym“, die beiden Begriffe passen zusammen. Über die Zeit wird dann meist aus einer Innovation eine Tradition.

Welche Innovation hat die Welt am Nachhaltigsten verändert?
Der Buchdruck ist für mich eine extrem nachhaltige Innovation, weil er die Basis gelegt hat. Denn Computer, die neuen Medien oder das Internet, sie alle gehen im Kern darauf zurück. Die Verbreitung der Nachrichten ist für mich eine der wesentlichen Innovationen.

Wer ist der größte Visionär?
Ich würde die Frage gerne so beantworten: Mich interessieren Visionen, die Realität werden. Es gibt eine Vielzahl von Menschen, Mitarbeitern, die eine Vision realisieren. Klar, es braucht einen, der die Vision ausformuliert. Aber dahinter braucht man auch immer die Menschen und Teams. Über Steve Jobs sagen viele, er sei ein visionärer Unternehmenslenker gewesen. Das stimmt, aber er hatte auch eine Unternehmenskultur und ein Team dahinter, die diese Vision getragen haben.

Sollte der, der Visionen hat, wirklich zum Arzt gehen?
Nein! Der, der Visionen hat, sollte sie kundtun und sich mit den Menschen zusammentun, ob es im Privaten ist, im Beruflichen oder im Sozialen, und sie realisieren. Das ist das Wichtigste. Denn eine Vision, die nicht realisiert wird, ist Träumerei.

In welchen Momenten kommen Ihnen die besten Ideen?
Auf Reisen. Oder nach einem anstrengenden Tag, wenn ich dann Zeit zur Reflexion habe. Da kommen mir die besten Ideen. Die reifen bei mir oft auch. Eine Idee entwickelt sich oftmals auch in Gesprächen. Wichtig ist, dass man an Themen offen herangeht. Erst muss man sie aus vielen verschiedenen Blickwinkeln betrachtet, und dann zu einem Bild oder einer Entscheidung zusammenfügen.

Von

lih

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