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29.10.2014

06:00 Uhr

Christoph Bruns

„Umdenken zugunsten der Aktie“

Der Fondsmanager und Vorstand bei der Loys AG will mehr Deutsche überzeugen, sich durch Aktien an der Wirtschaft zu beteiligen. Der größte Visionär der Geschichte ist für ihn aber kein Börsenguru.

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Teilhaber und Vorstand bei der LOYS AG. Frank Beer für Handelsblatt

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Teilhaber und Vorstand bei der LOYS AG.

Welche Innovation hat die Welt am nachhaltigsten verändert?
Hier muss ich doch das Rad nennen, denn kein Mensch und keine Maschine kommt ohne diese großartige kinetische Erfindung aus. Ohne Räder bewegt sich nichts, keine Festplatte, kein Flugzeug, keine Uhr und nahezu alle Menschen geschaffenen Sachen.

Wer ist für die der größte Visionär?
Sofort muss ich bei dieser Frage an Jesus von Nazareth denken, dessen Vision von Nächstenliebe so zentral und gewaltig für sein und alle nachfolgenden Jahrhunderte war, dass wir bis heute an seinem Erbe arbeiten. Bislang ist es nicht gelungen, seine Vision überall wahr werden zu lassen, obwohl ein riesige und zugleich uralte Institution – die Kirche – daran seit mehr als 1500 Jahren arbeitet.

In welchen Momenten kommen Ihnen die besten Ideen?
Gerade dann, wenn ich mit den Gedanken bei ganz anderen Themen bin, etwa beim Radfahren oder Spazierengehen kommt es häufig vor, dass ich einen guten Einfall habe. Dann muss ich mich freilich sputen, um den interessanten Gedanken nicht zu verlieren.

Sollte der, der Visionen hat, wirklich zum Arzt gehen?
Keineswegs, aber eine Vision muss gar nicht praktisch erreichbar sein, um als Leitfaden und zur Orientierung sehr vorteilhaft zu sein. Ähnlich einem Ideal mag sich die Vision nicht realisieren lassen. Doch der Versuch ihr nahezukommen, ist alleine schon wichtig und befriedigend.

Auf welche Vision setzen Sie als Fondsmanager derzeit?
Meine Vision besteht schon lange darin, die Mitbürger davon zu überzeugen, dass es langfristig sinnvoll ist, sich an der Wirtschaft durch Aktien zu beteiligen. Von der Erreichung dieser Vorstellung sind wir in Deutschland zwar weiter entfernt denn je, allerdings spricht manches dafür, dass die Dauernullzinspolitik auf dem Gebiet der Kapitalanlage zu einem wirklichen Umdenken zugunsten der Aktie führen könnte.

Von

jes

Kommentare (1)

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Herr Thomas Schmidt

29.10.2014, 16:58 Uhr

Grundsätzlich hat Hr. Bruns mit seinem Fokus auf Aktien als langfristig beste Kapitalanlage ja Recht. Fatalerweise spüren viele deutschen Anleger aber immer erst ziemlich am Ende eines Zyklus' von mehreren Jahren (mit kontinuierlich steigenden Kursen und Kursgewinnen von 100-200 Prozent) einen steigenden Appetit auf Aktien. Und rauschen dann beim nächsten (unweigerlich kommenden) Crash erstmal mit 30, 40, 50 Prozent ins Minus - und sagen sich "nie wieder Aktien"!! Die Kunst besteht doch darin, billig zu kaufen und teuer zu verkaufen. Und klar ist es ärgerlich, wenn man die letzten 6 Jahre Börsen-Aufschwung verpasst hat. Aber noch ärgerlicher ist es, dann zu Höchstkursen zu kaufen und erstmal wieder ein paar Jahre auf hohen "Buchverlusten" zu sitzen. Manchmal ist es vielleicht am schlauesten, sich einfach mit 0,5% Tagesgeldzinsen zu begnügen und geduldig abzuwarten, bis sich nach einem massiven Kursrückgang wieder eine der großen Chancen am Aktienmarkt eröffnet, die regelmässig alle 5-7 Jahre kommen.

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