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22.07.2014

16:41 Uhr

CO2-Reduktion

Klimaschutzlücke vergrößert sich

Das Ziel, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2020 um 40 Prozent zu reduzieren, wird Deutschland verfehlen. Ohne zusätzliche Maßnahmen droht die Lücke nun noch größer zu werden als bisher angenommen.

Mehr Schatten als Licht: Ohne Reformen sieht es bei den Klimaschutzzielen in Deutschland derzeit finster aus. dpa

Mehr Schatten als Licht: Ohne Reformen sieht es bei den Klimaschutzzielen in Deutschland derzeit finster aus.

Ohne zusätzliche Maßnahmen droht die Bundesregierung die geplante Reduzierung der Treibhausgase um 40 Prozent bis 2020 deutlich zu verfehlen. Schon nach bisherigem Stand werden es nach Angaben von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) nur 33 Prozent weniger im Vergleich zu 1990. Aber selbst diese Prognose beruht auf teils recht wackligen Annahmen, wie aus einer Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter an die Grünen-Umweltpolitikerin Bärbel Höhn hervorgeht.

Demnach wird ein Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent im Jahr unterstellt. Die Grünen betonen, dass die Klimaschutzlücke automatisch von sieben auf neun Prozent wachsen würde, wenn das Wachstum bei 1,7 Prozent liegt.

Zuletzt war es deutlich höher als die angenommenen 1,4 Prozent. Brummt die Wirtschaft, wird mehr Energie verbraucht. Zudem rechnet die Bundesregierung in der der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Antwort bis 2020 mit einem Preis von 14 Euro je ausgestoßener Tonne CO2 im EU-weiten Emissionshandel. Derzeit ist es an einigen Tagen nicht einmal ein Drittel.

Die Prognosen preisen eine Reform des Emissionshandels ein, damit bei höheren CO2-Preisen wieder mehr in Klimaschutz investiert und Emissionen stärker vermieden werden. Doch eine solche Reform ist nicht in Sicht. Zudem sind Annahmen zum Ausbau erneuerbarer Energien sehr optimistisch. Bis November soll das Kabinett ein Paket beschließen, um zumindest die Sieben-Prozent-Lücke zu schließen.

Aber letztlich könnte auch das nicht reichen. „Die Regierung gibt zu, dass ihre Prognose zur CO2-Reduktion bis 2020 auf Sand gebaut ist“, kritisierte Höhn. Als eine Maßnahme müsse die Regierung „endlich beginnen die Überkapazitäten bei den Kohlekraftwerken aktiv zu reduzieren, sonst gibt es 2020 ein böses Erwachen“, meinte Höhn.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Herr Holger Narrog

22.07.2014, 20:51 Uhr

Die CO2 Reduktionspläne wurden erstellt, als noch 17 moderne und umweltfreundliche Kernkraftwerke am Netz waren. Mit dem Tohoku Erdbeben bei dem durch eine Flutwelle 20000 Menschen starben, verunfallten auch 3 Kernkraftwerke ohne Personenschäden. Dies führte in D zu einer Atompanik und der Abschaltung der Hälfte der Kernkraftwerke.

1 Kernkraftwerk ersetzt etwa die Verbrennung von 4 – 5 Mio. to Kohle jährlich, oder 15 Mio. to CO2. Damit sind die „Klimaziele“ Makulatur. Nur mit einer extremen Wohlstandsreduzierung liessen sich diese noch erreichen.
Allerdings sollte man auch wissen, dass sich das Klima kaum mit menschlichen Aktivitäten beeinflussen lässt.


Account gelöscht!

23.07.2014, 09:03 Uhr

CO2 Vermeidung ist unsinnig und wohlstandsvernichtend.
Dieses politische CO2 Verbot ist und bleibt ein Angriff auf unseren industriebasierenden Wohlstand in Deutschland und Teilen der EU.
Wer CO2 Verbot fordert, der treibt unsere Gesellschaft in eine neue Mangel und Armutszeit.
Das Quoten- und politische Regelwerk eines DDR-Plansystems ist beim CO2-Verbot, Klimaschutz (wer muss sich eigentlich mehr schützen? Mensch oder Klima), Energiewende, EEG unverkennbar.
Die freie Marktwritschaft und damit die Wahlfreiheit von uns Bürgern in Deutschland und Europa wird durch diese grün-sozialistische Ideologie eines DDR-System komplett ageschafft.
Schluss mit diesen politischen Plandiktat eines DDR-System! Schluss mit CO2 Verboten, Klimaschutz und Energiewende. Danke!

Herr Rainer Feiden

23.07.2014, 09:21 Uhr

Da es bei diesem Super-Projekt "Energiewende" ohnehin nie ums Klima, sondern nur um die Kohle ging, ist das Verfehlen der CO2-Ziele im Jahre 2020 getrost in der Rubrik "irrelevant" abzulegen.

Wa sich hier also vergrössert, ist nicht die Klimaschutzlücke, sondern die Klimaschutzlüge.

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