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11.12.2013

10:35 Uhr

CO2-Zertifikate

Eingriff in den Emissionshandel

Das EU-Parlament mischt sich in den Handel mit CO2-Zertifikaten ein. Die Papiere sollen reduziert werden, um den Preis in die Höhe zu treiben. Kritiker monieren, dass das eigentliche Problem ungelöst bleibt.

Die Emissionszertifikate werden künstlich gekappt, damit der Preis für CO2-Emissionen wieder nach oben geht. Reuters

Die Emissionszertifikate werden künstlich gekappt, damit der Preis für CO2-Emissionen wieder nach oben geht.

BrüsselDie Zertifikate, die Unternehmen zum Ausstoß von CO2 kaufen müssen, werden verknappt. Einen entsprechenden Eingriff in den europäischen Emissionshandel hat das EU-Parlament am Dienstag abgesegnet, nachdem sich zuvor bereits die Mitgliedstaaten auf das Vorgehen einigten. Demnach nimmt die Politik ab Januar 900 Millionen Zertifikate zeitweise vom Markt, um den Preis für den CO2-Ausstoß in die Höhe zu treiben. Er hatte wegen eines Überangebots infolge der Wirtschaftskrise immer neue Tiefs erreicht.

„Ein Eingriff in das EU-Emissionshandelssystem löst das wahre Problem nicht und führt das marktwirtschaftliche System ad absurdum“, sagte der Vorsitzende der CDU/CSU-Gruppe im Europaparlament, Herbert Reul. Tatsächlich bezweifeln Experten, dass der Eingriff Erfolg haben wird. Der Zertifikatepreis von derzeit um die vier Euro für den Ausstoß von einer Tonne CO2 steige allenfalls marginal.

Ziel des Emissionshandels ist es, Unternehmen zum Einsatz klimafreundlicher Technologien zu bewegen. Bei den ursprünglichen Kalkulationen war Brüssel von mehr als 30 Euro für den Ausstoß von einer Tonne CO2 ausgegangen. Die vorübergehende Zertifikateverknappung gibt Brüssel Zeit, Vorschläge für eine strukturelle Reform des Emissionshandels vorzubereiten.

Von

lud

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

11.12.2013, 11:06 Uhr

Energie ist die Atemluft der modernen Wirtschaft und Industrie. Seit der Erfindung der Dampfmaschine basieren Wirtschaftswachstum und Wohlstandsvermehrung auf dem Einsatz von konzentrierter Energie. Und die EU verknappt und verteuert wieder einmal willkürlich diese zentrale Ressource.

Vor diesem Hintergrund macht die EU-Entscheidung einen guten Sinn: Die Politik quetscht ein bisschen die Luftröhre der modernen Wirtschaft zusammen, damit sie ein bisschen Atemnot bekommt und schwächelt.

So verhindert es die Politik, dass die freien Bürger und freien Wirtschaftstreibenden den Wohlstand auch der Armen weiter steigern. Wenn sie dies ungezügelt ins Kraut schießen ließen, bestünde ja die Gefahr, dass sie übermütig werden und zudem unabhängig von den Politikern.

Wenn man aber die Atemluft verknappt und sie je nach politischen Wohlwollen zuteilt oder auch noch mehr verknappt, dann lernen die Freien, dass sie gar nicht frei sind. Dann lernen sie, dass sie um Lebensmittelmarken (=CO2-Emissionszertifikate) bei der Politik antchambrieren und betteln müssen.

Am Ende werden sie dann hündisch mit dem Schwanz wedeln und von den Politikern CO2-Gnadenerweise. Vielleicht internalisieren sie schließlich dann sogar ihre Situation und verwandeln sich in willige Sklaven, die ihre "Wohltäter", nämlich die gnädig Lebensmöglichkeiten zuteilenden Politiker, lieben und verehren.

Der ganze CO2-Schwindel dient in Wahrheit nicht dem Klima, sondern der "Großen Transformation". Das Netz des Bevormundungsstaates soll mit Hilfe des CO2-Schwindels über die freie Gesellschaft geworfen und Schritt für Schritt immer enger zugezogen werden. Bisher schon erfolgte und in Planung befindliche Teilstrangulierungen sind z.B. das Glühlampenverbot, die Staubsaugerbremse, die Duschbremse, Smartmeterzwang in Neubauten, Killergrenzwerte für CO2 im PKW-Bereich, Dämmokratie in Baubereich ...

Nicht das Klima ist bedroht, sondern unsere Freiheit!

Account gelöscht!

11.12.2013, 12:49 Uhr

Sehr gut geschrieben, Antiillusionist.
Mit dem EEG und dem CO2-Märchen werden ganz andere Ziele verfolgt, als die Politik vorgibt. Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen. Aber die Befürworter werden nicht müde werden, die Selbstaufgabe weiter zu proklamieren.
Wer in einem Industriestaat wie Deutschland die Stromversorgung so verteuert und gefährdet, legt Axt an den Wohlstand der Bürger und gefährdet gleichzeitig die Freiheit seiner Bürger. Über die bevorstehende DDR.2-Mangelwirtschaft im Energiebereich, die sich wie ein Krake über die gesamte bundesdeutsche Wirtschaft legen wird, werden Wohlstand und Bürgerrechte pulverisiert. Es geht nicht von heute auf morgen, aber peu a peu.

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